Grüne Energie im Eigenheim
Energie sollte man nicht nur der Umwelt zuliebe sparen: Geringer Energieverbrauch bedeutet geringe Energiekosten – insbesondere in Zeiten, wo fossiles Brennmaterial zunehmend knapper und die Energie daraus teurer wird.
Wer heute ein Haus bauen oder sanieren will, sollte nicht nur optische Gesichtspunkte bedenken, sondern das Konzept an den energetischen Geboten der Zeit orientieren. Solaranlagen, Fortschritte in der Dämmtechnik und Photovoltaik-Installationen können bei Privathäusern langfristig tausende Euro sparen. „Das bedeutet, dass alle an einem Bau Beteiligten noch mehr als bisher bei einer ganzheitlichen und integrierten Planung, Errichtung und Bewilligung eines Gebäudes mitwirken müssen“, rät die Energieberatung NÖ.
Gratisstrom mit Solarzellen
Während überall die Strompreise laufend steigen, ist der Preis für Sonnenenergie schon seit Jahren konstant: Solarstrom kostet keinen Cent, wenn man von den Kosten für Installation und Wartung absieht. Wie viele Solarzellen man braucht, hängt von der Anzahl der Bewohner eines Hauses ab. Für einen Haushalt mit vier Personen genügen schon sechs bis acht Quadratmeter. Eine Solaranlage von dieser Größe würde etwa 75.000 kWh Energie produzieren, das entspräche rund 10.000 Litern Heizöl. Bei der Anschaffung sollte man darauf achten, dass alle Teile für die Anlage von derselben Firma stammen, damit sie optimal aufeinander abgestimmt sind (siehe Kasten Traumhaus Seite 46).
Die richtige Dämmung
Wer Energie sparen möchte, sollte auch darauf achten, dass die Wärme im Haus bleibt. Dafür ist die richtige Dämmung zuständig. Gute Dämmung arbeitet zu jeder Jahreszeit: In den kalten Monaten speichert sie die Wärme im Haus und senkt so die Heizkosten, im Sommer hält sie die Hitze draußen. Dämmplatten halten etwa 30 bis 40 Jahre, daher sollte man gleich umfassend dämmen: So kann man etwa 20 bis 30 Prozent der Heizkosten einsparen. Besonders wichtig ist es dabei, die oberste Geschoßdecke zu dämmen. Und natürlich im Erdgeschoß darauf zu achten, dass von unten keine Kälte ins Haus kann.
Heizkosten sparen
Stichwort Heizkosten: Gerade auf die hat der eigene Verbrauch, also die Raumtemperatur, enormen Einfluss. Rund sechs Prozent der Heizkosten kann man einsparen, indem man die Durchschnittstemperatur im Haus um ein einziges Grad senkt. Darum ist es besonders wichtig, dass die Heizung korrekt eingestellt ist. Wenn sie zum Beispiel auf voller Leistung läuft, aber trotzdem nicht heizt, ist vielleicht Luft in den Heizkreisen. Die kann man am Ventil des Geräts ganz leicht selbst ablassen. Auch die Wärmedämmung kann man ohne Ingenieursdiplom optimieren: Einfach die Kupferrohre im Keller mit Dämmmaterial umwickeln, das mindestens doppelt so stark ist wie der Umfang der Rohre. Mit jedem ungedämmten Meter Heizrohr verschwendet man rund zehn Euro pro Jahr.
Förderungen für grüne Energie
Das Land Niederösterreich belohnt den Bau von energiesparenden Häusern besonders: „Wenn Sie neu bauen, erfolgt die Förderung in Form eines Darlehens des Landes Niederösterreich mit einer Laufzeit von 27,5 Jahren und ist mit ein Prozent jährlich im Nachhinein verzinst“, heißt es auf der Homepage des Landes. Auch für Sanierungen gibt es Zuschüsse (siehe unten).
Buchtipp
Jürgen Eiselt: Optimal Energie sparen beim Bauen, Wohnen und Sanieren
ISBN: 3658036516, 29,99 Euro
Energiespar-Förderungen in NÖ
- Neubau: Den Neubau eines Hauses in Passivbauweise, das heißt ein Haus mit besonders niedrigem Energiebedarf (höchstens 10 kWh/m2), fördert das Land NÖ mit einem Darlehen von 40.000 Euro im Jahr 2014. Installiert man außerdem eine Photovoltaikanlage (mit mindestens 2 kWh/m2), gibt es weitere 6.000 Euro. Bei der Unterscheidung der Einkommensgrenzen wird außerdem die Familienförderung zuerkannt.
- Sanierung: Förderungen gibt es außerdem für die Sanierung von Gebäuden mit bis zu 500 m2 Grundfläche. Die Liste der Maßnahmen, die gefördert werden, umfasst unter anderem die Installation einer Solaranlage, Sanierung der Dämmung und Dachsanierung. Darüber hinaus gibt’s auch Geld für Wasseraufbereitungsanlagen und Photovoltaikinstallationen.
Informationen: Energie- und Umweltagentur NÖ (ENU) – Energieberatung, Tel.: 02742/22144, www.energieberatung-noe.at, www.enu.at, www.noel.gv.at





