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Noch nicht rauchfrei?

Wer sich professionell beraten und unterstützen lässt, um rauchfrei zu werden, ist erfolgreicher. Nehmen Sie die ambulante Raucherentwöhnung und das Rauchfrei Telefon der NÖ Gebietskrankenkasse in Anspruch!


FOTO: Alexandra Kromus

„Ich muss es alleine schaffen“, „Irgendwann wird es schon Klick machen“, „Ich muss es nur wirklich wollen“ … Kennen Sie Gedanken wie diese, wenn das Thema Rauchstopp in Ihrem Kopf auftaucht? Solche Mythen – und es sind tatsächlich Mythen – halten sich leider hartnäckig im (Unter)Bewusstsein vieler Menschen. Doch von hundert Raucherinnen und Rauchern, die die Entwöhnung ohne professionelle Hilfe in Angriff nehmen, sind nach einem Jahr nur drei bis fünf noch rauchfrei. „Nikotin hat ein Abhängigkeitspotenzial, das mit schweren Drogen wie Heroin und Kokain vergleichbar ist, doch das ist den allermeisten nicht bewusst“, sagt sagt Prim. Dr. Alfred Lichtenschopf. Er ist ärztlicher Leiter der Sonderkrankenanstalt und des Rehabilitationszentrums Weyer und unterstützt seit 25 Jahren Raucherinnen und Raucher dabei, rauchfrei zu werden. Der erfahrene Experte weiß, dass die meisten Betroffenen gut beraten sind, professionelle Unterstützung zu suchen, und dass dies die Erfolgsrate deutlich erhöht. Diese Erfahrungen bestätigen auch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen. Deshalb bietet die NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) schon seit 2005 ambulante Raucherentwöhnung an.

Angebote der NÖGKK

Vor 2012 gab es nur Einzelentwöhnung, dann konzipierten die Tabakentwöhnungs-Expertinnen der NÖGKK das ambulante Entwöhnungs-Programm für Gruppen neu: Nach einer Auftakt-Veranstaltung gibt es in wöchentlichen Abständen fünf Kurseinheiten mit Informationen, in denen es um die eigenen Gewohnheiten und Motive für das Aufhören geht, um den Rauchstopp und Rückfall-Prophylaxe. Anschließend kann man telefonische Nachbetreuung in Anspruch nehmen. Mag. Andrea Büttner vom Bereich Gesundheitsförderung und Prävention der NÖGKK ist zu Recht stolz darauf, denn: Jeder vierte Teilnehmende des Programms bleibt langfristig rauchfrei, und ein weiterer Teil hat den Rauchkonsum deutlich reduziert.
Neben diesem erfolgreichen Angebot gibt es noch die ambulante Einzelberatung im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, ein maßgeschneidertes Programm für Unternehmen. Und natürlich gibt es auch die Beratungen am Rauchfrei Telefon, die ganz individuell auf die jeweilige Situation eingehen, unverbindlich und anonym, flexibel, zeitsparend und unkompliziert sind. Die Beraterinnen sind zudem von ganz Österreich aus erreichbar und helfen sofort weiter.

Eine individuelle Angelegenheit

Unterschiedliche Angebote sind wichtig, denn: „Jeder Mensch ist anders, und es kommt darauf an, in dieser lebensentscheidenden Angelegenheit auch auf die individuellen Bedürfnisse und Notwendigkeiten einzugehen“, sagt Alfred Lichtenschopf, und Andrea Büttner ergänzt: „Ob in der Gruppe, in der Einzelentwöhnung oder per Rauchfrei-Telefonberatung ist eine individuelle Entscheidung. Einige bevorzugen die Gruppe, weil sie die Gemeinschaft und den Erfahrungsaustausch schätzen, andere setzen eher auf Einzelentwöhnung.“ Insgesamt, so die Expertin, sei der Wunsch nach Entwöhnungs-Gruppen groß. Deshalb wächst auch das Angebot der NÖGKK: Im Herbst 2015 fanden acht sehr gut besuchte Kurse statt, und im Jahr 2016 sind in allen Service-Centern der NÖGKK „Rauchfrei in 5 Wochen“-Kurse geplant.

Die ersten Schritte

Und nun zu Ihnen. Sie haben sich entschieden, Ihr Laster Rauchen sein zu lassen? Dann haben Sie den wichtigsten ersten Schritt schon getan. Für alle anderen gilt: Suchen Sie sich eine gute Motivation! Für viele sind bereits bestehende gesundheitliche Beschwerden oder die Angst davor ein guter Grund. Andere geben finanzielle Ersparnis oder Kinderwunsch bzw. Schwangerschaft als Hauptmotivation an. Ein schöner Anlass, „es“ zu tun, ist der Wunsch, den eigenen Kindern oder Enkelkindern ein Vorbild zu sein.
Das Loslegen ist, wie Experte Lichtenschopf weiß, oft nicht leicht: „Es geht nun um das gemeinsame Erstellen eines Managementplans und das Durchkämpfen des Entzugssyndroms in der ersten schwierigen Phase, die etwa zwei bis drei Wochen dauert.“ Seien Sie also darauf vorbereitet, dass Sie in dieser Zeit vielleicht nicht so „gut drauf“ sind wie sonst, dass Sie nervös und gereizt sein können, dass Sie vielleicht vermehrt zum Essen als Ersatz greifen, dass Sie ganz einfach nicht so „funktionieren“ wie normalerweise.
Die Tabakentwöhn-Expertinnen der NÖGKK unterstützen Sie dabei professionell: Sie sind klinische und Gesundheitspsychologinnen, die über eine spezielle Zusatzausbildung verfügen und gut erprobte Methoden aus der Verhaltenstherapie anwenden. „Die Gruppen-Entwöhnung wird auch mit der Telefonberatung kombiniert, was die Erfolgsrate steigert. Je intensiver die Entwöhnung in Bezug auf Zeit und Einheiten ist, desto höher ist auch die Chance, rauchfrei zu werden und zu bleiben“, sagt Andrea Büttner. Und: „Nach der ersten schwierigen Phase wird es definitiv leichter, und die Lust zu rauchen sinkt deutlich“, weiß Lichtenschopf.

Nikotinersatz & Medikamente

Unterstützung kann man sich auch durch Nikotinersatz-Produkte bzw. ein spezielles Medikament holen. „Wir wissen, dass dies die Erfolgsrate verdoppelt bis verdreifacht, aber Wundermittel sind die Nikotinersatz-Produkte und das Medikament Vareniclin nicht“, betont der Arzt. Je stärker die Abhängigkeit, desto hilfreicher können diese Hilfsmittel sein. Verwenden sollte man sie in Zusammenarbeit mit einem Experten, denn man sollte wissen, was man zu sich nimmt und welche Wirkungen und Nebenwirkungen zu erwarten sind. Oft werden Nikotinersatz-Produkte falsch verwendet, weiß Büttner, die deshalb dafür plädiert, sich auch dabei von Experten beraten zu lassen.

Ambulante Raucherentwöhnung

In den ambulanten Raucherentwöhnungs-Programmen der NÖGKK kann man sich ausführlich zum Thema Rauchen informieren und sein persönliches Rauchverhalten analysieren lassen. Außerdem kann man dort den persönlichen Rauchstopp festigen, das Verhalten durch den Aufbau von Handlungsalternativen ändern, den CO-Gehalt in der Atemluft prüfen, die Motivation stärken und sich Hilfe für den Fall eines Rückfall geben lassen. Der Rauchstopp selbst wird mit der „Schlusspunkt-Methode“ erreicht, die Reduktion kann bis zum Rauchstopptag eingesetzt werden, Ziel ist das rauchfreie Leben!

Mut zur letzten Zigarette

„Eines ist sicher: Wer sich professionell beraten und unterstützen lässt, um rauchfrei zu werden, ist erfolgreicher“, sagt Andrea Büttner. Alfred Lichtenschopf betont, dass man die Sache durchaus sehr ernst nehmen soll: „Ich kann nur jedem Raucher und jeder Raucherin den Rat ans Herz legen, sich für eine so wichtige Lebensaufgabe Unterstützung zu holen und wünsche allen viel Erfolg und Mut zur ‚letzten Zigarette‘!“

Das Rauchfrei Telefon

0800 810 013
Montag bis Freitag:
10:00–18:00 Uhr

Wer beim Rauchfrei Telefon Beratung in Anspruch nimmt, wird durchschnittlich mit sieben Telefongesprächen begleitet.
Im Erstgespräch erfragen die Beraterinnen wichtige Informationen zu Ihren Rauchgewohnheiten, um auf Ihre persönliche Situation eingehen zu können.

Auf www.rauchfrei.at finden Sie alle weiterführenden Informationen über:

  • den Beratungsablauf am Telefon
  • die Fakten über Tabak und Nikotin
  • Tipps und Tricks zum Aufhören

Holen Sie sich die App des Rauchfrei Telefons!
www.rauchfreiapp.at