Kleine Verletzungen richtig versorgen
Eben tollen die Kinder noch lustig am Spielplatz herum, und schon ist es passiert – gestolpert und das Knie aufgeschürft. Die Wunde blutet, Sand und Erde kleben daran. Nach dem ersten Trösten des Kindes fragen sich die Eltern: Kann ich diese Wunde selbst versorgen oder sollte ich lieber ins Krankenhaus fahren? „Oberflächliche Schnitt- und Schürfwunden können von den Eltern versorgt werden, bei Riss-Quetschwunden, tiefen Schnitten, starker Blutung und jeglicher Bisswunde bitte immer ins Krankenhaus fahren!“, erklärt Prim. Dr. Peter Fucik, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Landesklinikum Mostviertel Amstetten.
Beim zehnjährigen Sebastian Eder, begeisterter Fußballer beim SV Gottsdorf, ist es nach einem Sturz mit einer verunreinigten und stark blutenden Wunde am Knie eine klare Entscheidung: sicherheitshalber ins Krankenhaus. Sebastians Mama setzt sich zu ihm auf den Rücksitz, während Papa Wolfgang das Fahrzeug lenkt. „Verletzt sich ein Kind schwerer und man ist mit ihm alleine, ist es besser, mit der Rettung ins Krankenhaus zu fahren. Unfälle gestresster Eltern auf dem Weg in die Klinik sind keine Seltenheit!“, rät Fucik zu besonnenem Handeln. Nach der Reinigung wird die Wunde desinfiziert. „Brennt das?“, ist Sebastian ein wenig verunsichert. Hier kann ihn der Arzt beruhigen: „Das fühlt sich jetzt nur ein wenig kalt an, mehr nicht.“ Nach dem ersten Sprüher sieht man deutlich, wie die Anspannung des Jungen nachlässt. Ein Verband schützt die Wunde gut – er muss täglich erneuert werden. Dabei kann man den Heilungsfortschritt beobachten und erste Zeichen einer Entzündung frühzeitig bemerken.
Abgesehen von der Erstversorgung des Knies ist ein aktiver Impfschutz gegen Tetanus wichtig. Daher empfiehlt der Kinderarzt, immer eine Kopie des Impfpasses oder das Original mitzuführen. „Tetanus ist ohne Impfschutz auch heute noch eine potenziell tödliche Krankheit und kann durch verunreinigte Wunden entstehen“, warnt Fucik vor Nachlässigkeit bei der Impfung. Sebastian ist ausreichend immunisiert, die Impfsituation stellt er für GESUND+LEBEN fürs Foto nach. Sein Knie ist gut versorgt und er darf mit seinen Eltern wieder nach Hause gehen. „Da habe ich mir unnötig Sorgen gemacht, hat gar nicht weh getan“, meint er zum Abschied und hofft, dass seine Wunde schnell verheilt, damit er bald wieder Tore für den SV Gottsdorf schießen kann.
Sonja Lechner





