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Schöne Haut in jedem Alter

Mit den Jahren verliert die Haut an Spannkraft. Gesunder Lebensstil und geeignete Pflege können das Hautbild verbessern.


foto: Istockphoto/PeopleImages

Leben heißt Veränderung. Selbst wenn wir das nicht wollen, unterliegt auch die Haut dem Wandel der Zeit. Die biologische Uhr tickt und im Laufe der Jahre machen sich die Spuren der Zeit im Gesicht durch Fältchen und Falten bemerkbar.
In jugendlichem Alter ist davon noch keine Rede. Die Haut ist in ihrer Blütephase, prall und faltenfrei, weil sie noch genügend Feuchtigkeit speichern kann. „Im Alter von zwanzig Jahren ist die Haut in Topform. Die Hautzellen brauchen nur rund vier Wochen, um sich zu erneuern“, erklärt Dr. Krista Ainedter-Samide, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten mit
Ordinationen in Tulln und Klosterneuburg.  

Leichte Pflege für junge Haut  

Schon in jungen Jahren sollte man beginnen, vorsorglich mit der Haut umzugehen, meint die Hautärztin: „In diesen Jahren wird der Grundstock für später gelegt. Hoher UV-Schutz ist schon in diesem Alter sehr wichtig, weil die Basis für die später sichtbare Hautalterung geschaffen wird.“ Wie wird junge Haut am besten gepflegt? Ein paar einfache Maßnahmen sind ausreichend: Nach der morgendlichen und abendlichen Hautreinigung, mit der neben Make-up-Resten auch Schweiß und Talg entfernt werden, genügt das Auftragen einer feuchtigkeitshaltigen Pflege. Dazu passt eine Tagescreme mit hohem Lichtschutzfaktor, um sonnenbedingten Haut­alterungszeichen vorzubeugen.

Aufbau der Hautschichten

Die Haut ist mit einer Fläche von rund zwei Quadratmetern unser größtes Organ. Sie schützt den Körper vor Umwelteinflüssen wie Hitze, Kälte, Nässe, UV-Strahlen oder dem Eindringen von Krankheitserregern. Sie setzt sich aus drei Schichten zusammen: der Oberhaut (Epidermis bzw. Hornschicht), der Lederhaut (Dermis) und der Unterhaut (Subcutis). Die aus einer Hornschicht bestehende Oberhaut erneuert sich ständig, indem Hornzellen aus tieferen Schichten der Epidermis an die Oberfläche gelangen und wieder abgestoßen werden. Die Lederhaut ist von Kollagenfasern und elastischen Fasern durchzogen. Sie enthält auch Blut- und Lymphgefäße, Nerven, Haarwurzeln, Hautdrüsen und Berührungsrezeptoren. Die Unterhaut besteht hauptsächlich aus lockerem Bindegewebe und Fettzellen.

Wenn die Haut altert

Mit dem Älterwerden verlangsamt sich die Zellteilung in der Oberhaut. Sind dafür in jungen Jahren nur rund 28 Tage nötig, kann der Prozess im Alter bis zu vierzig Tage dauern. In der Lederhaut werden weniger kollagene und elastische Fasern gebildet. Die Elastizität und Spannkraft der Haut nimmt dadurch ab. Ab Mitte dreißig setzt der Alterungsprozess ein, erste Veränderungen treten auf. In diesem Alter sollte man zu reichhaltiger Pflege greifen, empfiehlt Ainedter-Samide: „Spezielle Substanzen wie Hyaluronsäure, Harnstoff, Glycerin und Propylenglykol, die viel Feuchtigkeit binden können, sind eine sinnvolle Anti-Aging-Strategie. Die Tagescreme sollte unbedingt einen hohen Lichtschutzfaktor enthalten.“

Altersspuren verwischen

Von Experten wird die UV-Strahlung der Sonne bis zu achtzig Prozent für vorzeitige Alterungsprozesse verantwortlich gemacht. Bräunliche Altersflecken, die im höheren Alter vor allem auf den Händen und im Gesicht auftreten, sind ebenfalls eine Spätfolge eines Zuviels an Sonnenlicht. Schließlich sind diese Körperstellen am häufigsten dem UV-Licht ausgesetzt. Neben übermäßiger Sonnenexposition lassen auch der regelmäßige Griff zur Zigarette, Schlafmangel, Stress und falsche Ernährung die Haut schneller altern. Es lohnt sich also, seinen Lebensstil zu überdenken (siehe Tipps unten), um der Zeit ein Schnippchen zu schlagen. Das gilt besonders ab den Wechseljahren, denn nun ist die Haut bereits richtig dünn und die Falten werden ausgeprägt und sind stark sichtbar. Gute Hautpflege hat noch einen anderen Aspekt: Sie tut auch der Seele gut ...

8 Tipps gegen vorzeitige Hautalterung

  1. Tagespflege mit hohem UV-Schutz: Bei starker Sonneneinstrahlung mehrmals täglich Sonnenschutzmittel auftragen.
  2. Sonnenschutz: Chronische Sonnenexposition der unbedeckten Haut vermeiden. Sonnenempfindliche Haut mit Hüten, Kappen oder Kleidung schützen.
  3. Auf Genussmittel wie Zigaretten und übermäßigen Alkoholkonsum verzichten.
  4. Ausreichend schlafen: Das Schlafbedürfnis ist individuell unterschiedlich. Erwachsene benötigen durchschnittlich sechs bis acht Stunden Nachtruhe.
  5. Dauerstress reduzieren: Ein hoher Level des Stresshormons Cortisol macht die Haut dünn und empfindlich.
  6. Regelmäßige Bewegung regt den Stoffwechsel an und strafft die Kollagenfasern.
  7. Gesunde Ernährung: Mindestens drei Mal täglich frisches Obst und Gemüse essen.
  8. Mindestens zwei Liter Flüssigkeit pro Tag trinken, am besten Wasser, Mineralwasser oder ungesüßten Tee.

Was braucht die Haut?

 

Dr. Krista Ainedter-Samide, Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten in Klosterneuburg und Tulln

Welche Bedürfnisse hat die Haut im Alter von rund zwanzig Jahren?
Mit zwanzig Jahren ist die Haut straff und elastisch. Im Gesicht zeigen sich noch keinerlei Anzeichen von Falten. Eine leichte Pflege genügt. Es ist empfehlenswert, schon in jungen Jahren vorzeitiger Hautalterung vorzubeugen. Je früher man damit anfängt, desto besser ist das Ergebnis: Nach dem Reinigen der Haut sollte morgens und abends eine Pflege mit viel Feuchtigkeit aufge­tragen werden. Um Hautschäden und Falten abzuwehren, rate ich zu einer Tagescreme, die einen hohen Lichtschutzfaktor hat.

Wann zeigen sich erste Symptome der Hautalterung?

Die Hautalterung ist ein dynamischer Prozess, der etwa in der Mitte des dritten Lebensjahrzehnts einsetzt. Die Haut wird jedoch schon ab dem 25. Lebensjahr trockener. Mit zunehmendem Alter produziert sie weniger Fett. Der Körper stellt auch weniger Kollagen her. Indem das Fettgewebe der Unterhaut und das Bindegewebe nachlassen, wird die Haut nicht mehr so gut gestützt und gepolstert. Die Poren vergrößern sich und die Haut beginnt, dünner zu werden. Beim Lachen, Blinzeln und Sprechen zeigen sich erste Mimikfältchen. Nach dem Aufstehen sieht das Gesicht oft leicht zerknautscht aus, was sich im Laufe des Tages aber legt.

Welche Prozesse sind dafür verantwortlich?
Einerseits ist es der normale Alterungsprozess. Andererseits hat die UV-Exposition Folgen für die Haut. Bis zu achtzig Prozent der Hautalterung gehen auf ultraviolettes Licht zurück. Dafür ist vor allem die UV-A-Strahlung verantwortlich, die tiefer in die Haut eindringt.
Das führt zu einer Aktivitätssteigerung von Enzymen, die das Kollagen in der Dermis zerstören. Dadurch kommt es zur Faltenbildung und anderen Strukturveränderungen. Auch durch Zigarettenrauch werden diese Enzyme aktiviert. Deshalb altert die Haut von Rauchern schneller.

Wie sollte reife Haut gepflegt werden?
Reife Haut ist dünner und trockener als die jugendliche. Ihre Elastizität schwindet und es werden immer mehr Falten sichtbar. Der Spannungszustand der Haut sowie die Talg- und Schweißsekretion lassen nach. Spätestens mit Beginn des Klimakteriums sollten Frauen auf Pflegeprodukte zurückgreifen, die ihren Hautzustand aufrechterhalten und Falten positiv beeinflussen.
Zu den Substanzen mit erwiesener Wirkung gehören die Vitamine A, C und E, Betacarotin, Coenzym Q, Liponsäure und Polyphenole. Sie regen den Zellstoffwechsel, die Zellneubildung und die Kollagenproduktion an und bremsen den alters- und UV-bedingten Kollagen- und Elastinabbau.

Wie kann man früher Alterung entgegenwirken?

Vorzeitige Hautalterung muss man nicht hinnehmen. Eine gute Prophylaxe besteht vor allem in einem effektiven UV-Schutz, der bereits im Kindesalter beginnen sollte. Unterstützen kann man die Prävention mit einer ausgewogenen vitaminreichen Ernährung, viel Trinken, einer gezielten Hautpflege sowie durch das Vermeiden von schädlichen Genussmitteln wie Tabak.