Ein neues Wahrzeichen für die Hauptstadt
Am 7. Juli wird mit einem großen Fußballfest die NV-Arena in St. Pölten eröffnet.

Am 7. Juli eröffnet im Norden der Stadt die neue NV-Arena. 8.000 Besucher werden in dem multifunktionalen Bauwerk Platz finden.
3.700 Zuschauer verabschiedeten sich am 18. Mai beim 3:1-Sieg des SKN St. Pölten über Austria Lustenau vom St. Pöltner Voithplatz. Über Jahrzehnte war das Stadion am Spratzerner Kirchenweg die Heimstätte des fußballerischen Aushängeschilds
der Landeshauptstadt. Doch der Abschied vom in die Jahre gekommenen Voithplatz fällt nicht schwer: Am 7. Juli eröffnet im Norden der Stadt die neue NV-Arena (benannt nach der Niederösterreichischen Versicherung), jenes Stadion, auf das St. Pölten seit vielen Jahren gewartet hat. 8.000 Besucher werden in dem multifunktionalen Bauwerk Platz finden. Sportlandesrätin Dr. Petra Bohuslav: „Die NV-Arena ist ein wesentlicher Meilenstein für die Sportinfrastruktur in Niederösterreich.“
Die Gesamtkosten für das von Bund, Land
Niederösterreich und Stadt St. Pölten finanzierte Stadion samt Infrastruktur betrugen etwa 26 Millionen Euro. „Ein Stadion gehört zum Image einer Landeshauptstadt dazu“, freut sich auch St. Pöltens Bürgermeister Mag. Matthias Stadler auf das neue Schmuckkästchen, das in einer Bauzeit von nur 15 Monaten errichtet wurde. Zur Einweihung der Arena darf der künftige Hausherr SKN St. Pölten prominente Gäste begrüßen – in einem Turnier messen sich die Niederösterreicher mit dem österreichischen Rekordmeister Rapid Wien und dem tschechischen Rekordmeister Sparta Prag. Neben dem Turnier wartet auch noch ein attraktives Rahmenprogramm auf die Zuschauer.
Fußball für die ganze Familie
Die neue NV-Arena wird zu den schönsten und modernsten Stadien Österreichs zählen. Waren die Zuschauer in St. Pölten bislang Wind und Wetter ausgesetzt, sind sämtliche 8.000 Sitzplätze im neuen Stadion überdacht. In der Heimstätte des SKN St. Pölten sollen sich künftig alle wohlfühlen, von den Geschäftsleuten, die im komfortablen Businessclub ihre Netzwerke pflegen, bis hin zu den fußballbegeisterten Familien. Ein eigener Familiensektor inklusive Kinderbetreuung und speziellen Familienparkplätzen soll Groß und Klein gemeinsam das Erlebnis Fußball näherbringen.
Spektakulär und nachhaltig präsentiert sich auch die Dachkonstruktion des Stadions. Die kreisrunde, 14.500 Quadratmeter große Holzkonstruktion erhielt eine Photovoltaikanlage, die jährlich mindestens 312.000 Kilowattstunden Strom erzeugen wird. Nachhaltigkeit und Umweltschutz waren beim Bau und sind beim Betrieb der NV-Arena zentrale Faktoren. So sollen Mehrwegbecher den Abfall minimieren. Das Regenwasser wird gesammelt und entsprechend genutzt. Lärmschutzwände reduzieren den Lärmpegel nach außen.
Aufstieg ist das Ziel
Die Voraussetzungen stimmen also in der Landeshauptstadt, nun sollen auch die St. Pöltner Fußballer nachziehen und den erhofften Aufstieg in die tipp3-Bundesliga schaffen. „Das Stadion ist für uns ein wichtiger Impuls, nur die Tore müssen die Spieler selber schießen“, sagt Christoph Brunnauer, Sportmanager des SKN St. Pölten. In den vergangenen Jahren waren die St. Pöltner stets im Mittelfeld der zweithöchsten Spielklasse, der Heute für Morgen Erste Liga, klassiert. „Jetzt wollen wir ganz vorne andocken“, kündigt Brunnauer an. Der Aufstieg könne aber nicht vom Zaun gebrochen werden. „Wir haben da keinen Druck, wollen uns Schritt für Schritt weiterentwickeln.“ Im Gegensatz zu den Vorläufervereinen VSE und FCN St. Pölten habe man mittlerweile weitaus professionellere Strukturen geschaffen, die nachhaltigen Erfolg garantieren sollen.
Augenmerk auf Nachwuchs
Der SKN geht seit vielen Jahren den niederösterreichischen Weg: Zahlreiche Spieler im Kader sind aus dem Land unter der Enns und identifizieren sich dadurch mit dem Klub und der Stadt. „Es geht natürlich nicht nur mit niederösterreichischen Spielern. Aber wir legen großes Augenmerk auf den Nachwuchs und können daher immer wieder auf junge, heimische Spieler zurückgreifen“, erklärt Brunnauer. Das neue Stadion sei eine zusätzliche Motivation.
Erstklassiger Fußball
Dass der SKN St. Pölten auf Kontinuität setzt und sich den Erfolg nicht einfach erkauft, sieht man auch am Trainer. Martin Scherb ist seit 2007 beim Klub und führte ihn von der drittklassigen Regionalliga Ost in den Profifußball. Der waschechte Niederösterreicher war vor seiner Bestellung zum Cheftrainer des SKN ein eher unbeschriebenes Blatt im österreichischen Fußball, genießt mittlerweile allerdings bundesweite hohe Reputation. Gemeinsam mit
seinen Kickern vom SKN soll er erreichen, dass in
St. Pölten nicht nur ein erstklassiges Stadion steht, sondern auch erstklassiger Fußball geboten wird, der die Massen in die NV-Arena locken kann. Diese wäre auch für Spitzenspiele in der Bundesliga und sogar für den Europacup geeignet. Unkompliziert und rasch kann sie – auch temporär – auf 13.000 Plätze erweitert werden und könnte damit sogar Austragungsort von Champions-League-Spielen (bis zur zweiten Runde) werden. Bis dahin wird zwar noch einiges Wasser die nahegelegene Traisen hinunterlaufen – doch Träumen ist erlaubt – und wie der Bau der neuen NV-Arena zeigt, gehen lange gehegte Träume bisweilen auch in Erfüllung.
Informationen zur Eröffnung finden Sie unter www.eroeffnung-nvarena.at
SKN St. Pölten
Der SKN St. Pölten wird ab kommender Saison seine Heimspiele in der NV-Arena bestreiten. Der SKN wurde im Juni 2000 als inoffizieller Nachfolgeverein des FCN St. Pölten gegründet, der wegen finanzieller Schwierigkeiten aufgelöst wurde. Durch die Übernahme des Bundesnachwuchszentrums St. Pölten wurde der neue Klub nicht wie üblich in die letzte Klasse, sondern in die fünftklassige 2. Landesliga West eingeteilt. Auf Anhieb wurde der Verein Meister und stieg in die 1. Landesliga auf, wo ebenfalls prompt der Titel geholt wurde. Im Jahr 2008 wurde unter Trainer Martin Scherb der Meistertitel in der Regionalliga Ost errungen, der den Aufstieg in die Erste Liga, die zweithöchste Spielklasse, und damit die Rückkehr St. Pöltens in den Profifußball, bedeutete. Neben diesem Titel erreichte der SKN St. Pölten 2008 auch das Halbfinale im österreichischen Fußball-Cup. Seither spielt der SKN mit zwei vierten und zwei fünften
Plätzen eine wichtige Rolle in der Ersten Liga. Nun lautet das Ziel Aufstieg in die Bundesliga. Für die Stadt St. Pölten wäre dies eine Rückkehr, spielte doch schon FCN-Vorgänger VSE St. Pölten bis 1994 sechs Jahre lang in der höchsten österreichischen Spielklasse.




