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Zeigt her eure Füße

Der Sommer steckt schon in den Startlöchern – höchste Zeit, die Füße sandalenfit zu machen! Hier kommen Tipps für schöne – und gesunde – Füße zum Herzeigen.


FOTO: fotolia

Im Laufe unseres Lebens umrunden wir mit ihnen rund vier Mal die Erde. Sie tragen uns durchs Leben, Tag für Tag, und doch sind sie in unserer Wahrnehmung ganz weit „unten“: unsere Füße. Oft zwängen wir sie in enge Pumps oder muffige Sportschuhe und schenken ihnen auch bei der Pflege meist wenig Beachtung. Doch schon ein paar Minuten täglich Pflege und Training reichen, um für die bevorstehende Saison schöne Sommerfüße zu bekommen. Und damit nach einem langen Arbeitstag die Füße nicht mehr schmerzen, sollten Sie auch beim Schuhkauf ein paar grundlegende Tipps beachten.

Sensibles Organ

Ein Fuß ist ein technisches Wunderwerk: 26 Knochen sind durch 33 Gelenke miteinander verbunden, mehr als 100 Bänder halten den Fuß zusammen, starke Sehnen sowie 20 Muskeln sorgen für Bewegung und einen festen Stand. Dazu kommt eine Vielzahl an Nerven, die im Zusammenspiel mit Haut, Muskeln und Sehnen stehen. Ein solides Fundament, würde man meinen, doch etwa 30 Prozent der Erwachsenen leiden unter Problemen mit ihren Füßen – und das hat Auswirkungen auf den gesamten Körper: Der Ursprung für Knie- und Hüftbeschwerden oder auch Kopfweh sind oft Senk-, Spreiz- oder Knickfüße. Der Landesinnungsmeister der Orthopädieschuhmacher und Schuhmacher aus Niederösterreich, Wolfgang Wedl, erklärt: „Wichtig für einen gesunden Fuß ist vor allem ein geeignetes Schuhwerk. Dazu kommen regel­mäßige Fußpflege sowie tägliche Fußübungen. Dabei werden die Koordination im Fuß und die kurzen Fußmuskeln trainiert.“

Gesunde Füße

Ob unbequemer Stöckelschuh für die Arbeit, enger Anzugschuh oder der ungedämpfte Sportschuh – täglich stecken unsere Füße mehrere Stunden in verschiedenen Schuhen, die meist nicht unserer natürlichen Fußform entsprechen. „Die meisten Modeschuhe sind zu eng. Die Folge: Die große Zehe wird zur Fußmitte gedrückt, die Zehen zusammengepresst. Trägt man über lange Zeit solche Schuhe, so können daraus Fußfehlstellungen wie ein Hallux valgus entstehen“, erklärt Wedl. Außerdem kann es bei zu engen Schuhen zu Durchblutungsstörungen in den Füßen kommen. Zu große Schuhe geben hingegen keinen Halt beim Abrollen, der Fuß verkrampft sich und es kommt zu Schmerzen. Worauf sollte man daher beim Schuhkauf achten? „Ein guter Schuh sollte komplett aus Leder bestehen, inklusive Lederfutter. Leder kann atmen: Untertags nimmt es die Fußfeuchtigkeit auf und gibt sie über Nacht ab. Man sollte einen Schuh immer die doppelte Tragezeit rasten lassen“, rät Wedl, und: „Ein gesunder Schuh bietet einen stabilen Sitz der Ferse sowie genügend Zehenfreiheit. Außerdem: Je weniger Absatz, desto besser.“

Tägliche Fußarbeit

Fußpflege: Nach dem Duschen oder Baden sollte man die Füße mit einer reichhaltigen Creme pflegen. Etwa einmal die Woche mit einem Bimsstein raue Stellen an Fersen und Ballen abtragen – am besten nach einem Fußbad (siehe Tipps). Außerdem kann man jeden Tag ein kleines Fitnessprogramm für die Füße einlegen: „Vor dem Fernseher kann man zum Beispiel versuchen, mit den Zehen ein Stück Zeitung, ein Handtuch oder einen Bleistift aufzuheben. Oder man putzt in der Früh am Fußballen stehend die Zähne und am Abend auf der Ferse. Das trainiert die kurzen Fußmuskeln, die im Alltag meist zu wenig beansprucht werden“, erklärt Wedl. Mit den Füßen über eine Massagerolle oder einen Tennisball unter dem Schreibtisch zu rollen fördert die Durchblutung und regt die Nerven an. Mit diesen einfachen Tricks haben sie im Nu schöne Sommerfüße: Also rein in die bequemen Sandalen und dann ab ins Fuß-Freie!

5 Tipps für schöne Füße

  1. Tägliche Pflege: Die richtige Fußpflege fängt mit dem täglichen Waschen an: Am besten eignet sich dafür eine milde Seife, aber sparsam dosieren. Verwendet man zu viel davon, trocknet die dünne Haut an den Füßen leicht aus und wird rissig.
  2. Feuchtigkeit spenden: Da auf unseren Füßen viel Gewicht lastet, ist die Haut dort etwa drei- bis viermal dicker als am übrigen Körper. Außerdem besitzt die Fußhaut kaum Talgdrüsen, was sie schnell austrocknen lässt. Deshalb sollten Sie die Füße stets mit viel Feuchtigkeit versorgen. Dafür gibt es spezielle Fußcremes, etwa mit Urea.
  3. Fußbad & Co: Fußbäder sollten nicht länger als 15 Minuten dauern, die Temperatur nicht mehr als 37 Grad Celsius haben. Die Haut weicht sonst zu sehr auf und das erleichtert es Keimen und Bakterien, in die Haut einzudringen. Nach dem Fußbad sollten Sie die Füße immer gründlich zwischen den Zehen abtrocknen, um Nagel- oder Fußpilz vorzubeugen.
  4. Ciao Hornhaut! Sollten sich einmal lästige Hornhautstellen gebildet haben, helfen Bimsstein und Hornhautfeile. Reiben Sie immer nur in eine Richtung, so entfernen Sie die Haut gleichmäßig. Auch ein Fußpeeling macht die Haut wieder weich. Sind die Hornhautstellen stark ausgeprägt, empfiehlt sich der Gang zur Pediküre.
  5. Raus aus den Schuhen: Vor allem Kinder sollten so viel wie möglich barfuß unterwegs sein. Aber auch Erwachsene sollten diese Empfehlung der Orthopäden beherzigen: Denn wer barfuß unterwegs ist, trainiert seine Füße. Inzwischen gibt es spezielle Barfuß-Parks oder -Pfade. Hier kann man seinen Füßen eine Auszeit vom Schuhalltag gönnen. Beim Gang über unterschiedliche Materialien, etwa Sand, Kieselsteine, Gras oder Tannenzapfen, werden Muskulatur und Durchblutung auf Trab gebracht.