Richtig schön hell
Die neuen energiesparenden Lampen machen vielen Konsumenten noch Schwierigkeiten: Wie finde ich, was ich wirklich möchte? Eine Anleitung.
Gerade in der dunklen Jahreszeit brauchen wir die richtige Beleuchtung für unsere vier Wände. Doch seit die alte Glühbirne ausgedient hat, stehen viele Menschen etwas ratlos vor den Glühbirnen-Regalen in den Baumärkten und Einrichtungshäusern – und nicht wenige wünschen sich die durch Vorgabe der EU ausgemusterten Energiefresser zurück. Wir sind es gewohnt, in Watt zu denken und suchen auf den Verpackungen im Kleingeschriebenen nach den vertrauten Angaben. Und fragen uns, welche Leuchtmittel man sich überhaupt zulegen soll: Was lohnt sich und was hat welche Vor- und Nachteile?
60 Watt = 800 Lumen
GESUND+LEBEN informierte sich bei einem der großen Hersteller über die neue Welt des Lichtes:
J. Robert Pfarrwaller ist Vorsitzender der Geschäftsführung von Philips Österreich, und er hat Verständnis dafür, dass viele Menschen noch nicht so genau wissen, wie sie energiesparend Licht in ihre vier Wände bringen: „Wir sind Watt gewöhnt und können uns darunter was vorstellen. Die Watt-Angabe sagt uns aber nur, wie viel Energie eine Lampe verbraucht, und die neuen Technologien wie LED und Energiesparlampen brauchen viel weniger Energie als die klassische Glühbirne. Was wir daher wirklich brauchen, ist eine Messgröße für die Helligkeit, und die heißt Lumen.“ Ein bisschen umlernen müssen wir schon, damit wir uns in der Welt der energiesparenden Beleuchtung zurechtfinden, aber es ist keine Hexerei: 60 Watt sind 800 Lumen (lm) – mit dieser Formel hat man schon den Großteil der Umstellung geschafft. Wie energieeffizient die einzelnen Lampen sind, sieht man an der Klassifizierung von A bis G – wie bei Kühlschränken und Waschmaschinen mit Farbpfeilen von grün bis rot.
Neue Technologien
Früher gab es nur die Glühbirne, dann auch Halogenlampen. Vor einigen Jahren kamen die Energiesparlampen oder Kompaktleuchtstofflampen dazu, und die jüngste Neuerung im Regal sind LED-Lampen. Sie sparen im Verhältnis zur alten Glühbirne 80 bis 90 Prozent der Energie ein. Und sie wurden schon deutlich billiger und lohnen sich mittlerweile wirklich, denn LED-Lampen haben eine durchschnittliche Lebensdauer von zehn Jahren. Robert Pfarrwaller rät: „Heben Sie die Rechnung auf. Wenn LED-Lampen kaputt werden, dann am Anfang, aber meistens wirklich erst nach zehn Jahren.“ Während die alten Glühbirnen in den Hausmüll kamen, müssen Energiesparlampen in den Sondermüll, da sie Quecksilber enthalten. LED-Lampen sind kleine Technik-Wunderwerke und sollten als Elektronikschrott entsorgt werden.
Angenehmes Licht
Viele Konsumenten mochten Energiesparlampen anfangs nicht, weil sie ein eher bläuliches Licht gaben. Heute gibt es sowohl LEDs als auch Energiesparlampen in den verschiedensten Lichtfarben. Bei der Messgröße Kelvin (K) gilt: Je höher die Zahl, desto kühler der Farbeindruck; je niedriger der Kelvin-Wert, desto wärmer die Lichtfarbe. Tageslichtweiß hat 6.500 K, Neutralweiß 4.500 K. Bei Leuchtmitteln fühlen wir uns bei warmweißem Licht am wohlsten, und das hat 2.700K.
Einige Parameter haben die Leuchtmittel noch: Halogenlampen sind entweder für Hoch- oder für Niedrigvolt ausgelegt und haben entsprechende Montagesysteme – am besten nimmt man die alte Leuchtquelle zum Nachkaufen mit. Bei den Glühbirnen – auch bei LED und Energiesparlampen – gibt es die Sockelgrößen E 27 (die gewohnte breitere Variante) und E14, die schmale Fassung.
Und dann sollte man noch darauf achten, für eine dimmbare Lampe auch Leuchtmittel zu besorgen, die sich dimmen lassen – was ebenfalls auf der Verpackung vermerkt ist. Wie oft die Lampe an- und abgeschaltet werden kann, das entnimmt man dem Wert der Schaltfestigkeit. Da ist es gut, sich zu überlegen, ob man das Licht häufig an- und abdreht, wie zum Beispiel im Bad, oder eher selten, wie im Wohnzimmer, wo es dann den restlichen Abend an bleibt. Letzter Wert, auf den Sie Ihr Augenmerk legen können: das Startverhalten. Halogen- und LED-Lampen sind sofort bzw. rasch hell, während Energiesparlampen ein wenig Zeit brauchen, um ihre maximale Lichtstärke zu erreichen.






