Winterspaß auf vier Pfoten
Mit Hund gibt’s auch im Winter keine Bewegungspause. GESUND&LEBEN hat die besten Tipps, wie Sie und Ihr Vierbeiner fit und gut gelaunt durch die kalte Jahreszeit kommen.

Mischlingsrüde Toby liebt das Toben im Schnee: GESUND&LEBEN-Redakteurin Carina Rausch hat auch großen Spaß dabei. Foto: privat
Bei Sonnenschein, Regen oder im Schneegestöber: Bello, Fiffi & Tasso fordern bei jedem Wetter den täglichen Spaziergang. Aber Hand aufs Herz: Für viele Hundehalter ist die Vorstellung nicht gerade einladend, bei feuchtkaltem Wetter frierend um die Häuser zu trotten. Doch mit der richtigen Vorbereitung und abwechslungsreichen Bewegungsideen wird dieser Winter für Mensch und Hund bestimmt alles andere als trostlos.
Auch der Gesundheit von Frauerl und Herrl tut das gut, und das wirkungsvoller als jeder Personal Trainer. Auch wenn es Überwindung kostet, das kuschelige Sofa gegen eine Portion eisiger Frischluft einzutauschen – draußen unterwegs zu sein zahlt sich aus. Denn der Wechsel von nass-kalten und trockenen Wetterperioden fordert das menschliche und tierische Immunsystem besonders. Ist man generell viel an der frischen Luft, steckt man Wetterkapriolen viel leichter weg. Und die kalte, feuchte Winterluft ist ein wohltuender Ausgleich zur trockenen Heizungsluft im Haus.
Motivationstrainer Hund
Das Bewegungsbedürfnis und die Erkundungsfreude der vierbeinigen Begleiter sind ansteckend – selbst an trüben Wintertagen: Man sagt das „Zauberwort“, und schon ist der Hund Feuer und Flamme, springt begeistert und sprintet Richtung Türe. Spaziergänge heben auch bei Frauchen und Herrchen die Laune: Statt der ewig gleichen Runde um den Häuserblock bietet sich eine spannende Leckerli-Versteck-Rallye im lichten Winterwald an. Oder Sie schicken den Vierbeiner auf die Suche nach dem Lieblingsspielzeug. Spannend für die ganze Familie ist das Erforschen unbekannter Tierspuren im Schnee – immer der Nase nach! Bei schönem Wetter sind ausgedehntere Winterwanderungen mit Hund ein echtes Vergnügen. Aber Achtung: Strecken, die man im Sommer problemlos begehen kann, sind im Winter möglicherweise gesperrt oder gefährlich. Auch fordern Wanderungen im Winter den Organismus mehr als bei gemäßigten Temperaturen.
Auch für drinnen gibt es genug Spielideen: Ob Sie mit Ihrem Hund lieber kleine Tricks einstudieren oder ein Leckerli-Versteck-Spiel in der Wohnung durchführen, ist ganz Ihren Vorlieben und den Fähigkeiten Ihres Hundes überlassen. Geistig fordernd sind verschiedene im Handel erhältliche „Intelligenzspiele“, bei denen der Hund durch verschiedene Aktionen an Futter gelangen kann. Mit ein wenig Fantasie können Sie diese Denkaufgaben selbst gestalten. Wichtig ist, zunächst mit einer einfachen Aufgabe zu beginnen und den Schwierigkeitsgrad allmählich zu steigern. Sonst verliert der Hund zu schnell den Spaß daran (Spielideen siehe Kasten links oder im Internet, z. B. auf www.spass-mit-hund.de).
Ein gut erzogener Hund kann einen zu vielen Aktivitäten begleiten. Die gängigen Wintersportarten sind aber kaum geeignet. Als Begleitung bei Schlittenfahrten oder beim Schlittschuhlaufen, auf Ski- oder Snowboardpisten stören Hunde möglicherweise andere Wintersportler und sind auch selbst gefährdet. Bei Schneeschuhwanderungen oder beim Langlauf auf kürzeren Loipen kann der Hund aber mit dabei sein – vorausgesetzt, es ist auf der gewählten Strecke erlaubt und er ist fit genug für eine fordernde Tour durch den Tiefschnee.
Passen Sie jedenfalls Dauer und Intensität an die Kondition Ihres Hundes an. Sind Sie länger unterwegs, gehört unbedingt Trinkwasser ins Gepäck. Sonst besteht die Gefahr, dass der Hund seinen Durst durch das Fressen von Schnee stillt – was zur Entzündung von Hals, Rachen und Magen führen kann.
Aufwärmen nicht vergessen!
Bei kalten Außentemperaturen ist das Aufwärmen vor jeder sportlichen Betätigung besonders wichtig – das gilt auch für den Vierbeiner. Vor dem Toben oder Wurfspielen hilft ein kurzer Spaziergang, um Verletzungen von Hund, Herrl oder Frauerl vorzubeugen. Seien Sie vorsichtig, wenn der Boden hart gefroren, eisig oder tief verschneit ist: Gelenke und Bänder werden auf diesem Untergrund stark belastet, die Verletzungsgefahr beim allzu ausgelassenen Spielen steigt. Bei solchen Bedingungen ist es ratsam, auf ruhige, aber nicht minder fordernde Suchspiele und Nasenarbeit auszuweichen.
In Dämmerung und Dunkelheit müssen Mensch und Hund gut sichtbar sein. Reflektierende Accessoires gibt es in allen Formen und Farben. Aber nicht alles, was blinkt und leuchtet, ist auch gut für den Hund. Hautverträglichkeit und ein guter Sitz sind wichtig, außerdem dürfen keine verschluckbaren Einzelteile an der Ausrüstung zu finden sein. Auch für Frauchen und Herrchen gibt es refklektierende Produkte zum Anziehen, Aufsetzen oder Umhängen. So kommen Sie samt Hund sicher, gesund und fit durch den Winter.
Heiße Tipps für kalte Tage
Mag. Andrea Mergl, Tierärztin in Pöchlarn, gibt Tipps, wie Ihr Hund gesund durch den Winter kommt.
- Auch Hunde können frieren: Selbst Rassen mit wenig Unterwolle brauchen unter normalen Umständen keine wärmende Begleitung bei der Bewegung im Freien. Sobald ein Hund allerdings länger in kalter Umgebung warten muss, bei sehr schlanken Rassen oder kranken Tieren kann Hundebekleidung schützend wirken. Auch wenn der Hund nass ist, friert er leicht: Darum nach dem Spaziergang immer gut abtrocknen, besonders dann, wenn noch eine Heimfahrt im ausgekühlten Auto ansteht.
- Schutz für zarte Hundepfoten: Durch die Berührung mit dem kalten Boden, mit scharfkantigem Eis, Schnee, Split und Streusalz kann es zu Rissen und offenen Ballen kommen. Am besten die Pfoten vor dem Rausgehen mit speziellem Pfotenbalsam oder Hirschtalg eincremen und nach dem Spaziergang mit warmem Wasser abspülen. Bei sehr starker Beanspruchung könnenHundeschuhe verwendet werden.
- Parasitenschutz auch im Winter: Flöhe überleben den Winter ingeschützter Umgebung und vermehren sich dort zahlreich. AuchZecken sind in den kalten Monaten vermehrt auf Hunden und Katzen zu finden. Das heißt: Auch im Winter ist der Parasitenschutz durch Spot-on-Präparate, Halsbänder oder Tabletten unbedingt erforderlich.
- Schneefressen ist ungesund: Auch wenn Hunde Schnee zum Fressen gern haben: Schnee kann zu Entzündungen der Mandeln, des Rachens und Magens führen. Vermeiden Sie also, dass Ihr Hund – ob bewusst oder unbewusst etwa beim Apportieren aus dem Tiefschnee – zu viel von der weißen Pracht schluckt.
- Erkältungen ernst nehmen: Auch Hunde können sich erkälten. Durch den Wechsel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit zwischen drinnen und draußen ist das Immunsystem vermehrt gefordert. Hunde entwickeln dann leichter Entzündungen der Mandeln und des Rachens, die tierärztlich behandelt werden sollten. Da zumeist Viren dafür verantwortlich sind, können sich andere Tiere im Haushalt leicht anstecken.
Spazier-Auslauf für Tierheim-Bewohner
Sie habe keinen Hund? Viele Tierheime bieten an, dass man sich Hunde für regelmäßige Spaziergänge ausborgen kann. Der Vierbeiner freut sich und man selbst hat eine nette Begleitung. Elisabeth Platzky vom Tierheim Ternitz wünscht sich regelmäßige Spaziergänger: „Die Hunde freuen sich auch auf Spaziergänge, wenn das Wetter etwas unfreundlicher ist.“ Gaby Bachmayer vom Tierheim Dechanthof in Mistelbach sucht besonders für die Mittwoch- und Donnerstagnachmittage Menschen, die mit Hunden spazieren. Alle Tierheime legen Wert darauf, dass die Spaziergänger die Hunde auch verstehen lernen, manche bieten sogar Seminare an. Wenn man noch unsicher ist, ob man mit dem Hund zurechtkommt, bekommt man eine Begleitung. Fragen Sie in Ihrem Tierheim nach!
- Tierheim Ternitz: Tel.: 02635/61488, www.tierheim-ternitz.at
- Tierheim Krems: Tel.: 02732-84720, www.tierheim-krems.at
- Tierheim Dechanthof in Mistelbach: Tel.: 02573/2843, www.tierheim-dechanthof.at
- Tierheim und Tierrettung Klosterneuburg:Tel.: 0676/312 69 29, www.tsv-klosterneuburg.at




