Gut leben mit Diabetes
Mit Diabetes kann man gut leben, wenn man einige Grundregeln beachtet. Eigenverantwortung und Konsequenz sind wichtige Stichworte, doch die Lebensfreude sollte man auch nicht vergessen.
Diabetesberaterin Maria Pollak, Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester, Diabetes-Ambulanz Landesklinikum Hollabrunn
Keine Frage: Diabetes ist eine Erkrankung, die den Alltag Betroffener in unterschiedlichem Ausmaß ein ganzes Leben lang beeinflusst. Vor allem anfangs tauchen viele Fragen und Zweifel auf – die Angst vor einem akuten Notfall zum Beispiel, oder auch Sorgen in Bezug auf für andere alltägliche Vergnügungen wie Reisen oder Alkoholgenuss. Doch eines ist gewiss: „Mit gut eingestelltem Blutzucker können Diabetiker ein ganz normales Leben führen“, sagt die Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester Maria Pollak von der Diabetes-Ambulanz im Landesklinikum Hollabrunn.
Im Alltag sollte man jedoch zur eigenen Sicherheit ein paar Grundregeln berücksichtigen: über die eigene Erkrankung und deren Behandlung gut Bescheid zu wissen. Dieses Wissen aus erster Hand erhält man vor allem durch spezielle Diabetes-Schulungen, wie sie etwa im Landesklinikum Hollabrunn durchgeführt werden.
Drei Topthemen
Ein Topthema für Diabetiker ist natürlich die Ernährung. „Eine spezielle Diabetes-Diät gibt es nicht. Für Diabetiker gilt im Grunde dasselbe wie für alle anderen: Gesund und ausgewogen ernähren, keine allzu großen Portionen essen, Obst wegen des darin enthaltenen Frucht-zuckers nur mäßig konsumieren, ausreichend trinken, aber Süßgetränke unbedingt meiden“, erklärt Maria Pollak.
Zweites Topthema: Bewegung! „Die Grundregel hier lautet 150 Minuten Ausdauertraining mittlerer Intensität pro Woche, idealerweise kombiniert mit zusätzlichem Krafttraining“, sagt die erfahrene Diabetes-Schwester.
Drittes Topthema ist die Eigenverantwortlichkeit in Bezug auf die regelmäßige und konsequente Einnahme bzw. Zufuhr der Medikation, die laufende Kontrolle des Blutzuckerspiegels, die gute Körperpflege mit Fußkontrolle und die Inanspruchnahme aller empfohlenen Untersuchungen in Sachen Blutbild, Blutdruck, Augen, EKG etc.
Kleine Tücken ...
So weit, so klar, doch manchmal hat der Alltag auch seine kleinen Tücken, die vielleicht zusätzliche Fragen aufwerfen. „Im Berufsleben etwa empfiehlt es sich für Diabetiker, die Insulin spritzen müssen, einen Kollegen des Vertrauens einzuweihen, der wissen sollte, wie man mit einer Unterzuckerung umgeht und wo man den „Notfallkoffer“ aufbewahrt“, sagt Maria Pollak. Immer häufiger tauchen auch Fragen auf, was den sogenannten Schwangerschaftsdiabetes betrifft, der eine eigene Form der Zuckerkrankheit darstellt, während der Schwangerschaft entsteht und unmittelbar nach der Geburt meist wieder verschwindet. Trotzdem muss er natürlich behandelt werden; den betroffenen Frauen werden heute sehr engmaschige Kontrollen und Beratung angeboten. Sie sollten außerdem sechs Mal täglich den Blutzucker kontrollieren.
… und kleine Freuden
Das Leben hat allerdings auch seine kleinen Freuden. Ausgehen und Reisen sind zwei davon, und das lässt sich auch mit Diabetes genießen. „Grundsätzlich sollten sich Diabetiker von nichts im Leben ausschließen oder ausschließen lassen“, betont Maria Pollak.
„Tanzen zum Beispiel ist gleich Bewegung, und dagegen lässt sich nichts sagen. Und was den Alkohol betrifft, so sollte man ihn in mäßigen Mengen genießen, wobei aber Diabetiker, die Insulin spritzen, alkoholische Getränke immer nur im Kombination mit Kohlenhydraten genießen sollten.“
Stichwort Reisen: Die Experten raten dazu, mindestens doppelt so viel an Medikamenten und Zubehör mitzunehmen, wie man für die Dauer der Reise eigentlich braucht, und einen Teil davon im Handgepäck zu verstauen. Was die „andere“ Kost in fremden Gefielden betrifft, so machen viele Diabetiker gerade in südlichen Ländern mit der günstigen mediterranen Kost gute Erfahrungen. Aber Sicherheit ist gerade im Urlaub ein Teil der Erholung: „Wenn man sich nicht sicher ist, so sollte man häufiger den Blutzuckerspiegel kontrollieren“, rät Pollak.
Spezialisten in eigener Sache
Disziplin und Eigenverantwortlichkeit sind also Größen, die sich aus dem Leben von Diabetikern nicht wegdenken lassen, und tatsächlich geht es auch darum, ein „Spezialist für sich selbst“ zu werden. „Jeder sollte mit seinem Diabetes selbstverantwortlich umgehen“, sagt auch Maria Pollak. „Wir stellen unser Know-how und unsere Expertise allen Betroffenen sehr gerne zur Verfügung, aber wir können ihnen letztlich vieles nicht abnehmen.“ Nehmen Sie also Hilfe in Anspruch und werden Sie Ihr eigener
Diabetes-Experte!
Landesklinikum Hollabrunn
Robert-Löffler-Straße 20 2020 Hollabrunn
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