Hü-hüpf!
Es war das Bewegungsspiel der Jugend der heute 40- bis 50-Jährigen, vor allem Mädchen waren damals wie von einem Virus befallen – Gummitwist.
Viele Erwachsene verbinden mit dem endlos langen Gummiband, das in jede Hosentasche passt, beliebte Kindheitserinnerungen. Im Pausenhof mit den Mitschülern oder daheim im Garten mit Freunden: Gummitwist oder Gummihüpfen wurde in seiner Blütezeit in den 70er, 80er und 90er Jahren viel und gern gespielt. Dabei kommt es auf Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Rhythmus an, aber auch körperliche Fitness ist gefragt, denn vor allem bei erhöhtem Schwierigkeitsgrad tropfen bald die Schweißperlen.
Altes Spiel, neu entdeckt
Die Initiative »Tut gut!« holt dieses alte und vielerorts vergessene Kinderspiel wieder vor den Vorhang: Bei verschiedenen Veranstaltungen kann man sich das lange Gummiband gratis abholen. Oder man macht es sich selbst – indem man einen etwa fünf Meter langen Haushaltsgummi an den Enden zusammenknotet (ideal auch als Pausen-Bewegung bei langen Autofahrten). Den kann man auch bunt bemalen. Denn Gummihüpfen ist gesund – man macht gleichzeitig Bewegung, trainiert Kraft und Geschicklichkeit, und als kleine Motivation vor allem für Eltern und Großeltern: Die Sprünge geben wichtige Impulse an die Knochen, was ihre Festigkeit stärkt und Osteoporose vorbeugt.
Keine festen Regeln
Prinzipiell gibt es beim Gummitwist keine festen Regeln. Der Kreativität sind bei den Choreographien keine Grenzen gesetzt. Lediglich das Grundprinzip bleibt stets gleich. Als kleine Starthilfe hat GESUND&LEBEN ein paar klassische Sprungvarianten samt Anleitung zusammengestellt. Zwei Kinder stellen sich im Abstand von etwa drei Metern gegenüber auf und spannen das zusammengeknotete Gummitwist-Band um die Beinknöchel. Idealerweise gibt es drei Mitspieler, bei lediglich zweien kann man ein stabiles, feststehendes Objekt wie beispielsweise ein Stuhl oder ein Baum, zum Umspannen mit dem Gummiband benutzen. Theoretisch kann man auch alleine spielen, dafür das Band einfach zwischen zwei Stühle spannen. Nun stellt sich der aktive Spieler zur Mitte neben das Gummiband und beginnt, nach einer vorgegebenen oder beliebigen Choreographie zwischen den beiden Bändern zu hüpfen. Der klassische, selbst erklärende Spruch „Seite, Seite, Mitte, Breite, Seite, Seite, Mitte, raus!“ eignet sich ideal für den ersten Versuch, denn er enthält alle Grundsprünge.
Die Kinder können sich, wenn sie die Grundsprünge kennen, natürlich auch ganz eigene Choreographien ausdenken. Sprünge auf einem Bein machen das Ganze viel schwieriger. Beherrschen die Kinder die Schrittabfolge, können sie sich in höheren Schwierigkeitsgraden versuchen. Das Gummiband einfach vom Knöchel an die Wade schieben – so erfordert das Gummihüpfen mehr Kraft und Geschick. Oder das Band in den Kniekehlen, unter dem Po oder gar an der Hüfte platzieren. Je höher das Band, desto schwieriger, aber auch lustiger.
Neben der Höhe kann man auch durch die Weite einen höheren Schwierigkeitsgrad erzielen. Leicht ist es noch, wenn die Kinder das Gummiband mit etwas gegrätschten Beinen halten, schwieriger wird es dann bei geschlossenen Beinen, bei nur einem Bein oder bei weit auseinander gegrätschten Beinen. Beliebt ist etwa auch der „Wackelpudding“. Dabei halten, öffnen und schließen die Kinder, die das Gummiband halten, in regelmäßigem Rhythmus ihre Beine. Das macht es für den aktiven Spieler ganz schön schwierig.
Wollen die Kinder einen Gummitwist-Wettkampf austragen, so muss im Vorfeld geklärt werden, welche Fehler man nicht machen darf. Diese Fehler können beispielsweise sein: den Gummi berühren, einen Sprung auslassen, auf einem falschen Gummi landen, die Reihenfolge der Sprünge nicht einhalten oder im falschen Feld landen. In Durchgängen treten die Kids dann abwechselnd gegeneinander an. Bei einem fehlerfreien Sprung erhöht sich dann der Schwierigkeitsgrad. Wer zuerst den letzten Schwierigkeitsgrad fehlerfrei überwunden hat, geht als Gummitwist-Sieger hervor.
Rhythmische Sprüche beim Gummitwist
Es fällt Kindern leichter, Gummitwist zu springen, wenn dabei Sprüche oder kleine Verse aufgesagt werden. Einige Beispiele:
- Trick – Track – Donald Duck – Micky Maus – Rein und Raus
- Teddybär, Teddybär, dreh dich um, mach dich krumm, Teddybär, Teddybär, mach dich klein, Teddybär hüpf auf einem Bein.
- Zi-tro-nen-fal-ter
- Hoppe hoppe gummihopse, wir sind die kleinen Hopsemopse, hopsen übers Gummiband, Kinder hopsen im ganzen Land.
- Auf einem Gummi Gummi Berg steht ein Gummi Gummi Zwerg, kratzt sich am Gummi-Gummi-Kopf, bindet den Gummi-Gummi-Zopf, trinkt aus dem Gummi-Gummi-Krug, winkt einem Gummi-Gummi-Zug, beißt von dem Gummi-Gummi-Brot, wartet aufs Gummi-Abendrot.
- Seite, Seite, Mitte, Breite, Seite, Seite, Mitte, raus!
- In einer Badewanne saß eine dicke Dame, dicke Dame lachte, Badewanne krachte.
Weitere Tipps und Sprüche gibt es zum Beispiel auf Youtube.
Choreografie für den Start
„Seite, Seite, Mitte, Breite, Seite, Seite, Mitte, raus!“: Das Kind versucht dabei, beim ersten Mal „Seite“ so zu springen, dass es das linke, und beim zweiten Mal „Seite“ dann das rechte Gummiband zwischen den Beinen hat. Bei „Mitte“ hüpft das Kind dann zwischen beide Gummizüge und bei „Breite“ macht es eine Grätsche, damit sich beide Bänder zwischen den
Beinen befinden.
„Raus“ bildet immer den Abschlusssprung, dabei hüpft der Spieler links oder rechts neben beide Gummizüge hinaus. Neben diesen klassischen Sprüngen gibt es noch die Möglichkeit, auf eines oder beide Gummibänder zu springen. Diese Variante nennt sich dann „Auf“.





