Zeigt her eure Füße!
Wie man sich vor lästigem Fußpilz schützt – und ihn wieder loswird.
In der warmen Jahreszeit, wenn offene Sandalen Hochsaison haben, wird den Füßen automatisch mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Sie sollen gepflegt sein und die Zehen keine unschönen Druckstellen haben, um neben gebräunter Haut in den Sommerschuhen eine perfekte Figur zu machen. Im Sommer verlocken die hohen Temperaturen dazu, die Schuhe stehen zu lassen und lieber barfuß zu gehen. Die Beschaffenheit des Bodens zu spüren ist nicht nur eine Wohltat für die Seele, sondern auch gesund für den Körper. Ärzte empfehlen, sich möglichst oft mit nackten Füßen zu bewegen, um die Fußmuskeln zu trainieren, die Fußreflexzonen zu stimulieren und Fehlstellungen wie Knick-, Senk oder Spreizfüße vorzubeugen.
Risiko öffentlicher Raum
Neben diesen positiven Gesundheitseffekten kann das Barfußgehen auch unliebsame Folgen haben. Gerade in den Sommermonaten kommt es häufiger zu Fußpilzinfektionen. Haut- und Nagelpilze gedeihen nämlich hervorragend in einer warmen, feuchten Umgebung. Vor allem in von vielen Menschen frequentierten öffentlichen Räumen läuft man Gefahr, Fußpilzerreger mit nach Hause zu schleppen. In Schwimmbädern, Umkleideräumen, Hotelbadezimmern oder Saunen ist die Ansteckungsgefahr besonders groß. In vielen öffentlichen Einrichtungen gibt es Desinfektionsanlagen gegen Fußpilz. Wer allerdings glaubt, dass ein kurzes Abduschen der Füße schützt, irrt. Experten kritisieren, dass die Einwirkungsdauer der Sprays meist viel zu kurz sei. Damit sich die Wirkung entfalten kann, seien mindestens fünf Minuten notwendig. Zudem enthielten manche Mittel aggressive Substanzen, die den Säureschutzmantel der Haut stören und das Eindringen von Erregern sogar begünstigen würden.
Unangenehmer Juckreiz
Die häufigsten Verursacher von Fußpilz sind Fadenpilze. Der gesunde Körper kann diese Pilze problemlos abwehren. Ist der Säureschutzmantel jedoch geschädigt oder das Immunsystem geschwächt, können die Pilzsporen in die Haut eindringen und sich dort vermehren. Über abgestorbene Hautschuppen der befallenen Stellen erfolgt die Übertragung von Mensch zu Mensch. Die Symptome machen sich durch ein unangenehmes Jucken und Rötungen der Zehenzwischenräume bemerkbar. Es können sich auch Einrisse der Haut und Bläschen sowie Nagelpilz auf den Zehennägeln bilden.
Schätzungen zufolge leidet rund ein Drittel der Bevölkerung an Fußpilz oder war schon einmal davon betroffen. Risikogruppen sind Sportler, die Gefahr laufen, sich in Gemeinschaftsräumen anzustecken, und Menschen mit herabgesetztem Immunsystem wie alte Menschen oder Diabetiker.
Hautarzt zu Rate ziehen
Um sich vor Fußpilz zu schützen, ist Vorsicht beim Betreten von öffentlichen Garderoben, Saunen oder Sportanlagen geboten. Einen einfachen Schutz bieten Badeschlapfen, tägliche Hygiene und die Wahl der richtigen Schuhe (siehe Info unten).
Besondere Aufmerksamkeit sollte dem Kontakt mit den juckenden Stellen gelten: Handtücher, mit denen die Füße abgetrocknet wurden, sollten keinesfalls für andere Körperteile benützt werden, um den Befall anderer Hautareale zu vermeiden. Ein verbreiteter Irrglaube ist, dass Fußpilz unbehandelt von alleine abheilt. Leider ist oft das Gegenteil der Fall und die Pilzerkrankung verstärkt sich, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Es lohnt sich daher, den Hautarzt aufzusuchen. Er stellt fest, welche Pilzart die Beschwerden verursacht und welche Antipilzmedikamente zum Einsatz kommen. Die Behandlung reicht von äußerlichen Anwendungen in Form von Cremes, Salben, Lösungen, Pudern oder Sprays bis zur Einnahme von Tabletten.
Wie man sich schützen kann
- Kontrolle: Füße und Fußsohlen laufend auf Anzeichen von Fußpilz kontrollieren.
- Fußpflege: Die Füße täglich waschen. Dabei den Zehenzwischenräumen besondere Aufmerksamkeit widmen. Danach die Füße gut abtrocknen, da feuchte Stellen für Pilze besonders empfänglich sind.
- In Schwimmbädern, Saunen, öffentlichen Umkleidekabinen und Duschen Badeschlapfen tragen.
- Handtuch: Für das Abtrocknen nach dem Besuch von öffentlichen Bädern oder Saunen ein eigenes Handtuch für die Füße benützen. Handtücher oft wechseln.
- Hygiene: Textilien wie Handtücher, Badeteppiche und Socken bei mindestens 60 Grad waschen.
- Schuhe: Schuhe täglich wechseln, damit sie trocknen können. Atmungsaktive Schuhmaterialien sind ideal, um feuchte Füße zu vermeiden.
7 Tipps: Fußpilz wieder loswerden
- Die Fußnägel kurz schneiden aber nicht zu kurz, damit nichts unter den Nägeln brennt.
- Fußnägel gerade schneiden und Nagelecken mit der Feile entschärfen.
- Nach dem Waschen Zehenzwischenräume gründlich abtrocknen damit keine Pilze dazwischen kommen.
- Zu dicke Nagelplatten vorsichtig abfeilen.
- Jeden Druck auf die Zehen vermeiden.
- Schuhe mit Desinfektionsspray behandeln.
- Antipilzmedikamente verwenden, um die Ausbreitung auf weitere Hautpartien zu vermeiden.
Quelle: Österreichische Apothekerkammer





