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Mit wärmsten Empfehlungen

Seit Jahr­tausenden nützen Menschen die verschiedensten gesundheitlichen Effekte von Wärmeanwendungen.


Foto: istockphoto

Gerade wenn es draußen kalt wird, brauchen wir Wärme für unsere Seele. Glücklich, wer da einen kleinen Wellness-Urlaub antreten kann. Möglichkeiten gibt es viele – von zahlreichen Angeboten in Österreich und dem nahen Ausland bis hin zu den vielen Möglichkeiten, in einem nahen Schwimmbad oder Fitness-Studio eine Sauna zu nutzen.

Finnische Sauna

Die klassische finnische Sauna kennt fast jeder und schätzt sie, wenn es draußen nebelig und feucht wird. Medizinisch gesehen ist die Sauna eine milde Form der Hyperthermie: In der Aufwärmphase steigt die Körpertemperatur in etwa sechs bis acht Minuten leicht an. Das ist gut so, denn dadurch können Giftstoffe ausgeschieden werden. Das mobilisiert auch den Kreislauf, es kommt zu einer sogenannten Thermoregulation. Die Durchblutung verbessert sich, Schweißdrüsen öffnen sich und der Körper wird entgiftet. Gleichzeitig werden Stresshormone ausgeschüttet, der Körper stellt sich auch vegetativ um. Diese Hormonaktivität bewirkt zunächst eine Aktivierung des Körpers, der Herzschlag steigt, es fließt Schweiß.

Klassische Sauna

In der klassischen Sauna beträgt die Temperatur zwischen 60 und 90 Grad, Körper und Kreislauf sind gefordert. Wichtig ist daher die Abkühlung nach dem Saunagang. Eine kalte Dusche oder ein Sprung ins Tauchbecken sorgt für einen positiven Kältereiz. Ein erhöhter Herzschlag normalisiert sich nach der Abkühlungsphase sofort wieder. Das ist ein gutes Training für die Blutgefäße und das Herz. Außerdem reduziert ein Saunagang auch die Reizbarkeit der Schleimhäute, die Bronchien erholen sich. Bei regelmäßigen Saunagängen wirkt sich die Wärme optimal auf den Blutdruck, aber auch auf das Immunsystem aus. Durch die höheren Temperaturen werden Stoffwechselvorgänge aktiviert, die das Wachstum von Killerzellen begünstigen. Diese sind besonders wichtig, um gerade im Winter Krankheiten und Infekte abzuwehren.

Sanft schwitzen in der Biosauna

Wer nicht gnadenlos schwitzen möchte, ist mit der Biosauna gut beraten. Die Temperatur ist mit 60 Grad deutlich niedriger als in der klassischen finnischen Sauna, die Luftfeuchtigkeit wiederum mit 45 Prozent deutlich höher. Diese Variante ist daher kreislaufschonend und sanfter. Auch hier sollten Sie nicht mehr als zwei bis drei Saunagänge planen, dafür dürfen Sie sich länger entspannen und 15 bis 30 Minuten in der Biosauna verweilen. Besonders geeignet ist die Biosauna für Sauna-Anfänger,
Menschen mit Kreislaufproblemen sowie Ältere und Kinder.
Weitere Möglichkeiten, um den Genuss zu perfektionieren, bieten etwa Farblichtsauna oder Kräutersauna, Biosauna mit Aromaölen, die die positiven Wärmeeffekte verstärken.

Durchatmen im Dampfbad

Schon beim Betreten eines Dampfbads wird man in eine wohlig warme Dampfwolke gehüllt. Kein Wunder, die Luftfeuchtigkeit liegt hier zwischen 80 und 100 Prozent. Im gekachelten, meist rund angelegten Raum nimmt man auf beheizten Bänken Platz, aus dem Fußboden tritt Dampf aus und sorgt für ein angenehmes Durchatmen. Spezielle Kräuter oder Zusätze können die angenehme Wirkung verstärken. Lavendel beispielsweise eignet sich hervorragend zur Tiefenentspannung und sorgt für einen erholsamen Schlaf. Im Soledampfbad wird eine Salz-Wasser-Lösung im Nebel versprüht. Sie atmen gewissermaßen Meeresluft, die besonders den Bronchien und der Haut gut tut. Ideal entfaltet sich der Genuss, wenn Sie drei Gänge mit maximal 15 Minuten absolvieren und dazwischen jeweils eine halbe Stunde Pause einlegen. Das Klima ist günstig bei Asthma und Bronchialbeschwerden (nicht akut!), Stoffwechselstörungen, nervösen Erkrankungen und Verspannungen. Der regelmäßige Besuch im Dampfbad stärkt das Immunsystem und schützt gleichzeitig den Kreislauf.

Römisches Dampfbad

Die alte römische Thermenkultur gilt heute als sanfte Alternative zur finnischen Sauna. Im Tepidarium, dem ersten Raum, umgibt den Besucher eine „Starttemperatur“ von 30 Grad. Man sitzt auf warmen Bänken und entspannt sich. Ursprünglich galt das Tepidarium auch als Ort der Kommunikation. Die nächste Etappe führt ins Caldarium, eine gemütliche Oase, um im Liegen oder Sitzen den Alltag hinter sich zu lassen. Bei 40 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit verfliegen graue Gedanken in wenigen Minuten und man konzentriert sich auf den eigenen Körper. Eine kleine Steigerung wartet auf Besucher des Laconiums: Hier herrscht eine Temperatur von 50 bis 60 Grad. Der Vorteil: Der Körper beginnt bei trockener Hitze nun langsam zu schwitzen, ohne dass der Kreislauf dabei belastet wird. Wie lange sich der Gast in diesem wärmenden Kokon aufhalten möchte, ist eine individuelle Entscheidung, die entgiftende Wirkung setzt nach etwa 15 Minuten ein. Römische Bäder wirken bei Asthma und Bronchitis, Hautkrankheiten, Rheuma und Infektanfälligkeit (immunstimulierend). Als krönender Abschluss dieses Rituals empfiehlt sich eine sanfte Massage oder ein geruhsames Schläfchen.

Infrarot: Tiefenwärme für Genießer

Weniger anstrengend als eine Sauna ist der Aufenthalt in einer Infrarotkabine. Der wohltuende Effekt beruht auf einer Kombination aus Licht und Wärme. Bei etwa 50 Grad genießt man auf Holzbänken sitzend die wärmende Wirkung von Infrarotstrahlen, die aus speziellen Lampen genau auf die „Problemzone“ gerichtet sind. Ähnlich wie Sonneneinstrahlung dringen sie tief in die Haut und ins Muskelgewebe. Das fördert Entspannung, Durchblutung und Entschlackung. Vor allem in kalten Wintermonaten schwören viele auf die immunstimulierenden Effekte des Infrarotlichts. Wer sich regelmäßig etwa 15 Minuten dem Genuss hingibt, hat weniger Infekte und fühlt sich vitaler. Infrarot stärkt Immunsystem und Kreislauf, löst Verspannungen, verringert Muskelschmerzen, schützt vor Erkältungen, mildert Hauterkrankungen und entspannt nach sportlicher Aktivität.

Sauna: Grundregeln & Co

Wichtig ist, einige Grundregeln zu beachten:

  • Bleiben Sie nie länger als 15 Minuten in der Sauna.
  • Zwei bis drei Saunagänge sind ideal.
  • Legen Sie dazwischen 15 Minuten Ruhepause ein.
  • Legen Sie sich in der Sauna hin, dann spüren Sie die Wärme gleichmäßig. Die letzten zwei Minuten wieder sitzen, damit der Kreislauf in Schwung kommt.

Die Sauna ist bedingt geeignet für:

  • Menschen mit Herzerkrankungen: Sie sollten mit Ihrem Arzt darüber sprechen, ob ein Saunagang ratsam ist.
  • Bei Nierenerkrankungen: Bei akuten Erkrankungen sollten Sie die Sauna meiden, bei chronischen Beschwerden kann sich die entgiftende Wirkung positiv auf die Harnstoffwerte auswirken.
  • Asthma: Generell hat die Sauna positive Wirkungen, weil sie die Muskulatur in den Bronchien entspannt und sie besser atmen können.
  • Hauterkrankungen: Bei Schuppenflechte oder Akne wird die Durchblutung angeregt, die Haut gereinigt.
  • Generell gilt: Bei akuten Infekten oder Entzündungen sollten Sie auf Saunagänge verzichten.