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Dauernde Bildschirmarbeit verursacht Sehbeschwerden

55 Prozent aller Beschäftigten nutzen einen Computer am Arbeitsplatz, doch die PC-Arbeit verlangt vom Auge permanente Höchstleistung. Niederösterreichs Augenoptikermeister empfehlen daher bei Fehlsichtigkeit eine Bildschirmbrille und regelmäßige Augenkontrolle.


FOTO: essilor

Im Multimedia-Zeitalter werden dem menschlichen Auge Höchstleistungen abverlangt: Wer die Arbeitszeit fast ausschließlich vor dem PC verbringt, sollte wissen, dass der Blick pro Tag bis zu 30.000 Mal zwischen Tastatur, Monitor und Manuskripten wechselt. Die damit verbundenen unterschiedlichen Helligkeiten und Kontraste sorgen für eine zusätzliche Sehbelastung. Denn das menschliche Auge ist in dieser Situation über Stunden pausenlos damit beschäftigt, ein „scharfes“ Bild für das Gehirn zu produzieren. Die Hornhaut ist von der verminderten Lidschlag­frequenz, die mit der dauernden Konzentration einhergeht, am stärksten betroffen. Durch mangelnde Befeuchtung, die beim natürlichen Lidschlag normalerweise sechs bis zehn Mal pro Minute erfolgt, wird die Tränenproduktion stark reduziert. „Bei dieser enormen Belastung sind Augenschmerzen, Juckreiz, Doppelbilder und Kopfschmerzen Symptome für Sehbeschwerden“, beschreibt Komm.-Rat Herbert Grünwald, Landesinnungsmeister der Augen- und Kontaktlinsenoptiker in Niederösterreich, die Störungen des Sehvermögens bei Überlastung durch Bildschirmarbeit, die auch unter dem Begriff „Cyber Vision Syndrom“ zusammengefasst werden.

Sehbeschwerden und Leistungsabfall

Schon nach drei Stunden reiner Bildschirmarbeit werden bei Fehlsichtigen Sehbeschwerden, Ermüdungserscheinungen und Leistungsabfall spürbar. „Hier helfen spezielle Bildschirmbrillen, die eine entspiegelte Oberfläche haben und deren Stärke exakt an die Anforderungen des Arbeitsplatzes abgestimmt ist“, informiert
Herbert Grünwald. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu wissen, dass der Arbeitgeber in Österreich für die Kosten für eine Bildschirmbrille des Arbeitnehmers aufkommen muss, wenn Sehbeschwerden, die auf die Bildschirmarbeit zurückgeführt werden können, auftreten.

Kontrolle des Sehvermögens

Laut Statistik* arbeiten mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in Österreich an einem Bildschirm-Arbeitsplatz. „Sie alle sollten zumindest ein Mal pro Jahr einen Termin beim Augenoptikermeister zur Kontrolle des Sehvermögens einplanen. Insbesondere Arbeitnehmern ab 40plus sei der regelmäßige Check empfohlen. Mit zunehmendem Alter bereitet es nämlich den Augen immer mehr Mühe, ständig wechselnde Distanzen und Kontraste auszugleichen“, erläutert Grünwald.

*Quelle Statistik Austria 2007: IKT-Einsatz in Unternehmen mit mehr als neun Beschäftigten

Tipp

Wer den Augen bei der Bildschirmarbeit zwischendurch Gutes tun möchte, der sollte öfter ganz bewusst ins Grüne oder in die Ferne schauen. Auch das Schließen der Augen für mehrere Sekunden hilft, den natürlichen
Tränenfluss zu aktivieren und das Auge zu regenerieren.