Mobilfunk: gesundheitsgefährdend oder harmlos?
Fest steht: Handys verursachen elektromagnetische Felder. Aber schaden diese der Gesundheit?
Ist das Telefonieren mit dem Handy eine gefährliche Angelegenheit? Könnte sein, sagen warnende Stimmen. Denn durch die elektromagnetischen Felder, die sich beim Telefonieren bilden, entstehe Elektrosmog, der sich gesundheitsschädigend auswirken könnte. Der Mediziner Dr. Engelbert Dechant vom Europäischen Zentrum für Umweltmedizin (EZU) erklärt: „Elektrosmog ist etwas, das von Funkeinrichtungen ausgeht. Sieht man nicht, riecht man nicht, spürt man aber manchmal.“ Dechant ist sicher, dass manche Menschen besonders sensibel darauf sind und mit Kopfweh, Tinnitus, Schlafstörungen oder anderen Beschwerden reagieren.
Ob Mobilfunk negative gesundheitliche Auswirkungen hat, ist umstritten. Der „Wissenschaftliche Beirat Funk“ (WBF), ein Expertengremium, das das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie berät, betont, dass es – sofern die festgelegten Grenzwerte eingehalten werden – nach derzeitiger Studienlage keinen Nachweis für eine Gefährdung durch Mobilfunk gäbe. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist darauf hin, dass in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine Reihe von Studien durchgeführt wurde, bis jetzt jedoch keine nachteiligen gesundheitlichen Auswirkungen von Handygebrauch festgestellt werden konnten; gleichzeitig stuft die WHO elektromagnetische Felder als „möglicherweise krebserregend“ ein.
Langfristige Studien notwendig
„Wenn man einer sehr hohen Belastung ausgesetzt ist, die man beim Handytelefonieren durchaus erreichen kann, kann das Tumorrisiko gesteigert sein“, ist jedenfalls Dechant überzeugt. Fest steht, dass in Österreich die international anerkannten Grenzwerte der WHO für die Immissionen von Mobilfunkanlagen, das heißt für deren Einwirkungen auf Menschen, eingehalten werden und damit genügend Schutz vor zu hoher Erwärmung des menschlichen Körpers gegeben ist. Dechant stimmt zu: „Vor der Wärmewirkung sind wir mit Sicherheit geschützt.“ Aber es gebe auch andere Effekte, „die dazu führen, dass es zu Veränderungen in Zellen kommt, insbesondere in den genetischen Strukturen. Und das ist wiederum der Einstieg für Krebs.“
Dechant sieht diesen Zusammenhang durchaus von Studien untermauert und kritisiert, dass bei vielen Untersuchungen die lange Latenzzeit bei der Entstehung von Krebs nicht berücksichtigt werde. Und auch wenn der „Wissenschaftliche Beirat Funk“ Mobilfunk generell als ungefährlich einstuft, fordert er ebenfalls Studien, die Langzeiteffekte und Wirkungen auf Kinder untersuchen. Und er empfiehlt – so wie auch die WHO – auf Nummer sicher zu gehen und beim Telefonieren mit Mobiltelefonen sorgsam zu sein: nicht zu lange und zu oft telefonieren, auf guten Empfang achten und das Handy beim Verbindungsaufbau nicht direkt ans Ohr halten.
Dr. Engelbert Dechant, Europäisches Zentrum für Umweltmedizin (EZU)
Workshop für Schulen
Das Europäische Zentrum für Umweltmedizin (EZU) bietet gemeinsam mit der NÖ Landesakademie und in Kooperation mit der Initiative »Tut gut!« Workshops für die 4. bis 9. Schulstufe als Projekttage an (derzeit kostenlos). Dabei geht es um den verantwortungsbewussten Umgang mit dem Handy sowie diversen anderen E-Smog verursachenden Geräten: Welchen Abstand sollen wir während des Schlafes zu Handys, PCs usw. halten? Dürfen wir alles glauben, was die Werbung verspricht? Welche Feldarten verbergen sich hinter dem Begriff E-Smog und wie kann man sich davor schützen?
Informationen:
NÖ Landesakademie, Europäisches Zentrum für Umweltmedizin (EZU), Tel.: 02742/294-17450, www.ezu.at





