Kühlen Kopf bewahren
Für Sonnenanbeter ist Hochsaison, für Hitzeempfindliche höchste Zeit, um ins Kühle zu flüchten. Der Sommer hat auch seine Schattenseiten: Vor allem Wetterfühlige und Kreislauflabile leiden unter der Hitze. Mit ein paar Tipps und Tricks kommen Sie aber cool über die „Hundstage“.
„Um gut durch die Hitze zu kommen, sollten Sie drei Grundregeln beachten: erstens nie ohne Kopfbedeckung in die Sonne gehen, zweitens ausreichend Flüssigkeit – aber keinen Alkohol – zu sich nehmen und drittens nicht in der prallen Sonne schmoren“, rät Dr. Elfriede Wilfinger, Chefärztin Rotes Kreuz Niederösterreich. Beherzigen Sie diese drei Vorsichtsmaßnahmen, haben Sie gute Chancen, jede Hitzewelle ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen zu überstehen. Ein Zuviel an Sonne und Hitze kann Kreislaufbeschwerden, Dehydrierung des Körpers oder einen Hitzekollaps mit sich bringen. Hinzu kommt, dass Menschen, die ohnedies schon einen niedrigen Blutdruck haben, verstärkt hitzegefährdet sind. Mit einigen Tricks lässt sich jedoch die Hitze in den Griff kriegen. Kühlen
Sie sich mit Wasser ab. Wasser ist ein effektives Mittel zur Wärmeabfuhr. Erfrischend sind mehrmals
lauwarme Duschen am Tag, danach sollten Sie sich aber nicht abtrocknen. Die verbleibenden Wassertropfen auf der Haut erzeugen Verdunstungskälte, die dem Körper wohl tut. Kalte und heiße Duschen sind weniger ideal. Kaltes Wasser verdunstet langsamer, daher ist der Abkühlungseffekt weniger effektiv. Heißes Duschen hingegen erweitern die Blutgefäße und erzeugen zusätzliche Hitze.
Greifen Sie zum Glas!
Je älter wir werden, desto stärker sinken der Flüssigkeitsgehalt im Körper und damit auch das Durstgefühl. Vor allem Senioren erleiden daher eher einen Hitzekollaps, da der Körper bei hohen Außentemperaturen „austrocknet“. Für Hitzegeplagte ist es daher angebracht „über den Durst“ zu trinken. Am besten verteilen Sie Ihre Trinkmengen über den Tag, Sie sollten zu allen Mahlzeiten und Aktivitäten, wie beispielsweise beim Zeitunglesen, ein bis zwei Gläser trinken.
Elektrolyte in Balance
Wichtig ist nicht nur, wie viel Sie trinken, sondern auch, was Sie trinken. Die Zusammensetzung der Getränke spielt also eine wichtige Rolle, sie sollten ausreichend Mineralstoffe und Elektrolyte (Kalium und Magnesium) enthalten. Der Körper verliert beim Schwitzen viel Salz, das kann zu Hitzekrämpfen führen, die man mit einer ausgeglichenen Elektrolytzufuhr verhindern kann. Gute Durstlöscher sind gespritzte Fruchtsäfte und Mineralwasser.
Vollkommen ungeeignet ist hingegen Alkohol, weiß Elfriede Wilfinger: „Alkohol und Sonne vertragen sich überhaupt nicht.“ Alkoholkonsum führt dazu, dass sich die Gefäße im Körper erweitern, der Kreislauf plagt sich vermehrt, um das Blut zu transportieren. Darüber hinaus wird die Flüssigkeitsausscheidung über die Niere angeregt – der Körper verliert noch mehr Flüssigkeit und Mineralstoffe.
Immunsystem auf Trab halten
Moderat hohe Außentemperaturen wirken sich generell positiv auf das Immunsystem aus: Bei etwa 38 bis 38,5 Grad arbeitet es wie am Schnürchen und fördert Abwehrreaktionen. Dadurch ist der Mensch im Sommer meist weniger infektanfällig. Andererseits kann ein Austrocknen des Körpers die Aktivität der Immunzellen hemmen. Auch aus diesem Grund ist ausreichendes Trinken eine gute Anti-Hitze-Strategie.
Die richtige Ernährung
Nehmen Sie besonders an den heißen Tagen ausreichend Obst zu sich. Früchte enthalten wichtige Mineralien, außerdem unterstützt Vitamin C dabei, sich schonend an die heißen Tage zu gewöhnen. Übrigens: Üppige und fette Mahlzeiten belasten neben der Verdauung auch das Herz-Kreislauf-System, das an heißen Tagen ohnehin gefordert ist. Verteilen Sie Ihre Mahlzeiten auf kleine Portionen über den Tag und vergessen Sie nicht auf Gemüse. Hitze erfordert einen adäquaten „Dresscode“. Weite Kleidung schützt vor Sonne und erleichtert die Luftzirkulation am Körper. Nicht vergessen: Auch eine chice Kopfbedeckung schützt vor Hitzeschäden, wie beispielsweise vor einem Sonnenstich.
Bewegung oder Schonung?
Wärme wirkt grundsätzlich entspannend auf die Muskeln, viele Menschen mit Bewegungseinschränkungen fühlen sich besser dank der
wärmenden Sonnenstrahlen. Anders bei Hitze: In der Hochsaison treibt es auch routinierten Bewegungsfans die Schweißtropfen auf die Stirn.
Vorsicht ist bei Aktivitäten im Freien geboten, mahnt Wilfinger: „Sportler, die regelmäßig aktiv sind, können auch bei Hitze trainieren, allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Auf intensive Belastung in der Sommerhitze sollten auch Routiniers verzichten. Gegen moderates Laufen zu Tagesrandzeiten und im Schatten spricht jedoch grundsätzlich nichts.“
Die Schattenseiten der Sonne
Klettern die Temperaturen über die 30-Grad-Marke, kann die Hitze gesundheitliche Folgen haben.
Hypertoniker, junge Menschen, Frauen, Senioren
Risiko: Kreislaufkollaps
Ein „Hitzekollaps“ entsteht, wenn zu wenig Flüssigkeit und Elektrolyte zugeführt werden. Die Körperzellen werden nicht ausreichend mit Flüssigkeit umspült, vor allem bei körperlicher Aktivität. Typische Symptome sind blasse, kühle, feuchte Haut, ein stark geröteter Kopf, beschleunigter Herzschlag, Schwindelgefühle, die bis zur Ohnmacht führen können.
Erste Hilfe: Den Betroffenen im Kühlen flach betten, ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zuführen.
Senioren, Sportler
Risiko: Hitzeschlag
Steigt die Körpertemperatur auf über 40 Grad an, kann es zu einem Hitzschlag kommen, da der Körper überhitzt wird. Betroffen sind vor allem Menschen, die sich in heißen geschlossenen Räumen aufhalten, oder Sportler, die trotz Hitze über ihre Grenzen gehen. Als erste Symptome treten Fieber auf, der Betroffene schwitzt nicht mehr, er kann Krämpfe entwickeln, mitunter auch bewusstlos werden.
Erste Hilfe: Den Betroffenen mit erhöhtem Kopf und Oberkörper in den Schatten legen, mit kalten Tüchern und Wasser kühlen, einen Arzt rufen.
Sportler
Risiko: Hitzekrampf
Werden zu wenig Mineralstoffe und Elektrolyte zugeführt, kann ein Hitzekrampf die Folge sein. Meist entsteht ein solcher Spasmus bei anstrengender Tätigkeit im Freien oder übermäßiger sportlicher Belastung. Sportler müssen jedoch keineswegs auf Bewegung verzichten, allerdings sind nur Trainierte auch hohen Temperaturen gewachsen. Trinken Sie ausreichend elektrolythältige Getränke und wählen Sie lieber einen kühlen Ort (am frühen Morgen oder abends) für Ihr Trainingsprogramm.
Erste Hilfe: Sofort in den Schatten oder ins Kühle, elektrolythältige Getränke zuführen.
Babys & Kleinkinder
Risiko: Hitzestau/Hitzeschock
Kleinkinder und Säuglinge sind besonders gefährdet, einen Hitzestau zu erleiden, denn sie haben eine weniger effektive Wärmeregulation als Erwachsene und brauchen daher besonderen Schutz vor der Hitze. Wenn Sie also Ihr Kind in einem hübschen Strandkorb zu einem Mittagsschläfchen betten, beachten Sie, dass Kunststoffmöbel auch verstärkt Hitze speichern. Auch beim Radeln mit dem Sprössling im Fahrradanhänger kann sich Hitze stauen. Und natürlich im parkenden Auto – hier können sich in kürzester Zeit Temperaturen bis zu 50 Grad entwickeln.
Erste Hilfe: Das Kind unverzüglich in eine kühlere Umgebung bringen, Flüssigkeit zuführen, Atmung und Herzschlag kontrollieren, bei Schockzuständen einen Arzt rufen.
Risikofaktoren für Hitzeschäden
Besonders betroffen von den Schattenseiten der Sonne sind Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Müdigkeit, Schwindel, Muskelkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufkollaps sind Symptome, die vor allem Herzpatienten, Senioren und Übergewichtige betreffen. Achtung! Menschen mit Herzschwäche sollten üblicherweise nicht so viel trinken wie Gesunde, an heißen Tagen müssen Sie dennoch etwas mehr Flüssigkeit zu sich nehmen. Ihr Arzt empfiehlt Ihnen, wie viel Sie bei Hitze zuführen dürfen/müssen.
- Medikamente: Wenn Sie Medikamente einnehmen wie Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel oder Betablocker, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, ob die Dosierung in Hitzeperioden verändert werden muss.
- Schilddrüsenfehlfunktion, Schlafmangel oder Infektionen: In diesen Fällen kann es sein, dass Sie Hitze schlechter vertragen. Vermeiden Sie daher den Aufenthalt in der Sommerhitze. Spaziergänge im Kühlen sind die beste Option, um Bewegung an der frischen Luft zu machen.
Informationen: Österreichisches Rotes Kreuz, Folder „Cool bleiben trotz Hitze“, www.roteskreuz.at
Gegen die Hitze: richtig klimatisieren
- Nur wenn Türen und Fenster geschlossen sind, kann eine Klimaanlage ihre volle Wirkung erreichen.
- Lassen Sie Lüftungs- und Klimaanlagen regelmäßig warten und auf Dichtheit überprüfen.
- Die Anlagen sollten nur dann laufen, wenn tatsächlich Bedarf herrscht und nur mit der tatsächlich notwendigen Leistung betrieben werden.
- Betätigen Sie Sonnenschutzeinrichtungen rechtzeitig zu Beginn der Sonneneinstrahlung.
- Achtung bei der Anschaffung und Planung: Planen Sie Neubauten am besten gleich so, dass keine Klimatisierung erforderlich ist.
- Minimieren Sie den Bedarf von Klimaanlagen durch verschiedene Maßnahmen: Nachtlüftung, Sonnenschutz, Wärmedämmung, Luftdichtheit.
- Außenjalousien sind sehr viel wirksamer als Innenjalousien und helfen, die Innentemperatur niedriger zu halten. So unterstützen Sie Ihr Klimagerät bei der Arbeit.
- Wählen Sie Lüftungsmotoren mit veränderbarer Drehzahl (Frequenzumrichter).
- Wie viel Strom benötigen Klimageräte?
Der Stromverbrauch hängt vom Gerätetyp ab. Einen Richtwert geben die Energieeffizienzklassen A+++ bis G, die auch bei Waschmaschinen, Wäschetrocknern und anderen Haushaltsgeräten Verwendung finden. Dabei steht A+++ für besonders energiesparende Geräte. - Innengeräte bzw. Innenteil: Achten Sie auf eine freie Raumluftführung für Ansaugung und Ausblasung.
- Außengeräte bzw. Außenteil: Achten Sie auf eine gute Wärmeabfuhr im Kondensatorbereich bzw. auf eine freie Luftführung. Vermeiden Sie eine Aufstellung an stark sonnenbeschienenen Stellen, in geschlossenen Räumen bzw. in engen Mauernischen.
Weitere Tipps zum Energiesparen:
www.evn.at





