Herzkatheter – schnelle Diagnose & Therapie
Herzkatheterlabors in den NÖ Landeskliniken ermöglichen wichtige Therapien bei Herzproblemen – und verringern dadurch die Herzoperationen
Unklare Herzschmerzen, Engegefühle im Herzen, Rhythmusstörungen und vieles mehr – bei Herzproblemen schafft ein hoch spezialisiertes Gerät Klarheit, wenn Verdacht auf eine Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße besteht. Dann nämlich überweisen Hausarzt oder Internist Patienten in ein Herzkatheterlabor zur Abklärung. Diese Linksherz-Katheteruntersuchung zeigt die Herzkranzgefäße und eine eventuelle Verengung oder einen Verschluss. Zusätzlich kann auch die linke Herzkammer dargestellt, eine undichte Klappe zwischen linkem Vorhof und linker Kammer diagnostiziert und die Funktion der Aortenklappe überprüft werden.
Über ein arterielles Gefäß in der Leiste oder am Unterarm wird nach einer örtlichen Betäubung ein Zugang mit einer Nadel hergestellt. Über diesen Zugang werden dünne Sonden (Katheter) im Blutstrom der Hauptschlagader vor das Herz gebracht und unter ständiger Druck- und Durchleuchtungskontrolle das Herzkranzgefäß untersucht. Zusätzlich wird ein Kontrastmittel injiziert und alle Bilder zur Dokumentation aufgenommen.
Es ist wichtig, dass der Patient bei Bewusstsein ist, damit er mit dem untersuchenden Herzspezialisten kommunizieren und so mit gezieltem Luftholen oder Atemanhalten aktiv mitarbeiten kann. „Angst vor dieser Untersuchung muss man nicht haben, die Blutgefäße haben an der Innenwand keine sensiblen Nervenenden und man spürt die Sonden nicht“, beruhigt Prim. Dr. Harald Mayr, Leiter der 3. Medizinischen Abteilung am Landesklinikum St. Pölten, wo rund um die Uhr ein Herzkatheterlabor zur Verfügung steht. Nach der Untersuchung bleibt der Patient noch zumindest bis zum nächsten Tag in der Klinik. Rund 40 Prozent der Patienten im Landesklinikum St. Pölten werden medikamentös versorgt. Bei 45 Prozent werden Engstellen in den Gefäßen entdeckt, die in neun von zehn Fällen sofort mittels Herzkatheter und Ballondehnung plus Stent therapiert werden können: Ein Stent ist eine Gefäßstütze, die durch einen Ballon am Ort der Verengung quasi aufgefaltet wird und so die Durchblutung wieder möglich macht. Zeigt die Herzkatheteruntersuchung mehrere Engstellen, dann kann eine Bypassoperation die Therapie der Wahl sein. Sinn des Herzkatheters ist neben der akuten Herzinfarkt-Versorgung, Patientinnen und Patienten herauszufiltern, die eine Operation der Herzkranzgefäße benötigen, um einen Herzinfarkt zu vermeiden – das sind etwa 15 Prozent der Personen, die im Katheterlabor untersucht werden.
In Österreich werden jährlich rund 40.000 Katheteruntersuchungen durchgeführt. Dank dieser Untersuchungen sank die Zahl der Bypass-Operationen deutlich. Die Vorteile für Patienten: weniger belastende Therapie, schnellere Erholung und kürzerer Klinikaufenthalt. Auch können mittels Herzkatheter Patienten behandelt werden, die für eine Herzoperation zu alt oder zu krank wären.
Akutversorgung rund um die Uhr
Most-, Wald-, Weinviertel und Zentralraum sind mit Herzkatheterlabors in St. Pölten, Waidhofen/Ybbs, Krems und Mistelbach hervorragend versorgt. Das Labor in St. Pölten ist 24 Stunden, sieben Tage die Woche für Notfälle da.
In der Thermenregion sichern die Katheterlabors in den Landeskliniken Mödling und Wiener Neustadt gemeinsam mit dem Labor im burgenländischen Eisenstadt eine 24-Stunden-Versorgung. Ein erfahrener Kardiologe, ein Radiotechnologe und zwei speziell ausgebildete Pflegekräfte bilden ein komplettes Untersuchungs-Team. Zur Qualitätssicherung sind alle Abläufe standardisiert. Das Herzkatheterlabor in St. Pölten implantiert Herzklappen über die Leiste bei Risikopatienten. Es ist eines von zwei österreichischen Zentren für Akutablation von ventrikulären Tachykardien – einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung.





