Traumraum gesucht
Der Traum so vieler Menschen – das eigene Haus, mitten im Grünen oder in der Stadt. Damit es kein böses Erwachen gibt, sollte man sich vor dem Grundstückskauf intensiv über das angelachte Fleckchen Erde informieren.
Beim Grundstückskauf kann es die Liebe auf den ersten Blick geben – doch Vorsicht, lassen Sie sich nicht blenden: Sie sollten es eingehend prüfen.
Als die drei wichtigsten Faktoren bei der Wahl des richtigen Grundstückes gelten: Lage, Lage, Lage!
Aber was ist die richtige Lage? Das hängt zum Ersten von den eigenen Bedürfnissen ab: Möchte man in einer großen oder in einer kleinen Stadt leben? Möchte man in der völligen Einschicht leben, oder eher in einer ländlichen Dorfgemeinschaft mit Kirchgang und Frühschoppen am Sonntagvormittag?
Erkundungen einholen
Die Suche nach dem richtigen Baugrund ist mitunter genauso diffizil wie die Partnersuche: Den Richtigen oder die Richtige findet man meist nicht auf Anhieb. Glaubt man aber, das passende Grundstück gefunden zu haben, sollte man sich einige W-Fragen stellen: Wie schaut die Infrastruktur aus? Wo ist die nächste Einkaufsmöglichkeit? Wie ist die Verkehrsanbindung? Wie das soziale Milieu rundherum? Wie ist das Umfeld des Grundstückes? Welche Bauprojekte sind in der Nachbarschaft geplant? Gibt es alte Bäume, die nicht gefällt werden dürfen? Und so weiter.
Keine bösen Überraschungen
Auch wenn es zeitaufwändig und mühselig ist – all diese Fragen zu klären hilft, böse Überraschungen auszuschalten bzw. zu kalkulieren. Schließlich werden Sie in unmittelbarer Nähe wohl keinen neuen Gewerbepark wollen.
Deshalb lohnt vorab der Gang auf die Gemeinde, um einen Blick in den Flächennutzungsplan oder ins Grundbuch zu werfen. Und man sollte sich auch nicht scheuen, bei den Nachbarn zu klingen und sich umzuhören; ganz nebenbei lernt man diese kennen und kann schon mal für gutes Klima sorgen – schließlich sind Nachbarschaftsstreitigkeiten nicht unbedingt erstrebenswert. Auch sollte man das Grundstück zu verschiedenen Tageszeiten besuchen: Was ist los an einem Wochentag und was tut sich am Wochenende in der Nachbarschaft.
Bodenbeschaffenheit prüfen
Nächster Schritt ist, die Beschaffenheit des Bodens zu kontrollieren: Schauen Sie, welche Pflanzen auf dem Grundstück wachsen. Und bedenken Sie beispielsweise, dass ein kleiner Bach in der Nähe bei Starkregen und Hochwasser zu einem reißenden Fluss ausufern und Ihr Eigenheim überfluten kann. Viele Anzeichen für die Beschaffenheit von Grund und Boden lassen sich durch aufmerksames Beobachten erkennen; die Vegetation zeigt an, ob ein Grundstück sehr feucht ist, wenn beispielsweise Schilf sich fröhlich im Wind wiegt.
Es gibt sogenannte Bodengutachter, die eine Expertise des Bodens erstellen, auch um festzustellen, ob und wo der Grundwasserspiegel liegt (wichtig beim Aushub für den Keller).
Vorausdenken erspart Kummer
Die Beschaffenheit des Bodens ist auch ausschlaggebend für die zukünftige Gartengestaltung. Deshalb ist auch zu überlegen, ob nicht schon im Vorfeld ein Landschaftsarchitekt in die Planungen miteinbezogen werden sollte. Wo geht die Sonne auf? Wo sind die Schattenbereiche? Wo kann man am besten Ruhezonen im Garten schaffen, wo die Spielbereiche für die Kinder und wo den Pool oder Naturteich anlegen?
Lauter Fragen, die bereits im Vorfeld geklärt werden
sollten, um spätere Komplikationen und Mehrkosten zu vermeiden. Denn wer vorausdenkt, erspart sich Kummer und Sorgen.
Norden, Süden, Osten oder Westen?
Auch die Lage der Zimmer und die verschiedenen Blickwinkel auf Haus und Garten sind für die Planung wichtig: In welche Himmelsrichtung ist das Schlafzimmer gerichtet – will man von der Morgensonne wachgekitzelt werden oder will man lieber nach Norden blicken? Gut ist die Ausrichtung gen Osten, die blaue Stunde vor Sonnenaufgang und der Sonnenaufgang selbst haben etwas Belebendes und Magisches an sich.
Welchen Ausblick wünscht man sich aus dem jeweiligen Zimmer – will man in ein üppiges Grün blicken oder in ein buntes Blumenmeer? Nach diesen Wünschen richtet sich die Gartengestaltung. Ein kleines Küchengärtchen gedeiht gut im Osten, im Süden sollte der Wohngarten
liegen, mit sonnengewöhnten Pflanzen, ein Ausspannplätzchen für den frühabendlichen Longdrink empfiehlt sich in der Abendsonne, also im Westen.
Wind als Lärmträger
Mit einer eigenen Handy-App kann man auch den
Sonnenverlauf und Sonnenstand über das Jahr hinweg messen und danach planen. Noch keine App gibt es für die Messung des Windes, da muss man ganz einfach fühlen, aus welcher Richtung er pfeift; er ist ja auch Lärmträger – das heißt, schauen und hören Sie, was in der Hauptwindrichtung (Südwesten) gelegen ist, zum Beispiel eine Autobahn, ein Gastgarten etc. – der Schall trägt sich oft kilometerweit und kann direkt in Ihrem Garten landen. Das wirkt sich nicht nur auf Ihre Nerven negativ aus, sondern auch auf den Wert bzw. Wiederverkaufspreis des Grundstückes.
Top-Fragen bei der Grundstückswahl
- Lage und Beschaffenheit des Grundstückes (z. B. Umfeld, Hanglage, Verkehrs- oder Fluglärm, Altlasten, Baumbestand, Bodenbeschaffenheit)?
- Welche Bauprojekte sind in der Nachbarschaft geplant?
- Ausrichtung des Grundstücks: Himmels- und Windrichtung?
- Einschränkungen durch Denkmal- oder Naturschutz?
- Sind Wasserschutzmaßnahmen für einen Keller notwendig?
Die Vastu-Lehre
Die Ausrichtung des Gartens und des Wohnraumes kann nach einer alten indischen Anschauung erfolgen: Vastu heißt die räumliche Ausrichtung, die in Indien zur richtigen Gestaltung bzw. Ausrichtung von hinduistischen Tempeln, aber auch von ganzen Gebäuden, Landschaften und Städten angewandt wurde. Vastu stammt aus dem Sanskrit und bedeutet Natur, Umgebung oder Umwelt. Die Vastu-Lehre nimmt darauf Bezug, dass auf die Erde verschiedene positive oder negative Einflüsse (Himmelsrichtungen, Sonne, Mond und Sterne) einwirken, die man bei der Gestaltung von Lebensräumen berücksichtigen sollte.





