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Schwimmen – der Sport für jeden

Je früher man mit dem Schwimmen beginnt, desto leichter lernt man die richtige Technik. Nur damit macht Schwimmen auf Dauer wirklich Spaß – und nur damit ist es auch wirklich gesund.


Im Wasser ist Lukas in seinem Element. Er rudert mit Armen und Beinen, planscht herum, taucht unter, kommt wieder nach oben und quietscht vor Vergnügen. Lukas ist fünf Monate alt und begeisterter Babyschwimmer. Wirklich schwimmen kann der Kleine natürlich noch nicht, aber er hat beste Chancen, es einmal richtig zu lernen. Lukas hat nämlich keine Angst vor dem Wasser und keine Scheu, mit dem Kopf für kurze Zeit unter Wasser zu sein. Ganz im Gegensatz zu den Erwachsenen, die im tiefen Becken gemütlich ihre Längen ziehen – den Kopf krampfhaft nach oben gestreckt, um ja keinen Tropfen Wasser ins Gesicht zu bekommen. Nackenschmerzen und Verspannungen sind so vorprogrammiert, die Lust am Schwimmen verständlicherweise enden wollend. Das sollte aber nicht sein, denn richtig ausgeführt ist Schwimmen gesünder als so manche Ausdauersportart an Land.

Früh übt sich …

Je früher man also mit dem Schwimmen beginnt, umso besser. „Im Idealfall bringt man ein Kind aus dem Fruchtwasser direkt ins Hallenbad“, formuliert es Bernhard Keller etwas überspitzt. Der staatlich geprüfte Schwimmtrainer hat die Vorteile des Babyschwimmens vor Jahren mit seinem Sohn Niklas selbst erlebt. „Er hat einfach nie Angst vor dem Wasser gehabt, war immer mit dem Kopf unter Wasser, das hat ihn nie gestört“, erinnert sich Keller. Wer seinen Sprössling zum Babyschwimmen bringen will, der sollte das bis zum sechsten Lebensmonat des Kindes tun. Bis dahin verfügt jedes Baby über den angeborenen Tauchreflex. Dieser wird durch den Kontakt des Gesichtes mit dem Wasser ausgelöst und bewirkt, dass das Kind unter Wasser die Atemaktivität stoppt. Babys können daher tauchen, ohne Wasser zu schlucken.
Unbedingte Voraussetzung ist Babyschwimmen aber nicht. „Wenn man ein Kind mit vier oder fünf Jahren in einen Anfängerschwimmkurs bringt, dann lernt es auch noch das Vertrauen ins Element Wasser“, betont Bernhard Keller, der im Jahr rund 400 Kindern aus dem Raum Amstetten das Schwimmen beibringt. Warum man eine oder besser gleich mehrere Schwimmtechniken bereits in jungen Jahren lernen sollte, hat einen guten Grund. „Schwimmen ist koordinativ irrsinnig anspruchsvoll. Die richtige Bewegungsabfolge kann man eigentlich nur im Kindesalter wirklich gut lernen. Erwachsenen ist das meist schwer beizubringen“, weiß der Schwimmtrainer aus Erfahrung. Was Kinder spielend lernen, müssen sich Erwachsene oft mühevoll erarbeiten. Zu spät ist es aber trotzdem nie und es zahlt sich auf alle Fälle aus.

Auf die Technik kommt es an

Schwimmen hat viele Vorteile. Es ist gelenksschonend, lässt sich wetterunabhängig betreiben, ist ein billiger Sport, weil man sehr wenig Ausrüstung braucht und es ist vor allem eine Sportart für jedermann. Jemand, der 120 Kilo hat, kann es genauso gut betreiben wie jemand, der nur 50 Kilo hat. Egal, ob dick, dünn, klein oder groß – das macht beim Schwimmen keinen Unterschied. „Andere Sportarten wie etwa Laufen haben ihre anatomischen Voraussetzungen. Beim Schwimmen werden alle auf die Wasserlage und auf ihr Gefühl für das Wasser reduziert. Man braucht nicht wahnsinnig viel Kraft, nicht unbedingt wenig Gewicht. Es sind alle gleich“, betont Schwimmtrainer Bernhard Keller.
Wer aber nicht nur Baden will, sondern Schwimmen als richtigen Ausdauersport betreiben möchte, der sollte unbedingt auf die richtige Ausführung der Bewegungen achten. „Laufen und Rad fahren kann man komplett ohne Technik. Beim Schwimmen braucht man aber unbedingt die richtige Technik, die einem den Widerstand aufs Möglichste minimiert. Das geht nur, wenn man eine objektive Instanz hat; jemanden, der von oben zuschaut und sagt, was man falsch und was man richtig macht. Ohne Trainer lernt man die Technik nicht“, appelliert Keller an alle ambitionierten Hobbysportler, in einem Fortgeschrittenen-Schwimmkurs an ihrer Technik zu feilen. Passt die Technik, dann ist Schwimmen eine der gesündesten Sportarten überhaupt. Passt sie jedoch nicht, dann kann Schwimmen mehr schaden als nützen.
Schwimmen – ja, aber richtig
Brustschwimmen ist der Stil, den jeder Mensch mehr oder weniger gut beherrscht. Tatsächlich ist er aber der denkbar schlechteste, wenn es an der Technik hapert. Nacken, Hüfte und Knie können bei der falschen Technik ordentlich Probleme bereiten. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Das Knie ist ein Scharniergelenk und als solches nicht unbedingt geeignet für die Drehbewegung beim Brust-Beinschlag. Bei falscher Technik kann es zudem zu Schmerzen im Leistenbereich kommen. Bleibt der Kopf ständig über Wasser, wird die Wirbelsäule überstreckt und das schmerzt ebenfalls. Besonders Menschen mit Knie- und Rückenproblemen sollten sich daher unbedingt Alternativen zum Brustschwimmen suchen.
Warum aber lernt man von Kindesbeinen an ausgerechnet jene Schwimmtechnik, die am ungesündesten ist? „Das hat einen guten Grund: Weil man sich einfach wohler fühlt, wenn man den Kopf über Wasser hat und atmen kann, wann man will. Das könnte man zwar beim Rückenschwimmen auch, aber da sieht man halt nichts“, erklärt Bernhard Keller, warum Brustschwimmen bei Anfängern trotz aller Nachteile noch immer erste Wahl ist.

Fotos: Ingrid Vogl

Kraulen – einfach und gesund

Weit gelenksschonender und somit gesünder als das falsch ausgeführte Brustschwimmen sind die beiden Kraultechniken. Da man beim Rückenschwimmen in öffentlichen Bädern aber das Problem hat, nicht zu sehen, wo man hinschwimmt, ist das Kraulen die beste Art zu schwimmen, ist Keller überzeugt. „Kraulen ist die einfachste Technik, die man am schnellsten lernt. Da geht am meisten weiter, da macht man die meisten Kilometer. Man kann sich dabei gut im Wasser orientieren und man kann Kraul so intensiv schwimmen, dass man wirklich in den Fettverbrennungsbereich hineinkommt“, zählt der Amstettner Schwimmtrainer die Vorteile des gesündesten Schwimmstils auf.
Damit die gesundheitsförderlichen Aspekte des Schwimmens auch wirklich zum Tragen kommen, ist regelmäßiges Training unabdingbar. Wenn jemand Schwimmen als einzige Ausdauersportart betreibt, dann sollten drei Trainingseinheiten pro Woche die Untergrenze sein, so der Schwimmexperte. Eine Stunde plus/minus 20 Minuten sollte man pro Einheit auf jeden Fall einplanen, um sich vom Schwimmen spürbare Erfolge erwarten zu können.
Also: Baden Sie noch, oder schwimmen Sie schon?

 

Positive Effekte des Schwimmens

  • Schwimmen verbessert die Lungenfunktion und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Das Wasser sorgt dafür, dass das Herz ökonomischer schlägt. Bei gleichem Anstrengungsgrad ist die Herzfrequenz im Wasser um zehn Prozent niedriger als an Land.
  • Schwimmen trainiert die muskuläre Ausdauer sowie die Rumpfstabilität (Bauch- und Rückenmuskulatur) und fördert die Koordination.
  • Die Muskulatur wird durch den Auftrieb des Wassers entspannt. Kältereiz und Wasserdruck bewirken, dass der Skelettmuskulatur durch die geringere Hautdurchblutung ein größeres Blutangebot zur Verfügung steht.
  • Der Energieverbrauch ist beim Schwimmen in etwa so hoch wie beim Radfahren, aber niedriger als beim Laufen. Im Vergleich liegt eine Stunde Brustschwimmen mit bis zu 531 Kilokalorien ziemlich gleichauf mit dem Radsport. Wer ebenso lange krault, setzt – je nach Intensität – sogar bis zu 900 Kilokalorien um.
  • Es gibt kaum Verletzungsgefahren. Wenn es Verletzungen beim Schwimmen gibt, dann sind es Überlastungsverletzungen wie etwa die Schwimmerschulter.

Sportland.NÖ Bädertour 2012

Sie ist schon eine lieb gewordene Einrichtung, die Sportland.NÖ Bädertour – und sie kommt auch heuer wieder in zahlreiche Gemeinden, mit bewährten und neuen Angeboten. Neu dabei ist der „Niederösterreich Scheiberlkist’n Cup“ – richtig viel Spaß auf einem Minifußballfeld von 4 x 2 m, auf dem sich meist zwei Spieler matchen. Informationen: www.scheiberlkistn.at
Natürlich auch heuer dabei: die Initiative »Tut gut!« mit „Los geht’s! Jeder Schritt tut gut“, mit vielen Informationen und vielem mehr. Alt und bewährt: Der Sportland.NÖ Hindernisparcours mit Torschusswand mit Geschwindigkeitsmessung und der Sportland.NÖ Geschicklichkeitsparcours mit Segways, Infostand und kostenloser Verteilung des Sportland.NÖ Balls, das TestsTalentDiagnose-System (TDS), der Körperstabilitätstest (MFT Balance Testboard), sportliche Gewinnspiele sowie Mitmachstationen und Präsentation lokaler Vereine.
Ab 12:00 Uhr bei den Beachplätzen Demo und Miniturnier Beachtennis
Ab 14:00 Uhr Besuch eines Sportimageträgers wie Fußball-Legende Toni Pfeffer oder Beachvolleyball-Stars Doris und Steffi Schwaiger oder Tennis-Ass Tina Kandler und viele mehr

Die Sportland.NÖ Bädertour:

  • 10:00–15:00 Uhr, freier Eintritt für alle bis 14 Jahren
  • 23. Juni 2012: Erlebnisfreibadanlage Neumarkt/Ybbs
  • 24. Juni 2012: Weinlandbad Mistelbach
  • 30. Juni 2012: Erholungszentrum Stockerau
  • 1. Juli 2012: Erlebnisfreibad Kirchberg/Pielach
  • 8. Juli 2012: Freibad Aspang
  • 14. Juli 2012: Heidebad Hausmening
  • 15. Juli 2012: Badearena Krems
  • 21. Juli 2012: Freizeitzentrum Waidhofen/Thaya
  • 22. Juli 2012: Wachaubad Melk
  • 28. Juli 2012: Hausschachenteich Weitra
  • 29. Juli 2012: Freizeitzentrum Stadtbad Mödling
  • 4. August 2012: Erlebnisbad Haag
  • 5. August 2012: Thermalstrandbad Baden
  • 11. August 2012: Stadtbad Pöchlarn
  • 12. August 2012: Aubad Tulln
  • 15. August 2012: Parkbad Waidhofen/Ybbs
  • 18. August 2012: Bergbad Hainburg
  • 19. August 2012: Strandbad Klosterneuburg


Informationen: www.sportlandnoe.at

Besonderheiten der vier Schwimmtechniken

  • Brustschwimmen: Es ist die älteste und meist verbreitete Schwimmart und jene, die man als erste lernt. Sie ist aber auch die langsamste und wird oft falsch ausgeführt, da viele Schwimmer den Kopf ständig über Wasser halten und damit den Nacken- und Rückenbereich stark beanspruchen.
  • Trainiert werden bei diesem Stil vor allem Brust-, Schulter- und Armmuskulatur, gleichzeitig aber auch das Herz-Kreislauf-System.
  • Kraulschwimmen: Kraulen ist die Königsdisziplin. Sie ist die schnellste Schwimmtechnik und fordert vor allem die Armmuskulatur. Bis zu 80 Prozent des Antriebs werden nämlich von den Armen geleistet. Schnelles
  • Kraulen stellt hohe Anforderungen an Kraft und Ausdauer.
  • Rückenschwimmen: Das Rückenschwimmen ist in seiner Grobform vom Bewegungsablauf und von der Atmung her die einfachste und auch aus orthopädischer Sicht die gesündeste Schwimmtechnik. Die Bewegungen ähneln jenen beim Kraulen, Mund und Nase bleiben aber ständig außerhalb des Wassers. Der Kopf wird vom Wasser getragen, wodurch die Muskeln der Wirbelsäule und im Hals- und Rückenbereich entlastet werden. Der große Nachteil dieser Schwimmtechnik liegt jedoch in der schlechten Orientierungsmöglichkeit in die Schwimmrichtung und der damit verbundenen Verletzungsgefahr durch Zusammenstöße.
  • Delfin- oder Schmetterlingsschwimmen: Delfin ist nach dem Kraulschwimmen die schnellste Disziplin. Es ist aber eine kraftraubende und vom Bewegungsablauf her sehr schwierige Schwimmlage. Sie erfordert nicht nur viel Kondition, sondern auch eine perfekte Technik. Daher wird dieser Schwimmstil im Breiten- und Gesundheitssport kaum praktiziert. Diese Schwimmtechnik fördert neben der Ausdauer auch die Beweglichkeit der Wirbelsäule und der Schultergelenke. Trainiert werden Brust-, Rücken-, Arm- und Beinmuskulatur.