Traumhaft schöne Füße
Wer im Sommer auf gepflegte Füße Wert legt, sollte beim Schuhkauf wählerisch sein und ein paar Pflegetipps beachten.
Susanne Neuherz, Fußpflegerin in Gablitz
Dr. Johannes Gründler, Orthopäde in Mödling, www.orthopaedie-ordination.at
Wenn die Sonne lacht und die Kleidung leichter wird, schenken wir auch den Füßen wieder mehr Aufmerksamkeit – gut so, schließlich spielen sie für uns eine tragende Rolle. Wer mit gepflegten Füßen in den Sommer starten will, sollte auf die Wahl der richtigen Schuhe achten. Verführerische Sandalen, die den Fuß auf schwindelerregenden Höhen balancieren, mögen im Schaufenster verlockend wirken, können aber unansehnliche Folgen haben. Im schlimmsten Fall kann das falsche Schuhwerk Schmerzen hervorrufen, die durch massive Fehlstellungen des Fußes und der Zehen verursacht werden, sagt der Mödlinger Orthopäde Dr. Johannes Gründler.
Schuhe mit mangelhafter Passform, die den Fuß einengen, führen sehr häufig zu Druckstellen, Blasen oder Hühneraugen. „Die Schuhe sollten ausreichend Platz für den Fuß lassen. Die Zehen werden vor allem in spitz zulaufenden Schuhen bedrängt. Aber auch die ausreichende Polsterung der Sohle ist wichtig“, erklärt der Facharzt. Manchmal zu High Heels zu greifen, sei nicht automatisch schädlich für den Fuß: „Es ist nichts dagegen einzuwenden, hin und wieder Schuhe mit hohen Absätzen zu tragen. Man sollte sie nur nicht ständig benützen, weil es dann zu einer Verkürzung der Achillessehne und zu Schmerzen im Bereich des Fußballens kommen kann.“ Im Zweifelsfall also lieber weiche Ballerinas wählen, um die Füße zu schonen.
Wohltat für die Füße
Anziehende Füße setzen aber nicht nur bequeme Schuhe, sondern auch regelmäßige Pflege
voraus, die man leicht zu Hause umsetzen kann. Trockene, rissige und spröde Hornhaut bezeichnet die Fußpflegerin Susanne Neuherz aus Gablitz als die am häufigsten auftretenden Fußprobleme. Für die Entstehung von Hornhaut sind Druck und Reibung verantwortlich, die durch zu enge und drückende Schuhe hervorgerufen werden. Abhilfe schaffen lauwarme Fußbäder mit speziellen Zusätzen wie Salze oder ätherische Öle. Sie entspannen und bereiten den Fuß für die Entfernung der Hornhaut vor. Um der Haut nicht zu viel Feuchtigkeit zu entziehen, sollte das Bad nicht länger als fünfzehn Minuten in Anspruch nehmen. Davor können die Füße mit einem
Peeling verwöhnt werden, um alte Hautschüppchen loszuwerden. Wenn die Haut ganz weich ist, werden die verdickten Stellen an den Ballen und der Ferse mit einem Bimsstein, einer Hornhautraspel oder einem Hornhauthobel abgetragen. Danach können die Füße mit einer Fußcreme verwöhnt und zum krönenden Abschluss mit Nagellack verschönert werden. Mit dem Hobel sollte jedoch nicht zu viel Haut entfernt werden, warnt die Fußpflegerin.
Barfuß durch den Park
Bei stark ausgeprägter Hornhaut, aber auch bei eingewachsenen Fußnägeln oder Hühneraugen empfiehlt sich der Besuch einer Fußpflegepraxis. Diabetiker sollten professionelle Fußpflege
in Anspruch nehmen, weil Hautverletzungen schlecht bis gar nicht heilen: Ihre Haut wird leichter trocken und rissig. „Besonders Nagelpilz tritt bei Diabetes-Patienten häufiger auf“, weiß Susanne Neuherz. Weil viele Diabetiker unter einem herabgesetzten Schmerzempfinden leiden, sollten sie besonders auf das Tragen bequemer Schuhe achten. Wegen der Verletzungsgefahr sollten sie möglichst nicht barfuß gehen.
Für Nicht-Diabetiker bietet das Barfußgehen hingegen viele Vorteile: Es stärkt die Fußmuskulatur und regt die Durchblutung an. Die Zehen am Sandstrand von sanft schäumenden Meereswellen umspielen zu lassen oder barfuß über die Wiese zu laufen, ist Balsam für Körper und Seele. In Niederösterreich bieten spezielle Barfußwanderwege solche Naturerlebnisse für alle Sinne an.
Barfuß durch Niederösterreich
Wo Sie die Natur auf bloßen Füßen erkunden können
- Barfußpark Weitra (Waldviertel)
Die ein Kilometer lange Erlebnisstrecke führt über Wald- und Wiesenboden. Start- und Zielpunkt ist der Pavillon bei der Kneippanlage im Gabrielental.
An 18 Stationen lassen sich verschiedene Bodenbeläge wie Rindenmulch, Flusssteine oder Stöckelpflaster barfuß entdecken. Geboten werden auch Balancier- und Spielestationen sowie eine Kneippanlage. Eintritt frei, empfohlen von Mai bis Oktober.
Informationen: Stadtgemeinde Weitra, Rathausplatz 1, Tel.: 02856/5006 - Barfußwanderweg Kahlenbergerdorf (Wien-Umgebung)
Von der Kirche des Kahlenbergerdorfs führt ein idyllischer Weg durch Weinberge und Obstgärten. Am Ende des asphaltierten Wegs bietet eine Bank Sitzmöglichkeiten, um die Schuhe auszuziehen. Barfuß geht es auf natürlichem Waldboden den Berg hinauf. Am Hydranten auf der Elisabeth-wiese kann man die Füße waschen. Weiter geht es auf dem Wienrundwanderweg 1 durch die Weingärten hinunter zum Jungherrnsteig, wo ein Bach die Füße ins kühle Nass lockt. - Barfußweg Schrattenberg (Weinviertel) – Valtice (Tschechien)
Vom Gemeindeamt in Schrattenberg führt ein Zubringerweg zum Barfußweg. Er erstreckt sich über fünf Kilometer und verläuft zur Hälfte auf tschechischem Gebiet. Der Barfußweg bietet elf Stationen, darunter einen Pilzparcours zum Balancieren, eine Wackelbrücke mit Tretrad und Balancierstamm, eine Gefühlstreppe sowie Schlammbecken, Tastkästen, ein Labyrinth und eine Rasthütte.
Informationen: Gemeinde Schrattenberg, Hauptstraße 25, Tel.: 02555/2345




