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Schnupfnase ade!

Kaum hat die Schule begonnen, schickt die kalte Jahreszeit schon ihre Vorboten. Doch was hilft wirklich, wenn Kinder erkältet sind? Wie kann man vorbeugen? Und ab wann sollte man zum Kinderarzt?


FOTO: Felicitas Matern

Husten, Schnupfen und Halsweh sind bei Kindern oftmals lästige Begleiter durch Herbst und Winter. Das liegt daran, dass sich Kinder im Schnitt häufiger verkühlen als Erwachsene – ihr Immunsystem ist noch nicht stark genug. Vor allem im Kinder­garten- und Vorschulalter gibt es immer wieder kleine Schnupfnasen. Meistens verschwindet so eine Erkältung aber genauso schnell, wie sie gekommen ist. Doch manchmal sollte man den Arzt zu Rate ziehen, zum Beispiel wenn aus einem normalen Husten eine eitrige Angina wird.

Kleines Erkältungs-ABC

Eine Verkühlung ist eine Virusinfektion der oberen Atemwege: Die Symptome umfassen etwa Schnupfen, Halsweh, Ohrenschmerzen, Husten und manchmal auch Fieber. Kalte Finger, Zehen, Nase und Ohren, Stress und ein geschwächtes Immunsystem begünstigen eine Infektion. Prim. Univ.-Doz. Dr. Erwin Hauser, Leiter der Abteilung für
Kinder- und Jugendheilkunde am Landesklinikum Mödling, erklärt: „Die Viren werden mittels Tröpfcheninfektion übertragen. Sie befinden sich in der Luft und werden eingeatmet. Kinder können sich außerdem über Spielsachen, Taschentücher oder ungewaschene Hände infizieren.“ Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) liegen etwa zwei bis fünf Tage. Im Gegensatz zu einer Virusinfektion gibt es auch Infektionen mit Bakterien. „Bakterien können
eine Kinderkrankheit wie Scharlach auslösen. Eine genaue Diagnose kann nur der Arzt mittels Blut­untersuchung stellen“, sagt Hauser. Eine bakterielle Infektion kann sich sozusagen über eine Virus­infektion „darüberlegen“ – dann wird aus einem herkömmlichen Schnupfen plötzlich eine Nasennebenhöhlenentzündung.

Ab wann zum Arzt?

Vielleicht kennen Sie den Spruch: „Eine Erkältung dauert mit Medikamenten sieben Tage und ohne eine Woche“. Dies gilt im Allgemeinen für Erwachsene, da es gegen Virusinfektionen keine Medikamente gibt – der Körper muss damit selbst fertig werden. Bei Kindern ist diese Zeit allerdings verkürzt und dauert nur rund drei Tage. Ist danach keine Besserung in Sicht, sollte man auf jeden Fall den Kinderarzt aufsuchen. „Verschlechtert sich der Allgemeinzustand des Kindes, wenn es etwa zu wenig Luft bekommt oder man es schwer wecken kann, dann sollte man unbedingt früher zum Arzt“, rät Hauser, und: „Vor allem Hautveränderungen jeglicher Art und hohes Fieber sind Anzeichen, dass nicht nur eine harmlose Erkältung vorliegt. Bei Notfällen kann man auch in die Kinderambulanz – 24 Stunden rund um die Uhr.“
Bei einer herkömmlichen Erkältung kann man allerdings schon einiges tun, damit die Symptome leichter zu ertragen sind. Hier kann man vor dem Gang zur Apotheke oder zum Arzt allerdings ruhig auf bewährte Hausmittel greifen.

Hausmittel oder Medikamente?

Bei viralen Infektionen muss der Körper selbst kämpfen. Er kann dabei nur unterstützt werden, etwa durch Hausmittel (siehe Infobox) oder durch leichte Schmerzmittel. „Es gibt eine Bandbreite von Schmerzmitteln in Zäpfchen- oder flüssiger Form, die zugleich entzündungshemmend und fiebersenkend sind. Wenn das Kind unter den Erkältungssymptomen sehr leidet, rate ich, solche Medikamente auch zu verwenden. Diese lindern die Symptome – mit dem Virus an sich muss der Körper sowieso selbst fertig werden“, rät Kinderarzt Hauser, warnt aber vor zu schnellem Einsatz von Antibiotika bei bakteriellen Infektionen: „Antibiotika sollten nur gegeben werden, wenn es notwendig ist. Der Körper ist in der Folge nämlich anfälliger für eine weitere Infektion.“
Damit es erst gar nicht zu einer Verkühlung kommt, kann man auch vorbeugend einiges tun: Viel Bewegung an der frischen Luft, spielen und toben, Sport machen und eine gesunde, saisonale und abwechslungsreiche Ernährung sind die Voraussetzungen für ein starkes Immunsystem. Und genug Flüssigkeit – am besten Wasser, ungesüßte Tees und stark verdünnte Säfte.
Und: „Erziehen Sie Ihre Kinder nicht zu steril, auch so werden die Abwehrkräfte ganz natürlich gestärkt“, rät Hauser. So sind Sie und Ihr Kind für die kalte Jahreszeit bestens gerüstet!

Erste Hilfe bei Erkältungen

  • nViel trinken: Die erste Regel lautet: Viel trinken, damit der Körper den Flüssigkeitshaushalt, den er durchs Schwitzen bei Fieber verliert, wieder ausgleicht. Dafür eignen sich am besten Wasser, stark verdünnte Fruchtsäfte oder ungezuckerter Tee.
  • Essen nach Belieben: Es bringt nichts, wenn Sie Ihr Kind zum Essen zwingen. Es sollte das essen, worauf es Lust hat, und vor allem wann und so viel es möchte. Kinder wissen oft instinktiv, was für sie gut ist.
  • Nicht zu warm, nicht zu kalt: Auch bei der Kleidung oder der Bettdecke sollte man dem Bedürfnis des Kindes nachgeben. Wenn das Kind anfiebert, will es der Körper meist warm haben, wenn das Fieber runtergeht, dann ist dem Kind heiß und es will abgedeckt sein. Also nicht zusätzlich zudecken und zu viel anziehen.
  • Hausmittel: Es gibt eine Reihe von Hausmitteln, die die Symptome lindern können. Inhalieren hilft, dass der Schleim in Rachen und Nase verdünnt wird und leichter abfließen kann. Ein Luftbefeuchter oder feuchte Tücher im Kinderzimmer lindern das Kratzen im Hals und helfen, den Husten zu stillen. Wadenwickel oder Essigpatscherl kühlen den Körper und wirken fiebersenkend. Gurgeln mit Salz­wasser oder Salbeitee hilft gegen Halsschmerzen.

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