Blutspenden heißt Leben retten
Der besondere Saft wird laufend benötigt, um Leben zu retten. Vor allem die Jugend muss zur Blutspende motiviert werden, da nur sie zukünftig die Versorgung mit der lebensnotwendigen Ressource Blut aufrechterhalten kann.
Es kann jeden von uns treffen: Ein Unfall, eine Krankheit oder auch eine Operation, und man benötigt plötzlich „Fremdblut“. Tatsächlich brauchen rund 66 Prozent aller Menschen hierzulande einmal in ihrem Leben Blut, Blutplasma oder Medikamente, die aus Blutprodukten hergestellt sind. Grundsätzlich ist Niederösterreich für all diese Situationen bestens gerüstet: Das Rote Kreuz und die Blutbanken in den Landeskliniken St. Pölten und Mistelbach-Gänserndorf sorgen dafür, dass es genug Fremdblut gibt. In der Blutbank des Landesklinikums St. Pölten bzw. bei mobilen regionalen Blutspendeaktionen werden pro Jahr 14.000 bis 15.000 Blutspenden abgenommen, berichtet der organisatorische Leiter der Blutbank Rudolf Köck. Im „Parallelhaus“, im Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf, sind es laut dem Leiter des dortigen Laborinstituts Prim. Dr. Harald Rubey rund 11.000 jährlich.
Wer das Spenderblut braucht
Das klingt viel und ist es auch, doch immer wieder kann es zu Engpässen kommen. „Nehmen wir das Beispiel eines schwer verletzten Patienten, der auf der Unfallchirurgie versorgt werden muss – in solchen Fällen werden oft zehn oder mehr Blutkonserven ‚auf einen Schlag‘ benötigt“, macht Prim. Rubey aufmerksam: „Andererseits brauchen den Großteil der Konserven chronisch Kranke und hier vor allem Krebspatienten, deren Blutbildung durch die Chemotherapie teilweise beeinträchtigt sein kann. Ohne Blutkonserven könnte man die Therapien, die sie benötigen, nicht durchführen bzw. hätten die Betroffenen keine Überlebenschance.“
Österreichweit einzigartige Blutspende-App
Der engagierte Primar anerkennt die in Österreich gegenüber der Schweiz oder Deutschland bessere Blutspendesituation, aber er sieht auch das Problem, dass gerade die Jugend immer schwieriger zur Blutspende zu motivieren ist. „Wir bemühen uns, unser Anliegen auch in den Medien der Jugend zu verbreiten.“ So haben zwei Schüler der HTL Mistelbach eine Blutspende-App für Smartphones entwickelt, mit der man die nächsten Blutspende-Termine in den Landeskliniken Mistelbach-Gänserndorf und St. Pölten herausfinden oder sich über den Ablauf der Blutspende informieren kann und auf einen Blick sieht, ob derzeit genügend Blut in der eigenen Blutgruppe vorhanden ist. Die App ist übrigens kostenlos über Google Market erhältlich („Blutspende-App NÖ Landeskliniken-Holding“ eingeben).
Für die optimale Qualitätssicherung bei den Blutkonserven ist übrigens bestens gesorgt – durch regelmäßige Kontrollen, Hygieneschleusen, spezialisiertes Personal, Verträglichkeitsprüfungen und vieles mehr ist größte Sicherheit garantiert. Zudem gelten in Österreich Blut und Blutprodukte als Arzneimittel und unterliegen den strengen Regelungen des Arzneimittel- bzw. Blutsicherheitsgesetzes samt dazugehöriger Verordnungen. Und was den Blutspendevorgang selbst betrifft, so kümmern sich in den Blutbanken vielköpfige Teams in einer entspannten und ruhigen Atmosphäre um die Spender. „Geklärt wird zunächst mittels Fragebogen und Voruntersuchung, ob der Spender gesund ist und Blut spenden darf. Dann gibt es ein Gespräch mit dem Arzt. Blutdruck, Puls und Temperatur werden gemessen. Erst dann geht es zur Blutspende“, erklärt Rudolf Köck. „Dieser Vorgang selbst dauert nicht länger als etwa zehn Minuten, wobei maximal 450 Milliliter Blut abgenommen werden. Schließlich soll sich der Spender noch bei einem Erfrischungsgetränk eine halbe Stunde ausruhen und entspannen. Blutspenden kostet also kaum Zeit, tut nicht weh und schenkt das gute Gefühl, an der Rettung von Menschenleben mitbeteiligt zu sein.“





