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Lass es rollen!

Inlineskating hat sich vom Trend zu einer hochwertigen Sportart entwickelt. Es verbessert die Koordination und trainiert Ausdauer sowie Herz-Kreislauf-System. Bei fehlenden Grundfertigkeiten kann der Fahrspaß aber schnell gebremst werden. Richtiges Bremsen will daher unbedingt gelernt sein.


Foto: fotolia

Wie auf einer Welle dahingleiten, und das ohne Kraftaufwand. Den Fahrtwind spüren und die Freiheit auf acht Rollen genießen. Das ist der große Reiz des Inlineskatings. „Wenn man mit der optimal getimten Technik dahinrollt, spürt man eigentlich gar nicht, wie schnell man ist“, beschreibt Elisabeth Schrenk die besondere Faszination dieser Sportart. Und sie weiß, wovon sie spricht: Vom Städtemarathon bis hin zum Downhill-Bewerb in der Bobbahn hat die österreichische Grande Dame des Speedskatens alles, was dieser Sport an Disziplinen zu bieten hat, höchst erfolgreich in Angriff genommen. Der Weltmeistertitel aus dem Jahr 2001 ist zwar mittlerweile Geschichte und die aktive Karriere längst beendet, aber die große Liebe zum Skaten ist Speedqueen Lisi Schrenk bis heute geblieben. Nun fördert sie den heimischen Nachwuchs und vermittelt Einsteigern die Grundbegriffe des Skatens. Diese sind auch unbedingt notwendig, will man auf den Rollen halbwegs sicher unterwegs sein. Nur dann wird man auch die Faszination des Sports so wirklich nachvollziehen können.

Nicht bei den Schuhen sparen

Grundvoraussetzung fürs Fahrvergnügen ist die richtige Ausrüstung. Dazu gehören geeignete Skates und die passende Schutzausrüstung samt Helm. „Wichtig ist, dass man Schuhe und Schützer probieren kann“, empfiehlt Elisabeth Schrenk. Die Schuhe sollten vor allem einen guten Fersenhalt und eine gute Passform aufweisen.
Außerdem sollte man sich vor dem Kauf der Schuhe über das Einsatzgebiet der Skates im Klaren sein. Ist man etwa ein ambitionierter Langläufer und möchte Skaten als konditionelle Vorbereitung auf das Wintertraining nutzen, dann wird eine Bremse vermutlich stören. Will man mit den Skates herumtricksen und ein wenig springen, dann wird die Bremse ebenfalls hinderlich sein. Will man die Skates jedoch als alternatives Fortbewegungsmittel verwenden, um in der Stadt von A nach B zu gelangen, dann sollte eine Bremse nicht fehlen. „Ich habe am Anfang auch immer geglaubt, ich muss mit meinen Speedskates durch die Stadt ziehen, aber das ist eigentlich vollkommener Blödsinn, weil man einfach nie wirklich stehenbleiben kann. Mit der Bremse braucht man viel weniger Spurbreite und man kann relativ rasch stehenbleiben, ohne die Fußgänger zu behindern“, weiß die Skate-Expertin aus Erfahrung.
Um das Skaten richtig genießen zu können, sollte man keinesfalls an der falschen Stelle sparen. „Alles, was regulär unter 100 Euro kostet, muss man sich genau anschauen“, warnt Schrenk vor Schnäppchen aus dem Supermarkt. Billigprodukte sind meist eher Spielzeug als taugliches Sportgerät. Auch wenn ein Skate mit dem besten Kugellager lockt: Sind die Rollen schlecht, Kunststoffschiene bzw. Kunststoff­spacer integriert, was bei billigen Skates oft der Fall ist, dann wird auch die hohe Fertigungsqualität des Lagers nichts nützen und man mit den Schuhen keine Freude haben. „Gute Rollen sind im Vergleich zum Schuh wesentlich teurer“, weist Schrenk darauf hin, dass ein Nachrüsten der Rollen bei solchen Skates nur bedingt sinnvoll ist. Möchte man als Neueinsteiger aber nicht gleich in teure Schuhe investieren, weil man noch nicht sicher ist, ob Skaten überhaupt zur großen Leidenschaft werden kann, dann sollte man sich die Skates im Rahmen eines Schnupperkurses vorerst einmal nur ausborgen und erst dann zuschlagen, wenn klar ist, dass man die Sportart weiter betreiben möchte.

Schützen, aber richtig

Neben passenden Skates ist die Schutzausrüstung ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt. Einsteigern empfiehlt Elisabeth Schrenk die volle Montur – also Helm, Handgelenksprotektoren, Ellenbogen- und Knieschützer. Die Schützer sollten gut passen, aber auch genügend Bewegungsfreiheit ermöglichen und vor allem richtig getragen werden. Besonders wichtig ist das beim Handgelenksschutz. Schrenk: „Er muss richtig gut sitzen. Außerdem sollte man vermeiden darunter Schmuck, Armbänder oder Uhren zu tragen, weil das ein Bruchrisiko noch erhöhen kann.“ Auch die Passform der Knieschützer ist von großer Bedeutung und lässt sich beim Gehen leicht überprüfen. Rutschen die Schützer dabei gleich unter die Knie, dann Finger weg. Breitere Straps bieten besseren Halt als schmälere, am besten sind jene Protektoren, die einen ganzen Strumpf zum Hineinschlüpfen haben.
Neben der passenden Ausrüstung liegt es aber vor allem an der Technik, ob man zum eleganten Skater wird oder zum Bruchpiloten, der auf seinen Skates unsicher durch die Gegend watschelt. Um sich die Grundkenntnisse des Skatens anzueignen, empfiehlt es sich, einen Kurs zu belegen. Ohne hilfreiche Anweisungen von ausgebildeten Experten in Eigenregie herumzudoktern, wird in den meisten Fällen kläglich scheitern. Und vermutlich ziemlich schmerzhaft noch dazu.

Geradeausfahren ist nicht alles

Um weder sich noch andere zu gefährden, sollten Skater vorausschauend fahren können und gewisse Grundfertigkeiten beherrschen. Welche? „Sie sollten springen können – mit beiden Beinen wegspringen und auf allen acht Rollen sicher landen“, so die doch etwas überraschende Antwort der ehemaligen Weltklasseathletin. „Mit dem Test sehe ich, ob jemand das Gleichgewicht halten kann, auch wenn er außer Kontrolle kommt“, präzisiert Schrenk. Außerdem sollte man bis zu 20 Meter auf einem Bein gleiten können. „Dann ist gewährleistet, dass sich der Oberkörper während dem Gleiten in der richtigen Grundstellung nicht verdreht. Das macht schon viel aus.“
Und man sollte drei bis vier Varianten zum Stehenbleiben wissen – und natürlich auch anwenden können. „Man muss einfach wissen, was man im Notfall zu tun hat“, betont Elisabeth Schrenk. Denn ein Notfall kommt schneller, als man denkt. Hindernisse und Gefahren lauern auf Inlineskater nämlich an allen Ecken und Enden. Gehsteigkante rauf und runter, ein Kanaldeckel da, eine Baustelle dort, dann ein Kieselstein oder ein Riss im Asphalt. Von nassen Straßen – und hier vor allem extrem rutschigen Straßenmarkierungen – gar nicht zu sprechen. Kleinigkeiten, die schnell zum gefährlichen Stolperstein werden können, wenn man nicht gelernt hat, richtig zu reagieren.

Gleiten statt watscheln

Ausdauertraining ist erst sinnvoll, wenn man die richtige Technik dafür beherrscht, ansonsten werden sich Knie und Rücken mit Schmerzen lautstark zu Wort melden. „Wenn man den klassischen Abdruck mit einem Bein und die Gewichtsverlagerung nicht draufhat, dann geht Inlineskaten primär in den Rücken. Das sind dann die Leute, die mit beiden Beinen immer aktiv drücken – also nicht gleiten – und eigentlich ihre Powerbox, das heißt das imaginäre Abdrucksfeld, unbenützt lassen. Das kostet sie sehr viel Kraft und sie reduzieren dadurch immer ihre eigene Geschwindigkeit“, erklärt die erfahrene Inline-Trainerin. Eine lange Gleitphase und höhere Geschwindigkeiten, die ja den Reiz des Skatens ausmachen, haben sie so nicht.
Aber wie erkennt man, ob die Technik passt oder nicht? Mit einem einfachen Test: Kommt ein Skater von vorne auf einen zu, darf man bei der richtigen Technik nie die Fersen sehen. „Jemand, der gut fährt, drückt ab, zieht den Fuß nach hinten und die Fußspitze ist dabei immer parallel in Skaterichtung. Wenn die Fußspitzen-innenseite nach dem Abdruck zu sehen ist, dann ist das Timing falsch und dann sollte noch kein Ausdauertraining gemacht werden“, warnt
Elisabeth Schrenk vor verfrühtem sportlichen Ehrgeiz.

Training der Problemzonen

Beherrscht man aber die richtige Technik, dann steht einem Ausdauertraining nichts mehr im Wege. Mindestens zwei- bis dreimal pro Woche sollte man ein bis zwei Stunden lang seine Kilometer herunterspulen, um einen Trainingseffekt zu erzielen. „Wer regelmäßig skatet, der kann sich Bauch-, Bein-, Po-Stunden ersparen. Das sind genau die Komponenten, die man trainiert“, weiß Schrenk, die auch diplomierte und internationale Ausdauersporttrainerin ist. „Eine gute Zeit zum Fatburning liegt beim Skaten mit einem halbwegs schnellen Schritt so bei einer Stunde und 20 Minuten“, ergänzt sie. Um die Trainingseinheiten abwechslungsreicher zu gestalten, sollte man sowohl das Tempo (Intervalle) als auch die Strecke (Rundkurs) immer wieder variieren.
Pulsuhren, die im Ausdauersport schon seit langem State of the Art sind, halten auch in den Inlineskatesport vermehrt Einzug. „Aus meiner Sicht macht der Einsatz eines Herzfrequenz­gerätes nur Sinn, wenn sportwissenschaftliche Daten vorhanden und leistungsbestimmende Faktoren regelmäßig evaluiert werden“, stellt Schrenk klar.
Die richtigen Skates, die richtige Schutzausrüstung und die richtige Technik. Jetzt fehlt eigentlich nur noch eines: das richtige Wetter, das den Fitnesssport auf acht Rollen gleich noch einmal eine Spur attraktiver macht.

Die Expertin

Inlineskating ist in Österreich vor allem mit einem Namen verbunden: Elisabeth „Lisi“ Schrenk. Die gebürtige Wienerin krönte ihre höchst erfolgreiche Karriere (Marathon und Downhill) im Jahr 2001 mit dem Welt­meistertitel im Downhill. Zudem ist sie zweifache Vizeweltmeisterin, 13-fache Weltcupsiegerin, dreifache Europacupsiegerin und mehr als 100-fache österreichische Meisterin. In den Jahren 2001 bis 2003 gewann sie die Weltcup-Gesamtwertung mit dem internationalen Salomon-Team.
Die ehemalige Heeresleistungssportlerin ist mittlerweile Mutter einer achtjährigen Tochter und war acht Jahre Nationalteamtrainerin von Dänemark und ÖRSV-Sportkoordinatorin. Ihr Schützling Stefan Due Schmidt (DEN) kürte sich 2011 zum zweifachen Europameister, Tristan Ulreich (AUT) fuhr zu EM-Bronze im Marathon. Elisabeth Schrenk ist Diplomausdauersporttrainerin, seit 2008 im Organisationsteam des Wachaumarathons, war im Projektmanagement der SKI-WM in Schladming im Einsatz und ist gemeinsam mit Bahnradweltmeister Franz Stocher Initiatorin des erfolgreichen Tuesday Nightskatings in St. Pölten und Wiener Neustadt.
Informationen: www.skate-in-the-city.com

SKATEN IM SPORTLAND NIEDERÖSTERREICH

  • Tuesday Nightskating: Sie haben genug von Gehsteigen und Radwegen und wollen endlich einmal regulär auf der Straße fahren? Dann sollten Sie beim Tuesday Nightskating in St. Pölten oder Wiener Neustadt vorbeischauen. Egal ob jung oder alt, Hobbyskater oder ambitionierter Freizeitsportler – beim Nightskating sind alle herzlich willkommen. Auch jene, die selbst keine Skates besitzen, sich den Event aber nicht entgehen lassen wollen. Für sie gibt es einen gratis Skatesverleih, 100 Paar Skates stehen zur Verfügung.
    Drei verschiedene Routen in St. Pölten und zwei in Wiener Neustadt werden die Skater von Mitte Mai bis Mitte September im Zwei-Wochen-Rhythmus in Angriff nehmen. Der Startschuss zur Veranstaltungsreihe fällt am 14. Mai in Wiener Neustadt, Abfahrt um 19:30 Uhr bei der Arena Nova. Die erste Ausfahrt in St. Pölten geht in der Woche darauf am 21. Mai in Szene, Ausgangs- und Endpunkt ist der Klangturm im Regierungsviertel, Abfahrt ist ebenfalls um 19:30 Uhr. Ab dann wird alle 14 Tage geskatet.
    Informationen zu den einzelnen Routen und zu den Terminen gibt es unter
    www.sportlandnoe.at
  • Obergrafendorf: Seit 2010 gibt es in Obergrafendorf nahe St. Pölten direkt an der Pielach eine 200-Meter-Bahn mit erhöhten Kurven, die dem internationalen Standard entspricht. Die Bahn dient den heimischen Speedskatern als Trainingszentrum, ist aber auch für sämtliche Hobbyskater frei zugänglich.

Kleine Materialkunde

  • Schuhe: Bei den Inlineskates unterscheidet man Modelle mit Hartschale und Innenschuh (= Hardboots) und sogenannte Hybrid-Skates, die ein Mittelding zwischen Hard- und Softboots darstellen. Reine Softboots gibt es beim Inlineskaten mittlerweile nicht mehr, weil sie dem Fuß nicht ausreichend Halt bieten. Hartschalenschuhe werden vor allem im Stuntbereich verwendet, für Fitnesszwecke sollte man auf jeden Fall zu Hybrid-Skates greifen. Sie bestehen aus einem bequemen Boot, der im Knöchel- und Sprunggelenksbereich eine Hartplastikverstärkung aufweist, die das seitliche Umknicken verhindert. Speed Skates sind speziell für den Rennsport entwickelte Skates, die wegen ihrer Konstruktion höhere Geschwindigkeiten ermöglichen. Sie unterscheiden sich von Fitness-Skates durch die leichte Bauweise (Material: Carbon oder Leder), eine geringe Schafthöhe, eine längere Schiene und den großen Durchmesser der Rollen. Für Kinder gibt es Skates, die mitwachsen – diese lassen sich ganz leicht um bis zu vier Nummern verstellen.
  • Rollen: Beim Stunt-Skaten verwendet man kleine Rollengrößen von 44 bis 66 mm, für den normalen Fahrspaß greift man am besten zu Rollen mit einer Größe von 76 bis 100 mm, beim Speedskaten sind die Rollen bis 110 mm groß. Je größer die Rolle ist, desto schneller ist der Inlineskate und desto höher wird die Laufruhe des Schuhs. Die Wendigkeit des Inlineskates lässt jedoch mit zunehmender Größe der Rollen nach. Je kleiner die Rollen sind, umso wendiger und lauter wird der Inlineskate. Kleine Rollen können schneller beschleunigt werden, haben aber nicht so eine hohe Endgeschwindigkeit wie große Rollen. Die Rollenhärte wird mit einer Zahl und einem A gekennzeichnet. Bei Fitness- und Speedskates liegt der Wert zwischen 78A und 91A. Je geringer die Zahl, umso härter sind die Rollen. Auf sehr glatten Oberflächen (z. B. glatten Hallenböden) bevorzugt man härtere Rollen, bei rauer Ober­fläche (z. B. Straßen) sollten weichere Mischungen eingesetzt werden – natürlich auch abhängig vom eigenen Körpergewicht. Für Rollen um 80 mm ist eine Härte von 82A oder 83A empfehlenswert.
  • Kugellager: Die Qualität eines Lagers wird daran gemessen, wie genau es gefertigt wurde. Dies erfährt man aus der ABEC-Zahl. ABEC ist eine US-Norm und die Abkürzung für Annular Bearing Engineers Committee. Sie legt die Genauigkeitsklasse für Maß, Form und Lauf fest. Je höher die ABEC-Zahl ist, umso genauer sollte das Lager gefertigt sein und umso ruhiger laufen. In aufsteigender Qualität wird marktüblich unterschieden zwischen ABEC 1, ABEC 3, ABEC 5, ABEC 7 und ABEC 9. Der Unterschied zwischen den Lagern ist jedoch so gering, dass der Normalverbraucher ihn gar nicht spürt.
  • Schmierung: Für die Schmierung der Lager hat sich Lagerfett aus dem Kraftfahrzeugszubehör bewährt. Es ist haltbar und wasserfest. Ambitionierte Freizeit- und Speedskater bevorzugen hingegen ölgeschmierte Lager, die deutlich leichter laufen als fettgefüllte Lager und nicht eingefahren werden müssen.
  • Spacer: Spacer sind jene Platzhalter, die in der Rolle zwischen den Lagern liegen. Sie dienen dazu, dass die Lager auf ihrer Position bleiben und unterstützen eine günstige Druckverteilung. Die Spacer, die im gehobenen Fitness- und Speedbereich eingesetzt werden, bestehen aus Aluminium. Spacer aus Plastik sind zwar günstiger, aber kaum hitzebeständig, nicht formstabil und von kurzer Lebensdauer, und deshalb auch nicht empfehlenswert.

Tipps & Tricks für Einsteiger

  1. Sturztechnik: Aus der Grundstellung zuerst auf beide Knie fallen lassen. Dabei auf gute Körperspannung achten und mittels der Hand­gelenksschützer die Handflächen mit ausgestreckten Fingern als zweiten Kontaktpunkt wählen. Erst danach kommen die Ellenbogenschützer zum Einsatz.
  2. Aufstehen: Ausgangsposition ist der Kniestand. Ein Bein aufstellen – und zwar mit der Ferse zum anderen Knie stellen, das sich noch am Boden befindet. Beide Hände auf das Knie des aufgestellten Beines stützen und mit einem Schwung in die aufrechte Haltung kommen.
  3. Startposition: Die Füße werden im Stand in eine leichte V-Position gebracht, ein Fuß ist dabei leicht nach vorne versetzt. Hierbei kommt es darauf an, die Skates so zu positionieren, dass ein Winkel entsteht, um sich in Bewegung zu setzen sowie die Richtung und die Geschwindigkeit zu bestimmen.
  4. Bremsen: Beim Inlineskating stehen mehrere Bremstechniken zur Auswahl.
  • Schneepflugbremse: Bei dieser Bremsvariante bilden die Skates ein nach hinten geöffnetes V. Die Skates in eine relativ weite Grätschstellung auseinander laufen lassen, dann mit den Zehenspitzen leicht nach innen steuern und verstärkten Druck auf die Fersen (= hintere Rollen) ausüben. Die Rollen beginnen in dieser Stellung zu rutschen und erzeugen die gewünschte Bremswirkung. Während des gesamten Bremsvorgangs werden nur die Innenkanten der Rollen belastet. Wichtig ist, das Gleichgewicht zu halten (für Fortgeschrittene).
  • Heel-Stop (Stopperbremse): Er gehört nicht zu den leichtesten Bremsvarianten, ist aber sehr platzsparend und in der Ausführung leicht zu dosieren. Um zu bremsen, das Bein mit dem Stopper (= rechtes Bein) in eine Schrittstellung nach vorne schieben und die Zehenspitzen des vorderen Fußes langsam anheben, bis die Bremse den Boden berührt. Danach den Schwerpunkt über dem hinteren Fuß ein wenig absenken. Diese Bremsvariante sollte man in einer verstärkten Grundstellung durchführen.
  • Einbeinige Kniebremse: Ein Knie kontrolliert so absenken, dass es sich auf gleicher Höhe mit der ersten Rolle des anderen Skates befindet. Das Sprunggelenk des abgesenkten Beines so abbiegen, dass der Schuh auf der vordersten Rolle geradeaus mitläuft. Um stehenzubleiben, den Bremsdruck auf den Knieschoner erhöhen.
  • T-Stop: Das Gewicht auf ein Bein (= Standbein) verlagern und die Balance halten, um das entlastete Bein (= Bremsbein) im rechten Winkel hinter dem Standbein zwischen zweiter und dritter Rolle aufsetzen zu können. Alle vier Rollen gleichmäßig belasten. Der Abstand zwischen den Beinen bestimmt das Ausmaß der Bremswirkung und kann durch ein stärkeres Abwinkeln des Standbeines erzielt werden. Diese Bremstechnik ist bei Personen mit Seitenbandverletzungen im Knie oder Leistenproblemen nicht empfehlenswert, da der Druck bei exakter Bewegungs­ausführung zu stark sein kann. 
  • Spin-Stop (Halbmondbremse): In der Schrittstellung gleiten, das Gewicht auf das vordere Bein verlagern und den hinteren Skate auf die vorderste Rolle stellen. Den Oberkörper verdrehen und gleichzeitig den hinteren Skate in eine möglichst offene V-Stellung (Ferse zeigt zu Ferse) bringen und gegen die Fahrtrichtung aufsetzen. Die Drehung mit verstärktem Druck auf die Innenkanten beenden. Der ausreichende Abstand zwischen den Fersen erleichtert den Spin-Stop.
  • Rasen-Stop: Auf den Rasen zufahren, die Knie beugen und den Oberkörper nach vorne neigen. Einen Fuß vorschieben zu einer leichten Schrittstellung und bis zum Stillstand ausrollen.