Sicher im Klinikum
Auch Patientinnen und Patienten können bei einem Krankenhausaufenthalt etwas zu ihrer Sicherheit beitragen. GESUND&LEBEN bringt international bewährte Tipps.
Patientinnen und Patienten können etwas zu ihrer Sicherheit im Klinikum beitragen, erklärt Niederösterreichs Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger. Es sei natürlich Aufgabe der Landes- und Universitätskliniken, die bestmögliche Versorgung anzubieten, und da geschehe gerade in den NÖ Kliniken sehr viel: „Mit den Kennzahlen zur Ergebnisqualität haben die NÖ Kliniken ein System geschaffen, das ganz Österreich übernommen hat. Das ist eine sehr wichtige Leistung. Und dass es externe Audits gibt, ebenfalls von der NÖ Landeskliniken-Holding eingeführt, ist geradezu revolutionär.“ OP-Checklisten, Simulationstrainings wie in der Luftfahrt und viele andere Bausteine tragen zur Sicherheit der Patienten in NÖ bei, weiß Bachinger, der in engem Austausch mit den NÖ Kliniken steht. Doch auch Patienten können etwas zur Sicherheit beitragen, ermutigt der Sprecher der heimischen Patientenanwälte. Und nennt als gutes Werkzeug beispielsweise die von der Plattform Patientensicherheit publizierte Checkliste:
10 Tipps für Ihre Sicherheit
- Stellen Sie Fragen und äußern Sie Ihre Bedenken: Es ist wichtig, dass Ihnen Ihre Therapie, Ihre Testergebnisse und die Gründe für Ihre Behandlung bewusst sind. Fragen Sie nach, bis Sie die Antwort verstehen.
- Teilen Sie Ihre Gewohnheiten mit: Informieren Sie das behandelnde Personal über Medikamente, die Sie einnehmen, sowie über alternative Behandlungen, Diäten, Nahrungsergänzungsmittel, pflanzliche oder homöopathische Arzneimittel. Informieren Sie das Personal, wenn Sie unter einer Medikamentenallergie, einer Allergie auf Nahrungsmittel oder unter anderen Allergien und Unverträglichkeiten leiden. Tragen Sie eine aktuelle Liste Ihrer Medikamente und Allergien bei sich.
- Machen Sie während Ihres Aufenthalts Notizen: Führen Sie Aufzeichnungen über Ihre Erfahrungen während Ihrer Erkrankung. Notieren Sie sich allfällige Fragen an das Personal.
- Nehmen Sie eine Person Ihres Vertrauens mit: Zur Unterstützung sollte Sie eine Person Ihres Vertrauens begleiten. Es ist von Vorteil, wenn mehrere Menschen hören, was das Personal zu sagen hat. Dies verringert das Risiko von Missverständnissen oder einer Fehlinterpretation.
- Überprüfen Sie Ihre persönlichen Daten: Vor einzelnen Untersuchungen, Behandlungen oder Medikamenteneinnahmen gleichen Sie bitte gemeinsam mit dem betreuenden Behandlungsteam Ihren Namen und Ihr Geburtsdatum ab.
- Sagen Sie, wenn Sie Schmerzen haben: Es ist sehr wichtig, dass alle Ihre Beschwerden bekannt sind – auch wenn diese nicht direkt mit der Erkrankung, wegen der Sie in Behandlung sind, in Zusammenhang stehen.
- Riskieren Sie keinen Sturz: Wenn Sie beim Stehen oder Gehen unsicher sind, sprechen Sie das Behandlungsteam an und lassen Sie sich helfen.
- Achten Sie auf Händehygiene: Schützen Sie sich vor Krankheitserregern und desinfizieren Sie Ihre Hände. Wenn Sie beobachten, dass das Behandlungsteam die Händedesinfektion vergessen hat, sprechen Sie die Mitarbeiter darauf an.
- Informieren Sie sich vor der Entlassung über Ihre Nachbehandlung: Fragen Sie, wie Ihre Behandlung nach dem Krankenhausaufenthalt fortzusetzen ist und was Sie selbst tun können, um zu Ihrer Genesung beizutragen.
- Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht: Informieren Sie das Behandlungsteam, wenn Sie eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht besitzen.





