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Vom ersten Zahn an!

Gesunde Zähne sind die Basis für einen gesunden Körper. Kariesvorsorge beginnt daher schon bei den Kleinsten. Das Projekt Apollonia 2020 informiert bei den Mutter-Eltern-Beratungsstellen über die optimale Zahnpflege bei Säuglingen.


FOTOS: Gerald Lechner

Der zweijährige Leo liebt das Zähneputzen. Kaum steht er morgens auf, schnappt er sich seine Zahnbürste, bekommt von seiner Mama einen „marienkäfergroßen“ Tupfer Zahnpasta und legt los. Am Schluss folgt noch eine Nachputzrunde durch die Eltern. „Das machst du toll!“, lobt ihn Zahngesundheitserzieherin Irmi Engelhardt vom Projekt Apollonia 2020. Sie ist heute mit Kroko und zahlreichen Utensilien bei der Mutter-Eltern-Beratung in der NÖ Mittelpunkt-Gemeinde Kapelln zu Besuch. Gemeinsam putzen Leo und Irmi Engelhardt noch Maskottchen Kroko die großen Zähne – immer von Rot nach Weiß, also vom Zahnfleisch zu den Zähnen. Leo trinkt nur Wasser, keine süßen Getränke. „Solange er so zufrieden ist, möchten wir dabei bleiben“, erzählt seine Mutter Lucia Zehndorfer. Von der Zahngesundheitserzieherin möchte sie noch nähere Informationen zum Putzen mit der elektrischen Zahnbürste. Auch hier gilt: weiche Bürsten und nicht zu fest aufdrücken. Und Nachputzen bis ins Volksschulalter. „Als Faustregel sagt man, bis das Kind in Schreibschrift schreiben kann“, erklärt Engelhardt.

Die optimale Zahnpflege

Bereits seit 2008 gibt es das Angebot von Apollonia 2020 im Rahmen der Mutter-Eltern-Beratung bei stark frequentierten Beratungsstellen. Ein- bis
zweimal pro Jahr informieren Zahngesundheits­erzieherinnen in den Gemeinden über die optimale Zahnpflege. „Wir möchten den Eltern ab dem Zeitpunkt zur Seite stehen, wo der erste Zahn kommt, und so frühe Aufklärungsarbeit leisten“, erklärt
Projektleiterin Mag. Berit Illich-Gugler.

Achtung, Karies!

Vom richtigen Zähneputzen über die Wahl der Getränke für die Kleinen bis hin zum Umgang mit dem Schnuller spannt sich der Bogen an Informationen. Ein wichtiger Aspekt ist die Infektionskrankheit Karies – die Möglichkeit der Übertragung durch Speichel ist immer wieder ein Thema. Das beliebte Abschlecken des Schnullers durch die Eltern oder das Essen mit einem gemeinsamen Löffel sollten Eltern und andere Bezugspersonen daher unbedingt unterlassen!

Mit dem Wattestäbchen

Ein Kind bekommt seinen ersten Zahn meist im sechsten Lebensmonat. Ab diesem Zeitpunkt ist das Putzen wichtig, zunächst mit einem Wattestäbchen. Nun ist auch der ideale Zeitpunkt, um spielerisch mit einer Kinderzahnbürste zu beginnen. Genaue Altersangaben machen es leicht, die richtige Bürste auszuwählen. Wichtig ist, das Zähneputzen als etwas Angenehmes und Spannendes zu positionieren und jeden Druck, so weit es geht, aus der Tätigkeit zu nehmen. „Durch spielerisches Herangehen erreicht man, dass die Kinder das Zähneputzen als positives Ritual im Tagesablauf empfinden“, weiß Fachfrau Engelhardt. Die Zahnbürste muss alle zwei bis drei Monate getauscht werden. Und: Jedes Familienmitglied benötigt eine eigene Zahnbürste. Kinderzahnpasta soll ab den ersten Milchzähnen einmal täglich – ab dem 2. Lebensjahr zweimal täglich – verwendet werden und sollte fluoridhaltig, geschmacklich neutral und nicht süß sein. Die Dosis? Ein marienkäfergroßer Tupfer. Die richtige Zahnputztechnik geht vom Zahnfleisch zu den Zähnen, nicht quer. Regelmäßige Zahnarztbesuche ab dem ersten Geburtstag machen die Kinder mit dem Zahnarzt und der Untersuchungssituation vertraut.

Zähne lange gesund erhalten

Erst mit rund zweieinhalb Jahren ist das Milchgebiss mit seinen zwanzig Zähnen komplett. Um die Zähne möglichst lange gesund zu erhalten, sollten zuckerhältige Getränke möglichst vermieden werden. Wenn Saft, dann nur stark mit Wasser verdünnt. Und: kein süßes Fläschchen nachts! Die ersten Zähne sind nicht nur zum Essen da, sondern haben auch eine wichtige Rolle als Platzhalter für die zweiten Zähne. Werden die Milchzähne früh durch Karies zerstört und müssen entfernt werden, dann können sie diese Platzhalterfunktion nicht einnehmen und die Wahrscheinlichkeit einer Zahnfehlstellung erhöht sich.

Fleißig putzen

Bei der Mutter-Eltern-Beratung in Kapelln hat mittlerweile der sechs Monate alte Emanuel mit Schwester Cäcilia und Mama Bettina Harm Platz genommen. Während die große Schwester schon ein bisschen selbst putzt, kommen bei Emanuel erst die ersten Zähne. Am lustigen Krokodil der Zahngesundheitserzieherin ist der junge Mann sehr interessiert, und Zahnbürsten liebt er innig. Für ihn empfiehlt Engelhardt das Putzen mit dem Wattestäbchen, sobald die erste weiße Spitze zu sehen ist. An der Zahnbürste kaut er am liebsten herum – ein Indiz dafür, dass die Zähne bald durchbrechen werden. Zum Abschluss darf Cäcilia noch zwei Zahnbürsten aussuchen. „Kroko hat auch eine Zahnbürste, er putzt immer sehr fleißig!“, erzählt Engelhardt. So fleißig wird sich auch Cäcilia um ihre Zähne kümmern, das verspricht sie.