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Natürlich schön

Immer mehr Menschen steigen auf Natur­kosmetik um – doch nicht überall, wo Natur draufsteht, steckt sie tatsächlich drinnen. GESUND&LEBEN erklärt, auf welche Gütesiegel und Inhaltsstoffe Sie beim Kauf genau achten sollten.


FOTO: istockphoto

Nicht nur bei den Themen Ernährung, Lebensstil oder Wohnen wird der Wunsch nach Nachhaltigkeit und Natürlichkeit immer größer – auch in der Kosmetik wird immer mehr Wert auf natürliche Inhaltsstoffe gelegt. Mittlerweile finde man auf vielen Produkten die Bezeichnung „Natur“ oder „Bio“. Doch welche Richtlinien gibt es, um diese als Naturkosmetika kennzeichnen zu dürfen? Und welchen Gütesiegeln kann man tatsächlich vertrauen? GESUND&LEBEN hat bei Naturkosmetikern Amanda Börner nachgefragt. Geht man heute in eine Drogerie, hat man oft die Qual der Wahl – mittlerweile auch bei Naturkosmetik. Immer mehr Marken führen eine eigene Bio- oder Naturlinie. „Für einen Laien ist es schwierig, sich in der Vielfalt der Bezeichnungen und Inhaltsstoffe zurechtzufinden. Das Problem: Auf vielen Produkten steht ‚mit natürlichen Inhaltsstoffen‘ oder ‚Bio‘ – oft ist jedoch nur ein Bruchteil der Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs. Eine verlässliche Regelung, ab wann etwas als ‚natürlich‘ bezeichnet werden darf, gibt es noch nicht“, erklärt die Expertin, und „es gibt nur wenige Gütesiegel, denen man absolut vertrauen kann.“
Der Begriff Naturkosmetik ist bis heute nicht klar definiert, ein österreichisches oder EU-weit gültiges Gütezeichen fehlt bis heute. Auf einige Gütesiegel kann man sich dennoch verlassen (siehe unten).

Vertrauenswürdig

Generell werden in Naturkosmetika Inhaltsstoffe verwendet, die aus erneuerbaren Ressourcen gewonnen, umweltschonend und ohne Testung an Tieren hergestellt werden. Außerdem sollten die Rohstoffe – wenn möglich – aus biologischem Anbau stammen. Die Gütesiegel schreiben eine Mindestprozentzahl dieser Inhalte vor. Wichtig sei speziell bei Cremen, dass die Hauptträger­substanzen aus pflanzlichen und tierischen Fetten und Ölen bestehen. Um sicherzugehen, die richtigen Produkte für sich zu wählen, empfiehlt sich der Gang zur (Natur-)Kosmetikerin: „Hier wird zuerst eine Hautanalyse gemacht und erst anschließend das passende Produkt aus­gesucht. Gut aufgehoben ist man aber auch in einem Naturkosmetik-Geschäft“, weiß Börner.
Um dem ganzen Wirrwarr an Bezeichnungen und Inhaltsstoffen zu entkommen, kann man sich seine Naturkosmetik-Produkte aber auch ganz einfach selbst machen. Dafür gibt es unzählige Rezepte; Naturkosmetikerin Börner hat einen simplen Tipp parat: „Ein wirklich günstiges und natürliches Pflegebad ist Milch. Schon Kleopatra badete vor über 2.000 Jahren in Milch, da sie von der wunderbar hautpflegenden
Wirkung wusste. Füllen Sie sich die Badewanne und geben Sie, während das Wasser läuft, die von Ihnen gewünschte Menge hinzu. Seien Sie nicht sparsam, es kann ruhig ein Liter Vollmilch für eine Wanne sein.“

Tierversuchsfreier AK-Einkaufsführer hilft Konsumenten,Kosmetikprodukte, die ohne Tierversuche produziert wurden, bewusst zu verwenden: www.ak-konsumenten.info (Suche: Tierversuchsfreie Kosmetik)

Gütesiegel für Naturkosmetik

Es gibt einige Gütesiegel für Naturkosmetik, denen man vertrauen kann. Das sind etwa: BDIH, Lacon, Demeter, Naturland, Ecocert oder NaTrue. Seit März 2010 gibt es auch ein österreichisches Gütezeichen: ANC (Austria Natural Cosmetics).
Kontrollierte Naturkosmetik bedeutet:

  • naturreine, ökologisch hochwertige Rohstoffe
  • optimale Umweltverträglichkeit der Wirkstoffe
  • natürliche und naturidente Konservierungsstoffe
  • keine synthetischen Duftstoffe, synthetischen Farbstoffe oder Silikone
  • keine radioaktive Bestrahlung von Rohstoffen und Endprodukten
  • gentechnikfreie Verarbeitung
  • keine Tierversuche

Achten Sie auch auf Inhaltsstoffe wie etwa Paraffine und Silikone: Diese werden aus Erdöl hergestellt und sind ein billiger Ersatz für hochwertige Pflanzenöle und Fette. Sie überziehen die Haut mit einem undurchlässigen Film, der die natürliche Atmung der Haut verhindert.

Tierversuchsfreie Kosmetik: Seit 11. März 2013 gibt es ein EU-Verkaufsverbot für Kosmetikprodukte, deren Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden. Doch dieses Verbot gilt nur für Inhaltsstoffe, die ausschließlich in Kosmetika eingesetzt werden. Stoffe, die auch anderweitig verwendet werden können – und das ist die Mehrzahl –, unterliegen nach wie vor der Chemikaliengesetz­gebung, die die Prüfung an Tieren vorschreibt. Tierversuche für Kosmetika wird es somit auch künftig geben. Achten Sie daher auf folgende Gütesiegel, die tierversuchsfreie Kosmetika garantieren: HCS (Humane Cosmetics Standard, der „springende Hase“), IHTK (Deutscher Tierschutzbund), Veganblume und BDIH.