Für Eltern besonderer Kinder
Alle Eltern brauchen Unterstützung, besonders aber jene von Kindern mit Behinderungen, chronisch kranken Kindern oder Kindern, die eine besonders schwierige Phase durchmachen. Ein neues Buch zeigt, was hilft.
In Afrika gibt es ein Sprichwort: „Um ein Kind großzuziehen, braucht man ein ganzes Dorf“. Eltern verstehen, was damit gemeint ist: Wie gut es Eltern und Kindern tut, wenn die Großeltern, Verwandte und Freunde sich für eine bestimmte Zeit um das Kind kümmern und es mit anderen Impulsen bereichern oder bereitstehen, wenn es einmal eng wird.
Wie dringend brauchen da erst Eltern Hilfe, deren Kinder nicht stromlinienförmig ins System passen? Die an einer chronischen Krankheit leiden oder geistig, psychisch oder körperlich behindert sind oder mit Entwicklungsverzögerungen oder mit besonders belastenden Phasen zu kämpfen haben?
Für diese Eltern (und Großeltern) hat die Sozialpädagogin und Bewegungstherapeutin Sabine Edinger ein Buch geschrieben: „Besondere Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen. So stärken Sie sich für das Leben mit Ihrem Kind“. Edinger ist langjährige Expertin des NÖ Krisentelefons und Mitautorin des von „Gesundes NÖ“ herausgegebenen Buches „Wohlbefinden und Lebenssinn. Wege zum mentalen Gesundsein.“ Sie hat auch zahlreiche „Glücksvorträge“ in „Gesunden Gemeinden“ gehalten.
Gut für sich selber sorgen
Edinger weiß, wovon sie schreibt: „Das Buch ist aus der Praxis entstanden und für die Praxis gedacht“, sagt sie. Es ist die Essenz aus vielen Jahren psychosozialer, pädagogischer und beratender Arbeit, sowie ihrer eigenen Erfahrung als Elternteil zweier fast erwachsener Kinder, eines davon mit besonderen Bedürfnissen. In „Besondere Eltern“ liegt der Fokus auf den „besonderen Bedürfnissen“ der Eltern. Denn wenn ein Kind in seiner Entwicklung oder seinem Verhalten von der gesellschaftlichen Norm abweicht, sind Eltern gefragt, die stark und motiviert genug sind, die Anforderungen des Alltags mit ihrem besonderen Kind zu meistern, und zwar über die Langstrecke. „Dieses Buch möchte mentale Stärkung auf dem Elternweg sein und dazu ermutigen, bewusst für sich selbst zu sorgen.“ Denn Edinger weiß, dass gerade pflegende Angehörige besonders gefährdet sind, in ein Burnout zu rutschen. Und sie weiß, wie dringend Eltern besonderer Kinder es brauchen, gestärkt und ermutigt zu werden. Und wie bedeutend es ist, dass Eltern, bei allem Einsatz für ihr Kind, gut für sich selber sorgen.
Abstand nehmen von bisherigen Plänen
Denn gerade Eltern mit behinderten oder kranken Kindern haben einige Hürden mehr zu überwinden als andere Eltern: Je nachdem, wie ausgeprägt die besonderen Bedürfnisse des Kindes sind, wie sehr eine Behinderung oder „Verhaltensoriginalität“ die Lebensweise einer Familie verändert, wie einschränkend eine Krankheit ist, müssen diese Eltern entsprechend häufig Abstand nehmen von ihren bisherigen Lebensplänen. Einschränkungen heißen, dass man seine Sicht, seine Hoffnungen und Pläne verändern muss: „Konkret kann das zum Beispiel bedeuten, sich von Träumen zu verabschieden, auf berufliche Karriere zu verzichten, hohe finanzielle Aufwendungen zu haben, Gefahr zu laufen, in die soziale Isolation zu geraten“, weiß Edinger.
Doch die erfahrene Pädagogin weiß auch, dass es nicht nur Negatives zu bewältigen gibt: „Für viele Eltern bedeutet ein besonderes Kind und die damit verbundenen Dinge auch eine Werteverschiebung, eine Konzentration auf das Wesentliche im Leben, das Glück finden in den kleinen Dingen, weil nichts mehr selbstverständlich ist.“
Edinger sieht ihr Buch als Orientierungshilfe und Beitrag zur Prävention, damit diese besonderen Eltern vorbeugen und damit auch langfristig mental und körperlich gesund bleiben können – trotz der höheren Belastung, die meist mit einem besonderen Kind verbunden ist.
Besondere Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen
ISBN: 978-3-86805-912-0
157 Seiten, Euro 18,50
Online-Bestellung:
www.book-on-demand.de, www.pb-bookshop.de, www.amazon.de, in Ihrer Buchhandlung oder direkt bei der Autorin: s.edinger
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