Raus in die Natur! Jetzt!
Wandern ist für Ihre Gesundheit ein echter Jackpot. Die 25 »tut gut«-Wanderwege in Niederösterreich bieten ideale Startbedingungen für Anfänger und Fortgeschrittene.
Wollen Sie etwas für Ihre Gesundheit tun, etwas wirklich Schönes, etwas, das sich nicht nach Leistungssport anfühlt, Ihr Herz glücklich und Ihre Seele frei macht? Und außerdem wirklich gut für Ihren Körper ist? Dann – ja, dann gehen Sie doch einfach wandern. Und damit Sie keine Angst haben müssen, sich zu verirren, in unwegsames Gelände zu kommen oder schließlich gar von der Bergrettung ein-gesammelt werden zu müssen, gibt es dafür ganz spezielle gut ausgeschilderte, mehrfach ausgetestete und familienfreundliche Routen nahe an Ihrer Haustür – die »tut gut«-Wanderwege der Initiative »Tut gut!«. Solche Routen gibt es in allen Regionen des Landes, und das meist in zwei bis drei Schwierigkeitsgraden, teilweise sogar kinderwagentauglich, und teilweise auch richtig anspruchsvoll.
Doch zuerst zu den gesundheitlichen Aspekte des Wanderns: Wandern hat die gleichen Benefits für Ihren Körper wie andere Ausdauersportarten, sagt Mag. Markus Walzel, Sportwissenschafter der Initiative »Tut gut!«: „Wenn Sie nach dem Motto unterwegs sind, ‚Laufen, ohne zu schnaufen‘, also im grünen Bereich, stärken Sie Ihr Herz-Kreislauf-System und Ihre Muskeln, schützen sich vor Osteoporose und stärken Ihr Immunsystem.“ Gerade das Wandern hat aber noch eine ganze Reihe anderer Vorteile, wie zum Beispiel das Naturerlebnis, diese sinnliche Ebene, die den ganzen Menschen anspricht, findet Walzel: „Sie erleben die Natur, die Landschaft, das Wetter, die Stille, sehen Pflanzen und Tiere – und tun damit viel für Ihr psychisches Wohlbefinden.“
Für gesunde Menschen wirkt Wandern wunderbar präventiv. Bei erkrankten Menschen kann das Wandern die Therapie unterstützen. Wandern wirkt sehr positiv auf die Psyche, das belegen verschiedene internationale Studien. Sie zeigen, dass Wandern das subjektive Wohlbefinden „um Welten verbessert“, dass Wanderer deutlich zufriedener, fitter und gestärkt heimkommen. Das lässt sich auch objektiv messen: Der Wert des Stresshormons Cortisol sinkt deutlich, der des Stimmungsmachers Noradrenalin steigt. Der Körper produziert Dopamin und Serotonin – „damit ist Wandern ein echter Stimmungsaufheller“, weiß Familienvater Walzel auch aus eigener Erfahrung. „Es ist für mich schlicht und einfach die beste Stressprophylaxe.“
Wenn Sie dann noch den Trainingseffekt für Ihren Körper dazurechnen – was hält Sie noch im Sessel? Steigern lassen sich diese positiven Faktoren nur noch durch gemeinsames Wandern mit lieben Menschen, durch das gemeinsame Erleben der Natur.
Sportwissenschafter Walzel rät, sich für den Anfang aus den gut dokumentierten »tut gut«-
Wanderwegen kleine Touren auszusuchen und das Pensum langsam zu steigern. „Holen Sie sich auch Informationen aus erster Hand von den »tut gut«-Wirten an der Strecke, dann kann Ihnen auch das Wetter keinen Strich durch die Rechnung machen“, rät Walzel. „Diese »tut gut«-Touren mit ihren verschiedenen Varianten und Schwierigkeitsgraden sind ein guter und sicherer Einstieg ins Wandern.“
25 Wanderwege laden ein
Erika Loichtl ist Projektleiterin der derzeit 25 »tut gut«-Wanderwege. Sie schwärmt von der landschaftlichen Vielfalt und dem reichhaltigen Angebot an regionalen Eindrücken und Erfahrungsmöglichkeiten: „Das reicht von den sanft geschwungenen Hügeln des nördlichen Weinviertels, den Mooren des Waldviertels, den Donau-, March- und Thayaauen über die Ötschergräben bis zum reizvoll gewundenen Flusstal der Wachau, hin zu den weitläufigen Höhen der Zentralalpen vom Wechselgebiet bis zum Leithagebirge.“
Und sie betont, dass beim Anlegen des Wegenetzes Wert gelegt wird auf familienfreundliche Routenführung sowie möglichst naturbelassene Wege. Im Herbst soll es übrigens wieder neue Wanderwege geben.
Der niederösterreichische Wander-Experte und Wander-Buchautor Bernhard Baumgartner kennt so ziemlich alle »tut gut«-Wanderwege und schätzt sie, weil sie familienfreundlich und gut gesichert sind. Wanderungen sind schon mit den ganz Kleinen mit einem geländegängigen Kinderwagen an den eigens gekennzeichneten Routen möglich. Der begeisterte Großvater möchte Eltern, besonders aber Großeltern motivieren, sich selbst und den Enkelkindern ein Geschenk zu machen und mit ihnen wandern zu gehen: „Planen Sie die doppelte Zeit ein, die für die Route angegeben ist, denn es gibt so viel zu sehen und zu entdecken! Ameisenhaufen beobachten, Bachläufe erforschen, ein verbogener Baum zum Klettern – nehmen Sie sich richtig Zeit, das gehört zum Schönsten, was Sie gemeinsam tun können.“
Kinder müsse man locken, man braucht auch ein bisschen zum Naschen für den Weg und auf jeden Fall genug zu trinken, weiß Baumgartner. Und man sollte immer gemeinsam schauen, was da blüht, wo schöne Steine zu finden sind, was am Wegesrand so alles zu sehen ist. „Wichtig ist, nirgends einfach
hineinzugreifen oder sich hinzusetzen, ohne zu schauen – das dient der Sicherheit.“
Wanderbuch-Autor Baumgartner betont, dass die »tut gut«-Wanderwege der ideale Einstieg ins Wandern sind: „Das ist perfekt für Menschen, die noch keine oder wenig Erfahrung mit dem Wandern haben. Denn die Wege sind so ausgesucht, dass Sie sich nicht in Gefahr begeben.“ Er rät, im Frühjahr in den niedriger gelegenen Regionen zu beginnen, im Waldviertel und dem Wienerwald – „das kann ich Ihnen ab sofort empfehlen“, sagt Baumgartner. Ebenso ideal zum Starten sind die stadtnahen Wege. Im Sommer kann man sich dann auch den höher gelegenen Wegen in den Voralpen zuwenden. Wer den Weg oben auf der Rax wählt, der sollte die Höhenlage einrechnen und gut ausgerüstet sein: „Die Wetterverhältnisse können sich im Hoch-gebirge rasch ändern. Fragen Sie nach, damit Sie nicht blindlings in Nebel oder Gewitter geraten, denn das kann sehr gefährlich werden.“ Und er rät, unterwegs immer auf den Rat der Hüttenwirte und Ein-heimischen zu hören.
Gut gerüstet
Der erfahrene Wanderer Baumgartner empfiehlt, sich in einem Fachgeschäft in Sachen Schuhe beraten zu lassen: „Sagen Sie, Sie suchen Wienerwald-Bergschuhe, dann kennen sich die Verkäufer aus. Es ist sinnlos, mit richtig schweren Schuhen zu starten – die brauchen Sie nur im Hochgebirge. Sie brauchen guten Halt und geschützte Knöchel.“ Wasserdicht sollten die Schuhe sein, sagt Baumgartner, stabil,
mit rutschfesten Sohlen. Und »tut gut«-Wander-Expertin Loichtl rät: „Wanderschuhe sollten Sie immer nachmittags anprobieren, mit Wandersocken. Die Schuhe sollten an der Ferse fest sitzen, Ihre Zehen sollten sich dagegen bewegen können. Testen Sie, ob Sie beim Abwärtsgehen mit den Zehen anstoßen – denn das darf auf keinen Fall passieren. Besorgen Sie sich eine Zinksalbe und Hirschtalg. Mit beidem cremen Sie einige Tage vor der Wanderung Ihre Füße ein. So werden sie unempfindlicher gegen Blasen und Reizungen. Zudem sollten Sie neue Schuhe zuerst auf kurzen Spaziergängen einlaufen.“
Und die Bekleidung? Baumgartner rät auf jeden Fall zu langen Hosen – aus Sicherheitsgründen. „Am Rastplatz können Sie ja in kurzen Hosen unterwegs sein, aber beim Gehen brauchen Sie den Schutz, auch falls Sie ausrutschen – und vor Bremsen, Mücken und anderen Tieren.“ Vor der Tour sollten Sie sich gut mit Sonnenschutz eincremen.
Was muss noch mit? Eine kleine Wander-Apotheke, genug zu trinken, Wetterschutz, eine leichte Digital-Kamera, und das alles in einem kleinen Rucksack, rät Baumgartner. Er ist ein Fan des guten, alten Strohhutes als Sonnenschutz. Und von ein-fachen Walking-Stöcken in guter Qualität mit einem Griff aus Kork, die man nicht zusammenschieben kann: „Sie haben damit eine ganz andere Haltung beim Gehen! Es muss ja nicht im Nordic-Walking-Stil sein. Besonders für Senioren sind die Stecken wirklich zu empfehlen. Damit schonen Sie Ihre Knie, und für den Rücken ist das wie eine Therapie“, weiß Baumgartner.
Fotos: Bildagentur waldhäusl
Webtipps
von Bernhard Baumgartner:
www.wandertipp.at, www.wetter.at
Buchtipps
von Bernhard Baumgartner (unter anderem):
Das große Wandererlebnis Niederösterreich:
180 Touren. 240 Seiten, ISBN 978-3-99024-004-5, 16,90 Euro
Pilgerwege. Jakobswege, Hemmawege, Mariazellerwege in Ost-Österreich.
240 Seiten, ISBN 978-3-99024-027-4, 17,90 Euro
Wandererlebnis Waldviertel, Wachau & Südböhmen.
200 Seiten, ISBN 978-3-99024-002-1, 14,90 Euro
Wandererlebnis Mariazeller Land und Ötscher.
174 Seiten, ISBN 978-3-99024-003-8, 14,90 Euro
Zu bestellen auch unter www.gesundheitsbuch.at
Erika Loichtl
Ist diplomierte Wellness- und Fitnesstrainerin, Motogeragogin, Nordic-Walking-Trainerin und liebt ihren Beruf seit mehr als zehn Jahren. Als Projektleiterin der »tut gut«-Wanderwege bei der Initiative »Tut gut!« sieht sie Bewegung und Sport als wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit und als Ausgleich zum Alltag. Wandern bietet für sie das besondere Plus, den sportlichen Aspekt und das Erleben in und mit der Natur zu vereinen.
Wander-Tipps von Erika Loichtl
Funktionelle Wanderbekleidung ist atmungsaktiv und transportiert den Schweiß nach außen. Eine wasserdichte und windfeste Jacke ist ein Muss, falls Sie unterwegs von einem Regenschauer überrascht werden. Zudem sollten Sie sich im Zwiebelsystem anziehen, also mehrere Schichten Kleidung übereinander: T-Shirt, Bluse, Pullover, Jacke zum Beispiel. Wenn Sie mehrere dünne Kleidungsschichten übereinander tragen, können Sie durch das An- und Ausziehen einzelner Schichten die Körperwärme gezielt regulieren.
Nehmen Sie bei längeren Wanderungen eine zweite Garnitur Unterbekleidung zum Wechseln mit. Vor allem dann, wenn Sie eine längere Rast einplanen.
Beim Rucksack kommt es auch auf das richtige Packen an. Einerseits um ein angenehmes, rückenschonendes Tragen zu ermöglichen, andererseits aber auch, um wichtige Ausrüstung schnell griffbereit zu haben. Packen Sie den Rucksack so, dass sich der Schwerpunkt möglichst hoch und dicht am Körper befindet. Legen Sie die leichte Ausrüstung nach unten in den Rucksack und nach vorne, und verstauen Sie Schweres im Rucksack-Hauptfach nahe am Rücken. Am oder im Rucksack sollte alles fest fixiert sein, damit nichts hin und her wackelt, da man automatisch eine Gegenbewegung zum Ausgleich macht. Außerdem sollte das Gewicht gleichmäßig verteilt sein! Sachen, die häufig genutzt werden, in den Seitentaschen unterbringen, wie Regenhose, Müsliriegel, Kopfbedeckung usw.
Was bei keiner Wanderung fehlen sollte: Erste-Hilfe-Packerl und Blasenpflaster!
Wandern und gewinnen
Das Wegenetz der »tut gut«-Wanderwege in Niederösterreich umfasst derzeit 25 verschiedene Routen mit familiengerechter Streckenführung und genauen Routenbeschreibungen vom Spaziergang bis hin zur Tagestour.
Mit dem Gewinnspiel „Wandern und gewinnen“ macht die Initiative »Tut gut!« das Wandern noch schmackhafter – und das mit ganzem Erfolg, wie im Vorjahr die zahlreich eingesandten »tut gut«-Sammelpässe belegen.
Mit den »tut gut«-Wanderwegen können Sie auch heuer gewinnen! Nutzen Sie Ihre Chance und sammeln Sie möglichst viele Symbole auf Ihrem Sammelpass. Je mehr Sie wandern und sammeln, desto höher sind Ihre Gewinnchancen! Es winken tolle Preise: Teleskop-Wanderstöcke, Wanderbücher von GESUND+LEBEN-Interviewpartner Bernhard Baumgartner, Wanderrucksäcke, Wellness-Gutscheine sowie 2 x ein Wochenende für zwei Personen in Niederösterreichs schönsten Wanderregionen.
Auf der Website www.noetutgut.atfinden Sie Informationen zum Gewinnspiel sowie eine umfassende Übersicht aller »tut gut«-Wanderwege mit Wanderkarten zum Ausdrucken. Dort können Sie auch die »tut gut«-Wanderkarten bestellen.





