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Schau auf deine Augen, Kleines!

Vorsorge für unser vielleicht wichtigstes Sinnesorgan – die Augen – tut für alle not. Nehmen Sie sie ernst, denn rechtzeitig erkannt können viele Erkrankungen des Auges gut behandelt werden.


FOTO: fotolia

Wussten Sie, dass der Prozess, der letztlich zur Alterssichtigkeit führt, bereits von Kindesbeinen an einsetzt, doch erst etwa ab dem 40. Lebensjahr Beschwerden macht? Dann nämlich, wenn die meisten von uns beginnen, Zeitungen und Bücher immer weiter weg vom Auge zu halten, damit sie sie doch noch lesen können. Während die Kurzsichtigen unter uns oft erstaunt bemerken, dass sie ihre Brille abnehmen müssen – oder können –, wenn sie Kleingedrucktes lesen wollen.

„Bei der Alterssichtigkeit handelt es sich um einen fortschreitenden Elastizitätsverlust des Auges. Heute gibt es mehrere etablierte Verfahren, um ihn auszugleichen. Die modernste Korrekturmöglichkeit auf dem Brillensektor ist die Gleitsichtbrille, die auch für die meisten Menschen die optimale Lösung ist“, erklärt der Facharzt für Augenheilkunde und Optometrie, Dr. Peter Gorka aus St. Pölten, der auch weiß, dass die Schärfe einer solchen Brille meist etwa zwei bis drei Jahre lang „passt“.

Neue Verfahren zur Korrektur

„Seit einigen Jahren gibt es besondere Fortschritte auf dem Gebiet der Kontaktlinsen, sodass heutzutage weder die Träger von kleinen formstabilen noch von weichen Kontaktlinsen auf die Korrektur der Alterssichtigkeit verzichten müssen“, berichtet Gorka weiter, und weist darauf hin, dass es operative Verfahren gibt, bei denen spezielle Linsen ent­weder ins Auge oder in die Hornhaut implantiert werden. Dies ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Weiters kann man mit Laser beide Augen unterschiedlich korrigieren, doch das Gehirn muss dabei umlernen, und nicht alle Menschen können sich an diese besondere Form des Sehens gewöhnen. „All diese Verfahren sind heute durchaus etablierte Korrekturmethoden, allerdings erfordert ihre Anwendung umfassende Voruntersuchungen und sie sind nicht für alle Menschen geeignet“, so das Resümee des Facharztes, der auch betont, wie wichtig regelmäßige Augenvorsorge für uns alle ist.

Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen!

Experten empfehlen ab dem 40. Lebensjahr alle zwei Jahre eine entsprechende Kontrolle, ab dem 60. Lebensjahr jährlich. Dabei wird eine genaue Sehschärfenbestimmung sowie eine Bestimmung der Brechkraft der Augen vorgenommen, weiters eine Augendruckmessung, eine mikroskopische Untersuchung des vorderen Augenabschnitts (insbesondere der Hornhaut und Pupille) und eine eingehende Inspektion des Augenhintergrundes. Zudem wird – wenn notwendig – eine Gesichtsfeldunter­suchung und eine Dickenmessung der Netzhaut durchgeführt. „So kann der Augenarzt unter anderem auch erkennen, ob eine der
großen Altersaugenerkrankungen – nämlich Grüner Star, Grauer Star und Makuladegeneration – vorliegt“, erklärt Gorka.

Grüner und Grauer Star

Der Grüne Star ist eine heimtückische Durchblutungsstörung, die den Sehnerv lange ohne Symptome schädigt. Rechtzeitig entdeckt kann er aber sehr gut mit augendrucksenkenden Augentropfen zur Durchblutungsförderung behandelt werden. „Entscheidend ist hier die Früherkennung und -behandlung – im Gegensatz zum heimtückischen Grauen Star (Katarakt), der oft lange unbemerkt bleibt, aber unweigerlich zu einer Verschlechterung des Sehvermögens führt. Hier warten wir zu, bis die Trübung der Linse Beschwerden macht, erst dann kann der Graue Star durch eine Operation geheilt werden“, weiß der Experte.

Gefürchtete Makuladegeneration

So gut der Graue und der Grüne Star zu behandeln sind, so schwierig gestaltet sich häufig die Therapie der gefürchteten Makuladegeneration, von der in Österreich rund 30 Prozent der über 70-Jährigen betroffen sind. Menschen mit dieser Erkrankung nehmen im Anfangsstadium oft Verzerrungen regelmäßiger Muster wahr, in den Endstadien treten die Sehstörungen als kleiner oder größerer grauschwarzer Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes in Erscheinung.
Experten unterscheiden die häufigere trockene und die feuchte Makuladegeneration. Augenarzt Gorka: „Bei der trockenen Makula­degeneration handelt es sich um eine degenerative Verdünnung der Netzhautmitte, die im fortgeschrittenen Stadium zu Gefäßneubildungen an der Netzhaut führen kann, was dann zu einer sehr raschen Verschlechterung des Sehvermögens bis hin zum Verlust des Lesevermögens führt. Diese Erkrankung ist leider bis heute nicht heilbar.“
Behandelbar ist hingegen die feuchte Makuladegeneration, bei der die Sehbeeinträchtigung innerhalb sehr kurzer Zeit auftritt. Hier muss der Facharzt beurteilen, ob zur Vorbeugung hochdosierte Vitamine sinnvoll sind oder die Gefäßwucherungen – im Frühstadium – durch die Injektion von Medikamenten in den Augapfel wieder zum Rückgang gebracht werden können, sodass das Lesevermögen erhalten bleibt.  

Was Sie selbst tun können

Fragt sich noch, ob wir selbst etwas dazu tun können, um unsere Augen so lange wie möglich gesund halten zu können. Gorka sagt Ja: „Neuere Studien zeigen auf, dass vor allem pflanz­liche Fette, ungesättigte Fettsäuren und buntes Gemüse sehr wichtig für die Gesundheit der Netzhaut sind. Und: Die meisten degenerativen Augenerkrankungen treten bei Rauchern deutlich häufiger auf als bei Nichtrauchern.“ Legen Sie also den Glimmstängel für immer beiseite und sorgen Sie so für die Gesundheit Ihres vielleicht wichtigsten Sinnesorgans, denn schon der deutsche  Dramatiker und Schriftsteller Gerhart Hauptmann wusste: „Die Augen reden mächtiger als die Lippen.“