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Gut & sicher trainieren

Radsportprofi Franz Stocher verrät, wie man den Einstieg in den Radsport schafft und was ein gutes und sicheres Training ausmacht.


Foto: Gerald Lechner

Radfahren als Beruf. Davon träumen viele Sportbegeisterte. Franz Stocher, Geschäfts­führer Sportzentrum NÖ, hat sich diesen Traum erfüllt. Von 1991 bis 2005 war er Berufssportler beim Österreichischen Bundesheer.
Er nahm an fünf Olympischen Spielen teil und holte sich 2003 den Weltmeistertitel im Punkterennen. „Mein Vater war sehr radsportbegeistert und so nahm ich auch bald an Kinder­rennen teil“, erzählt der 46-Jährige, „mit zwölf Jahren fuhr ich mit der Lizenz des Österreichischen Radsportverbands und holte später in meiner 25-jährigen Karriere insgesamt sechs WM-Medaillen.“
Interessiert sich jemand für das Rennradeln, genügt erst einmal ein Rennrad ab 300 Euro, meint Stocher. Diese Räder sind zwar schwerer als gute Rennräder, aber „um festzustellen, ob es einem gefällt oder nicht, genau das Richtige“. Er empfiehlt, an einem Radmarathon teilzunehmen und bei guten Ergebnissen einem Verein beizutreten. Mit strategischem Training könne man dann noch viel mehr herausholen.
Der Profi rät, sich nicht selbst zu überschätzen. Man sollte immer Wasser dabeihaben, eine Banane, um bei Kreislaufproblemen schnell Zucker zu sich nehmen zu können, und Geld für ein Taxi, falls man einfach nicht mehr kann. „Und wenn man einen schlechten Tag hat, dann sollte man das Training nicht mit Gewalt durchziehen, sondern ‚Carpe Diem‘ sagen und heimfahren.“
Einen Ersatzschlauch, eine Minipumpe und einen Reifenheber sieht er als Standardausrüstung für jeden Radfahrer. Genauso wie einen Kopfschutz. „Keinen Meter ohne Helm“, sagt er. „Niemand wird mir absprechen, dass ich wirklich gut Rad fahren kann, aber ich setze auch einen auf. Alles andere wäre fahrlässig.“ Außerdem empfiehlt er eine ordentliche Radhose und ein Trikot, das vorne kürzer und hinten länger ist. So hat man kein „Knäuel“ am Bauch und keinen freien Rücken. „Dann kann man eigentlich schon loslegen“, erklärt der Ex-Spitzensportler.