< vorhergehender Beitrag

Strahlend schöne Zähne

Achtsame Zahnpflege und regelmäßige Besuche beim Zahnarzt ersparen unliebsame und schmerzhafte Überraschungen.


FOTO: istockphoto, dürr

Ein ansprechendes Lächeln, bei dem gepflegte weiße Zähne hervorblitzen, wird zu den Eckpfeilern guten Aussehens gezählt. Wer Zähne und Zahnfleisch so lange wie möglich gesund halten will, sollte gerade beim Putzen sorgfältig vorgehen. Um Speisereste zu entfernen, die besonders in Kombination mit zuckerhaltigen Getränken schädliche Säuren bilden, die den Zahnschmelz angreifen und zu Karies führen, ist es ratsam, zwei bis drei Mal täglich die Zähne zu reinigen. Mittlerweile legen Ärzte nahe, bereits vor dem Essen zu putzen. Denn wer Zahnbeläge und Bakterien schon vor den Mahlzeiten entfernt, verhindert die Bildung von Säuren im Mund und beugt damit Karies vor. Danach können die an den Zähnen verbliebenen Essensreste mit Zahnseide oder einer Munddusche beseitigt werden.

Elektrisch oder händisch?

Stellt sich auch die Frage nach der richtigen Zahnbürste: Sollte man zur elektrischen Variante oder lieber zur klassischen Handzahnbürste greifen? Laut der St. Pöltener Dentistin DDr. Andrea Sochor macht das keinen großen Unterschied: „Wichtig ist vor allem, dass man putzt – und das möglichst mit Freude und Wertschätzung, anstatt es als lästige Pflicht zu sehen.“ Für ein gutes Putzergebnis ist die richtige Technik ausschlaggebend – und bei elektrischen Zahnbürsten, wie schnell der Putzkopf die Drehrichtung verändert.
Bei Handzahnbürsten rät Sochor zu eher kleinen Bürstenköpfen mit weichen bis mittelharten Borsten, die gut abgerundet sind. Allgemein beseitigen harte Borsten den Zahnbelag deutlich besser als weichere. Wird falsch geputzt, können harte Borsten aber das Zahnfleisch schädigen. Sind solche Zahnfleischverletzungen vorhanden oder liegen gar Zahnhälse frei, sind weiche Bürsten die bessere Wahl. Im Zweifelsfall kann man den Zahnarzt nach der geeigneten Zahnbürste fragen. Natürlich haben auch diese ein Ablaufdatum: „Zahnbürsten sollten alle zwei bis drei Monate und bei Verfärbung oder Verformung gewechselt werden.“

Sensitiv & abrasiv

Wer die Wahl hat, hat angesichts des großen Angebots von Zahnpasten auch die Qual. Aufgabe der Zahncreme ist es, durch die Beigabe des Spurenelements Fluorid die Zähne zu remineralisieren und vor Karies zu schützen. In zu hoher Dosierung können sich Fluoride jedoch schädlich auf Knochen und Zähne auswirken. Bei Zahnpasten gelten unterschiedliche Mengenbegrenzungen für Erwachsene und Kinder. Zusätzlich enthalten sie Putzkörper, die Verfärbungen durch Kaffee, Tee oder Nikotin entfernen sollen.
Zahnpasten mit sehr hoher Abriebkraft (Abrasivität) sind jedoch vorsichtig einzusetzen, sagt Zahnärztin Sochor: „Bei längerer Anwendung können sie die Zahnoberfläche schädigen. Je abrasiver eine Zahnpasta ist, desto größer ist der Abrieb und somit der Verlust von Zahnhärtesubstanz.“ Solche Zahncremes sollten daher nur Menschen mit einwandfreien Zähnen verwenden. Bei überempfindlichen Zahnhälsen sind Sensitiv-Zahncremen mit niedrigem bis sehr niedrigem Abrieb empfehlenswert. Der Abrasionswert (RDA-Wert) sollte dann zwischen 30 und 40 liegen, so die Expertin. Da das nicht immer auf alle Sensitiv-Zahnpasten zutrifft und der RDA-Wert von vielen Herstellern nicht auf der Verpackung vermerkt wird, kann auch hier der eigene Zahnarzt am besten informieren.

Richtige Putztechnik

Eine natürliche, remineralisierende Wirkung hat auch der Speichel. Gesunde Ernährung und die Vermeidung von zucker- und säurehaltigen Speisen und Getränken fördern die Zahngesundheit. Nur durch richtiges Putzen kann der Zahnbelag komplett entfernt werden, sonst ist auch die Remineralisierung durch den Speichel nicht mehr wirksam. Nur zu oft werde falsch geputzt, weiß Sochor aus langjähriger Erfahrung: „Einer der häufigsten Fehler ist das sogenannte Schrubben, das horizontale Hin- und Herschieben der Zahnbürste mit zu hohem Druck.“ Oft werde auch nicht lange genug geputzt. Die Dentistin empfiehlt eine Putzdauer von zwei bis drei Minuten und eine systematische Vorgangsweise. Zwei simple Regeln gilt es dabei zu beachten: Die Innen- und Außenflächen werden in senkrechten Bewegungen vom Zahnfleisch zum Zahn hin geputzt. Die Kau­flächen werden mit kreisenden Bewegungen gereinigt. Vor allem die Zahnzwischenräume, in denen sich Bakterien rasch vermehren, sollte man aufmerksam säubern. Egal ob Handzahnbürste oder elektrische Bürste: Nicht zu viel Druck ausüben, da es sonst zu Zahnfleisch­bluten kommen kann.

Professionell reinigen lassen

Häufig ist Zahnfleischbluten ein Hinweis auf unzureichende Mundhygiene, die Bakterien begünstigt und eine Entzündung des Zahnfleisches hervorruft. „Aber auch Zuckerkrankheit, Defekte in der Immunabwehr und hormonelle Schwankungen während der Pubertät oder einer Schwangerschaft können das Zahnfleisch lockern und Bakterien den Zutritt erleichtern“, weiß Sochor. Dazu können auch bestimmte Medikamente, Stress und Rauchen Zahnfleischbluten mitverursachen. Mit desinfizierenden Mundspülungen und professioneller Zahnreinigung könne man Zahnfleischbluten leicht in den Griff bekommen, meint die Zahnärztin. Mindestens ein bis zwei Mal im Jahr sollte eine professionelle Zahnreinigung in der Ordination durchgeführt werden. Dabei wird der Mund mit einer Spüllösung gründlich ausgespült. Danach werden Zahnstein, Beläge, Ablagerungen und Verfärbungen entfernt. Auch die schwer zugänglichen Zahnzwischenräume und die Zahnfleischtaschen werden gereinigt. Abschließend werden die Zahnflächen poliert und mit Fluoridgel behandelt. Immer größerer Beliebtheit erfreut sich das Bleaching zur Aufhellung verfärbter Zähne. Es empfiehlt sich, vor der Behandlung eine zahnärztliche Untersuchung und eine Zahnreinigung durchführen zu lassen. Werden dann noch einige zahnärztliche Ratschläge beachtet, steht dem Traum vom perfekten Lächeln nichts mehr im Wege.