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Hören und dazugehören

Gut hören bedeutet mitreden können und ganz einfach dazugehören. Versteht man bestimmte Silben oder Wörter nicht mehr so richtig oder kann man dem Gesprochenen nicht ganz folgen, sollte man mit einem Hörtest die Hörleistung überprüfen lassen.


FOTO: bildagentur waldhäus

Gespräche nicht mehr richtig verstehen zu können ist ein Hauptgrund, dass sich vor allem ältere Menschen mit Hörminderung immer mehr zurückziehen. Die sozialen Kontakte werden weniger. Aber auch immer mehr junge Menschen leiden mittlerweile an Hörverlust durch Reizüberflutung und ständige akustische Berieselung in allen Lebenslagen.

Hörminderung

Jede Hörminderung ist so individuell wie ein Fingerabdruck. Entsprechend unterschiedlich sind die Auswirkungen. Mit zunehmender Hörminderung ist es nicht so, dass man einfach alles immer leiser hört, sondern es ändert sich die Wahrnehmung in ganz bestimmten Frequenzen des Hörspektrums. Hier zuzuwarten, ob sich die Hörminderung vielleicht von selbst wieder gibt, ist nicht nur vergeblich sondern verschlechtert auch die Situation der Betroffenen. Bei Hörverminderung verlernt das Gehirn das differenzierte Wahrnehmen. Umso länger mit dem Hörgerät gewartet wird, desto länger dauert der Wiedereinstieg in gutes Hören.
Hat die Überprüfung des Hörvermögens durch den HNO-Facharzt oder ein Hörtest bei einem Hörakustiker ergeben, dass die Hörleistung herabgesetzt ist, sollte zuerst nach der Ursache der verminderten Hörfähigkeit gesucht werden. Wenn der HNO-Arzt feststellt, dass es keine medizinische Lösung gibt, ist die Möglichkeit eines Hörgerätes in Betracht zu ziehen. Kann aus ärztlicher Sicht ein Hörgerät eine Verbesserung bringen und somit die Lebensqualität steigern, bestätigt der Facharzt dies mit seiner Verordnung. Der Hörakustiker berät dann umfassend und wählt aus dem vielseitigen Angebot das richtige und beste Hörgerät aus.
Moderne Hörsysteme heben nicht nur die Hörschwelle an, sie trainieren auch ständig das Gehör. Aus diesem Grund sollten Hörgeräte so oft wie möglich getragen werden. Nur so kann sich das Gehirn wieder an Nebengeräusche gewöhnen und lernen diese zu ignorieren.

Welches Hörgerät?

Hörgeräte sind kleine Computer. Sie wandeln Schallwellen in rechnerische Größen um. Der Prozessor kann z.B. zwischen Sprache, die verstärkt werden soll, und Störlärm der unterdrückt werden soll, unterscheiden.
Der Hörakustiker ermittelt den individuellen Verstärkungsbedarf und klärt Bauart und Form des Hörgerätes mit dem Kunden ab. Für guten Sitz und Tragekomfort sorgt der Ohrabdruck.

Hinter-dem-Ohr-Gerät

Das Hörgerät wird direkt hinter dem Ohr getragen und ist über ein transparentes Ohrpass-Stück (Otoplastik) mit dem Gehörgang verbunden. Leichte bis hochgradige Hörverluste können damit ausgeglichen werden. Bei der „offenen“ Versorgung ist der Gehörgang nicht verschlossen.

Im-Ohr-Gerät

Geräte, die zentral in der Ohrmuschel (Choncha) oder im Gehörgang getragen werden, sind für leichte bis mittelschwere Hörverluste geeignet. Das Mikrofon ist nahe am Gehörgang, was der natürlichen Schallaufnahme am nächsten kommt. Innenohrgeräte sind kaum sichtbar, sie werden mit anatomisch gestalteter Außenseite wie auch als Schmuckhörgeräte angeboten.

Hörgeräte für beide Ohren?

Nur mit beiden Ohren lässt sich räumlich gut hören. Um die Herkunft eines Geräusches genau zuordnen zu können, braucht das Gehirn Informationen von beiden Ohren. Nicht nur im Straßenverkehr ist diese Zusammenarbeit von Ohr und Gehirn überaus wichtig. Bei beidseitiger Hörminderung sollen zwei Hörgeräte gleichzeitig getragen werden. Mit zwei Hörgeräten lässt sich folgender Nutzen erzielen:

  • Das Sprachverständnis kann sich besonders bei Nebengeräuschen verbessern
  • Räumliches Hören wird ermöglicht
  • Das Richtungshören kann verbessert werden

Über den richtigen Geräteeinsatz und wie letztendlich eine optimale individuelle Hörverbesserung erzielt werden kann, beraten die niederösterreichischen Hörakustikermeister.