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Über Stock & Stein

Ob Anfänger oder Bergfex: Wandern eignet sich für jeden, der Spaß an der Bewegung in freier Natur hat. Es ist gut für die Gesundheit und bringt Körper und Seele wieder in Einklang.


Foto: fotolia

Gehen ist die wohl einfachste Fortbewegungsart des Menschen, und doch so vielseitig: Ob ein flotter Spaziergang nach der Arbeit, eine ausgedehnte Wanderung im Grünen oder Bergsteigen in den Alpen – dem Wandervergnügen steht, wenn überhaupt, nur der innere Schweinehund im Weg. Wandern kann man überall, zu jeder Jahreszeit und es eignet sich für Einsteiger und Fortgeschrittene genauso wie für Alt und Jung. Noch Aus­reden?

Gesund durch Wandern

Regelmäßiges Wandern oder flottes Gehen bzw. Walking ist das ideale Herz-Kreislauf-Training und bringt noch weitere positive Effekte mit, weiß Sportwissenschafterin Mag. Eva Lojka: „Durch Wandern wird vor allem die Ausdauer verbessert und die Rumpf- und Beinmuskulatur gekräftigt. Außerdem werden Koordination und Gleichgewicht durch Wanderungen über ‚Stock und Stein‘ geschult. Dies ist eine optimale Sturzprävention für den Alltag.“ Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes kann man durch regelmäßiges Wandern ebenfalls vorbeugen. Optimale Trainingseffekte werden mit einer moderaten Belastung erzielt: „Das heißt, dass man sich beim Gehen gerade so anstrengt, dass man sich noch unterhalten kann, ohne außer Atem zu kommen. Ist man zu schnell unterwegs, kann man das Herz-Kreislauf-System überanstrengen und erhöht außerdem das Sturzrisiko“, erklärt Lojka. Ein flotter Spaziergang, eine Wanderung am Wochenende oder viele kurze Gehstrecken im Alltag sind als Ziel ein guter Anhaltspunkt.

Für wen geeignet?

Wandern eignet sich für jeden, der gerne in der freien Natur unterwegs ist. Durch Dauer und Strecke einer Wanderung kann man gut variieren und findet so für jeden die perfekte Tour. Für Einsteiger gilt: Mit kürzeren Routen starten, genügend Zeit einplanen und dann kontinuierlich den Schwierigkeitsgrad steigern. „Liegen gesundheitliche Probleme vor, ist es ratsam, erst einen Arzt aufzusuchen. Bei Kniebeschwerden, die vor allem beim Bergabgehen Probleme machen können, helfen Wanderstöcke, um die Belastung abzudämpfen. Oder man nimmt die Gondel, um wieder ins Tal zu kommen“, rät die Sportwissenschafterin.

Vorbereitung & Ausrüstung

Das wichtigste Utensil beim Wandern ist geeignetes Schuhwerk. Bei einem Spaziergang oder einer Wanderung in der Ebene reichen feste Sportschuhe oder spezielle Walking-Schuhe. Bei Wanderungen in steileren Gefilden sollte der Schuh über den Knöchel gehen und ein rutschfestes Profil haben. Stöcke mit Handschlaufe geben Halt und schonen die Gelenke. In einen kleinen Wanderrucksack sollte nur das Nötigste eingepackt werden: Trinkflasche, Proviant, Regen- oder Allwetterjacke, Wanderkarte, Sonnenbrille und -creme, Kopfbedeckung, Handy für Notfälle und eine Mini-Apotheke mit Blasenpflaster, Taschentücher und Co. Erkundigen Sie sich im Vorhinein über die Wetterlage, die genaue Route und die Zeit, die Sie brauchen werden. Planen Sie regel­mäßige Pausen ein. Und vor allem: viel trinken! Sind Sie mit Kindern unterwegs, dann sollte der Spaß an erster Stelle stehen: Pausen zum Spielen, Erholen und zum Natur-Entdecken laden die Batterien der Kleinen im Nu wieder auf.

Körper & Seele im Einklang

Beim Wandern in der freien Natur kann man wunderbar von Alltag und Sorgen abschalten oder Gedanken neu ordnen. Durch die monotone Bewegung kommt man in einen tranceähnlichen Zustand, in dem man ganz bei sich und der Natur sein kann. An der Universität Salzburg konnte man mit einer Studie außerdem nachweisen, dass regelmäßiges Wandern gegen Depressionen hilft. Wandern ist wie eine Therapie, bei der uns die Natur wieder auf die wesentlichen Dinge des Lebens aufmerksam macht. Ganz egal, ob man dafür den Großglockner oder einen der Hausberge in der Umgebung bezwingt oder den nahen Wald durchstreift: Um sich selbst auf die Spur zu kommen, braucht es nicht viel – nur ein Paar Schuhe und offene Augen.

Tipps

  • Im Notfall den Bergrettungsnotruf bzw. Alpinnotruf 140 wählen, den Unfall und den möglichst genauen Ort schildern (wer, was, wo, wie viele, wann?). Danach Ruhe bewahren, den Anweisungen folgen und am Unfallort auf die Rettungskräfte warten. Und: Einen Verletzten nicht alleine lassen.
  • Familienfreundliche Strecken: Gut ausgetestete Wanderrouten für die ganze Familie in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und teilweise kinderwagentauglich bieten die 30 Wanderwege der Initiative »Tut gut!«. Dazu gibt es auch einen Sammelpass, wer teilnimmt, kann schöne Preise gewinnen. Karten, Sammelpass und weitere Informationen: www.noetutgut.at oder Tel.: 02742/22655
  • Nostalgie-Express Leiser Berge: Verbinden Sie eine Wanderung im Naturpark Leiser Berge mit der Fahrt mit einer schnaufenden Dampflokomotive! Jeden Samstag, Sonn- und Feiertag verkehrt der Nostalgie-Express zwischen Wien Praterstern und Ernstbrunn mit vielen Zustiegsmöglichkeiten.

Informationen & Buchung: ÖBB Erlebnisbahn, Tel.: 0664/6178036 oder www.erlebnisweltbahn.at

Wer regelmäßig geht:

  • trainiert die Ausdauer
  • erhöht die allgemeine Leistungsfähigkeit
  • schult Koordination und Gleichgewicht
  • hält die Gelenke in Schwung
  • kann besser abschalten und entspannen
  • beugt Bluthochdruck und Diabetes vor