Sonne ohne Reue
Viele zieht es im Sommerurlaub wieder an den Strand und ans Meer, um Sonne und Kraft zu tanken. Denken Sie an den ausreichenden Schutz und Pflege für Ihre Haut – für sich und Ihre Liebsten.
Sonne gibt Kraft. Sie regt den Körper an, Hormone und lebenswichtige Aufbauvitamine zu bilden. Sie aktiviert die Lebenslust, kurbelt den Kreislauf an und erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut. Der menschliche Körper braucht UV-Licht, um Vitamin D zu bilden, das er vor allem für die Entwicklung und Festigkeit der Knochen braucht. Um diese positiven Aspekte zu genießen, muss man allerdings nicht in der Sonne braten. „Dafür reichen zweimal wöchentlich etwa 15 Minuten an der frischen Luft“, weiß Prim. Univ.-Doz. Dr. Robert Müllegger, Vorstand der Abt. Dermatologie im LK Wiener Neustadt, und mahnt zu einem vorsichtigen Umgang mit der Sonne: „Es ist erwiesen, dass zu viel Sonnenlicht nicht nur Hautkrebs auslösen kann, sondern auch die Haut schneller altern lässt. Sie verliert an Festigkeit und Straffheit; es kommt zu schlaffem Bindegewebe und tiefen Falten. Sie müssen nicht ganz auf die Sonne verzichten, aber ein vernünftiger Umgang tut not.“
Der optimale Sonnenschutz
Vernünftiger Umgang heißt vor allem, sich seinem Hauttyp entsprechend zu verhalten und die Eigenschutzzeit der Haut beachten (siehe Kasten). Wichtig ist hochwertige Sonnenkosmetik, die sowohl vor UVB- als auch vor UVA-Strahlen schützt, und keine Duft- und Konservierungsstoffe enthält, vor allem bei Kindern nicht, da deren Haut viel sensibler reagiert. Lassen Sie sich vom Fachmann, von der Fachfrau beraten, wenn Sie unsicher sind, welches das für Sie geeignete Produkt ist. Bei beispielsweise fetter Haut eignet sich eher ein Gel oder ein Fluid. Vor allem für Männer, sogenannte „Crememuffel“, gibt es Mittel, die nicht fetten, z. B. Sprays.
Auch Kopfschutz gehört zum Sonnenschutz dazu: Tragen Sie immer einen Kopfschutz, besonders bei schütterem Haar und Glatze. Zur Pflege danach gibt es spezielle rückfettende Shampoos, die den Haaren wieder Nährstoffe zurückgeben, damit sie nicht spröde werden.
Denken Sie auch an einen ausreichenden Schutz der Lippen. Zusätzlich empfiehlt es sich, gleich an juckreizstillende oder örtlich betäubende Mittel für die Hautoberfläche zu denken. Es gibt auch Mittel, die besonders wirksam gegen Insektenstiche sind – zur Vorbeugung und Behandlung.
Schöne Bräune
Vom Vorbräunen im Solarium rät Dermatologe Müllegger ab: „Das ist genauso schlecht wie die direkte Sonneneinstrahlung selbst.“ Der Experte rät dazu, sanft und langsam zu bräunen: „Auch wenn Sie mit einem hohen Lichtschutzfaktor cremen, werden Sie braun. Zwar langsamer, aber dafür hält die Bräune länger.“ Außerdem sollten Sie die Mittagssonne meiden. Als Faustregel gilt: Ist der Schatten kürzer als man selbst, dann raus aus der Sonne! Und bedenken Sie, dass Sie auch unter dem Schirm noch genug Sonne abkriegen, etwa 40 Prozent.
Pflege nach dem Sonnenbad
Nach dem Sonnenbad braucht Ihre Haut reichlich Pflege: Greifen Sie zu speziellen After-Sun-Produkten, die die Haut mit allen notwendigen Nährstoffen versorgen. Sollten Sie trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Sonnenbrand haben, rät Hautarzt Müllegger zu kühlenden Cremes, vorzugsweise mit Cortinsoninhaltsstoff, die den Schmerz lindern und die Haut wieder „versöhnlich“ stimmen. „Auch die Einnahme von Acetylsalicylsäure kann helfen. Jedoch nicht bei Kindern anwenden, hier gibt es eigene entzündungshemmende Mittel.“
Sechs Tipps für den Sonnenurlaub
- Packen Sie gute Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckung, Sonnenbrillen und Strandkleidung in den Urlaubskoffer.
- Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam und stufenweise an die Sonnenbestrahlung.
- Meiden Sie direkte Sonnenbestrahlung vor allem zwischen 11 und 15 Uhr.
- Tragen Sie Sonnenschutzmittel immer eine halbe Stunde vor dem Sonnenbaden auf.
- Verwenden sie beim Baden wasserfeste Sonnencremes, und cremen Sie sich danach wieder ein.
- Schützen Sie Ihre Kinder besonders: Sie brauchen mindestens Lichtschutzfaktor 30 oder Sunblocker. Cremen Sie sie häufig ein. Ein Sonnenhut und ein helles T-Shirt ergänzen die Schutzmaßnahmen.






