Diabetes – beugen Sie vor!
Mit Normal-gewicht, Bewegung und mediterraner Ernährung sinkt das Diabetes-Risiko deutlich. Und Sie können Ihre Blutzuckerwerte sogar wieder senken!
Rund zehn Prozent der Bevölkerung sind von Diabetes betroffen, vor allem Menschen über 50. Mit dem Übergewicht in der Bevölkerung steigt auch die Zahl der Diabetiker. „Dabei kann man Diabetes sehr gut vorbeugen – mit normalem Gewicht, regelmäßiger Bewegung und mediterraner Ernährung“, erklärt Prim. Doz. Dr. Harald Stingl, Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Landesklinikum Melk. Schon wenn man nur fünf Kilo abnimmt, senkt man die Gefahr, an Diabetes zu erkranken, deutlich – selbst wenn man damit noch nicht das Normalgewicht erreicht.
Frühe Diagnose wichtig
Durch regelmäßige Arztbesuche und Vorsorgeuntersuchungen wird die Erkrankung häufig vor den ersten Symptomen diagnostiziert. Starker Harndrang, vermehrtes Durstgefühl und Gewichtsverlust, manchmal auch Harnwegsinfektionen sind Symptome, die bei bereits bestehendem Diabetes die Patienten zum Arzt führen. Wichtig ist es, vorbeugend ab dem 45. Lebensjahr den Nüchternzucker, besser aber noch das HBA1c (Langzeitwert) oder die Glukosetoleranz regelmäßig zu testen, rät Experte Stingl.
Meist ist Diabetes eine chronische Erkrankung, selten ist eine gänzliche Heilung möglich. Tabletten, Insulin oder seit kurzem Medikamente, die wie Insulin unter die Haut gespritzt werden, sind Behandlungsmethoden, die das „normale“ Leben eher wenig beeinflussen. Für eine „Pumpentherapie“, eine spezielle individualisierte Insulintherapie, wird man bei einem mehrtägigen stationären Aufenthalt im Krankenhaus geschult: Die kleine Insulinpumpe trägt man am Gürtel oder in der Hosentasche, über einen Plastikschlauch mit Nadel gelangt das Insulin in das Unterhautgewebe der Bauchregion. Welche Therapie eingesetzt wird, entscheidet der behandelnde Arzt je nach Krankheitsbild.
Gesunde Ernährung entscheidet
Oft befürchten Patienten ein lebenslanges „Kasteien“ beim Essen, weiß Prim. Stingl. Ein Vorurteil, doch ist gesunde Ernährung ein wichtiger Aspekt im Kampf gegen Diabetes. „Für Diabetiker gelten heute ähnliche Essensempfehlungen wie für Gesunde. Die Umstellung von fetter Hausmannskost auf mediterrane Ernährung ist ein wichtiger Schritt, der der ganzen Familie gut tut.“ Früchte, Gemüse, Nüsse und Getreideprodukte bilden den Großteil der Ernährung, ergänzt durch Olivenöl und andere pflanzliche Öle fürs Kochen und für Dressings. Man isst weniger Fleisch, dafür mehr Fisch.
Umfassende Beratung
Patienten brauchen möglichst gezielte Informationen über die Erkrankung. Wo man sie findet, weiß Ihr Hausarzt. Das Landesklinikum Melk beispielsweise bietet strukturierte Diabetikerschulungen in der Gruppe, Inhalt sind Therapiemöglichkeiten, die richtige Ernährung, die Bedeutung von Bewegung sowie das Verhalten in Sondersituationen wie Krankheit, Unterzuckerung oder Sport. Eines ist Stingl in der Vorbeugung besonders wichtig: „Neben einer gewissen Anlage sind es vor allem beeinflussbare Lebensstilfaktoren, die zum Diabetes führen – hier können Sie selbst aktiv und effizient an Ihrer Gesundheit arbeiten!“
Landesklinikum Melk
Krankenhausstraße 11
3390 Melk
Tel.: 02752/9004-0
www.melk.lknoe.at
Diabetes mellitus
Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzucker nicht oder nicht ausreichend vom Körper reguliert werden kann.
Diabetes mellitus Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Insulin produzierenden Zellen zerstört werden. Betroffene müssen lebenslang Insulin zuführen. Bei Diabetes mellitus Typ 2 wirkt das vorhandene Insulin deutlich schlechter. Die Blutzuckerwerte steigen oft unbemerkt langsam immer weiter an und schädigen die Zellen. Diese Insulinresistenz kann in vielen Fällen mit einer Ernährungsumstellung, mit mehr Bewegung und dem damit verbundenen Gewichtsverlust zumindest teilweise rückgängig gemacht werden.





