Wie bitte?
Wenn jemand anfängt, schlechter zu hören, ist das für seine Angehörigen oft ebenso problematisch wie für den Betroffenen selbst.
Das Älterwerden sehen viele Menschen als Zeit der Verluste: Der Körper bringt immer wieder neue Schwachstellen hervor, die man bisher noch nicht als solche gesehen hat und denen man sich jetzt zuwenden muss. Und irgendwo tut es immer weh. Doch das Älterwerden ist auch ein Prozess des Reicherwerdens: Man weiß viel über die Welt und nicht zuletzt über sich selbst. Allerdings ist man auch gefordert, sich mit den Veränderungen, den positiven wie den nicht so angenehmen, auseinanderzusetzen. Es ist ganz normal, dass manche Aspekte des Älterwerdens auch traurig, nachdenklich, zornig oder einsam machen. Damit umzugehen, müssen Betroffene wie Angehörige lernen. Manchmal braucht man auch gezielte Unterstützung. Aber die Auseinandersetzung lohnt. Denn auch im hohen Alter ist ein gutes Maß an Lebensqualität möglich.
Ein wichtiger Punkt für die Lebensqualität ist das Hören: Die Regentropfen auf dem Dach, die Musik im Konzertsaal, das nahende Auto beim Überqueren der Straße, das Lachen der Enkelkinder und das Gespräch mit lieben Menschen. Betroffene spüren, dass die Hörfähigkeit schlechter wird, weil sie zum Beispiel öfter nachfragen müssen, Gesprächen nicht mehr so gut folgen können und dadurch auch keine Lust mehr auf Gesellschaft haben und auf Treffen außer Haus schneller verzichten. Es ist nicht leicht, aktiv zu werden und sich zum Facharzt zur Überprüfung zu begeben. Doch das wäre ein wichtiger Schritt.
Doch auch die Angehörigen merken es. Und fragen sich: Wie helfe ich einer nahestehenden Person mit Hörverlust? Der erste Schritt wäre, zu überlegen, wer dieses Thema mit dem oder der Betroffenen am besten besprechen kann.
Danach gilt: Versuchen Sie, der hörgeschädigten Person möglichst hilfreich und unterstützend zu begegnen. Dabei empfiehlt es sich, das Thema Hörverlust behutsam anzusprechen, da sich Betroffene ihres Problems nicht immer bewusst sind oder es nicht wahrhaben wollen und empfindlich oder gereizt reagieren können, wenn man sie damit konfrontiert. Wichtig ist die Untersuchung durch einen HNO-Arzt. Angehörige können die betroffene Person unterstützen, indem sie sie zum Arzt begleiten. Fachärzte stellen mithilfe eines einfachen Hörtests fest, ob tatsächlich ein Hörproblem vorliegt und wie es beschaffen ist. Es ist hilfreich für Betroffene, wenn die Diagnose auch von einer zweiten Person gehört wird, denn gemeinsam kann man in dieser für Betroffene stressigen Situation mehr an Informationen aufnehmen und auch besser nachfragen. Mit Hörgeräten, einer „Brille für das Ohr“, lassen sich viele Hörprobleme ausgleichen oder gar beseitigen. Es kann schwer sein, ein Gerät zu akzeptieren. Doch bei den meisten Menschen überwiegen im Alltag die Vorteile, und nach dem Eingewöhnen möchten sie nicht mehr darauf verzichten. Und wenn man etwas nicht hören will, kann man das Ding ja aus dem Ohr nehmen.
Guter Rat für Angehörige und Kollegen
- Nehmen Sie Rücksicht, ohne zu übertreiben.
- Sprechen Sie gegebenenfalls etwas lauter.
- Wahren Sie den Augenkontakt und bleiben Sie dem Hörgeschädigten beim Sprechen stets zugewandt.
- Wiederholen Sie nicht, was gerade gesagt wurde.
- Gehen Sie nicht übervorsichtig oder bevormundend mit der hörgeschädigten Person um.
- Nehmen Sie die Dinge mit Humor.
- Stärken Sie das Selbstvertrauen der hörgeschädigten Person.
- Versichern Sie sich, dass der hörgeschädigte Gesprächspartner verstanden hat, was Sie gesagt haben.
Quelle: www.hoerberatung.at




