Lernen am Krankenbett
Klinisch-Praktisches Jahr: 150 Studierende der Medizinischen Universität Wien lernen im sechsten Studienjahr direkt in den NÖ Landes- und Universitätskliniken.

Die NÖ Landes- und Universitätskliniken bieten 235 Ausbildungsplätze für das Klinisch-Praktische Jahr an, etwa die Uniklinik Krems: (v.l.) Ärztlicher Direktor Prim. Dr. Heinz Jünger, die Studenten Emanuel Rotteneder und Georg Kirbes sowie Prim. Dr. Peter Errhalt
Einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Ärzte-Nachwuchses sehen die NÖ Landes- und Universitätskliniken im Engagement beim Klinisch-Praktischen Jahr (KPJ), das im Studienjahr 2014/15 erstmals Bestandteil des Ausbildungs-Curriculums der Medizinischen Universitäten Österreichs ist: Trotz des damit verbundenen zusätzlichen Aufwandes bieten die Abteilungen in den NÖ Landes- und Unikliniken an fast allen Standorten seit Anfang August insgesamt 235 KPJ-Ausbildungsplätze für Studentinnen und Studenten der MedUni Wien an. 150 Studierende absolvieren seit August dieses KPJ in Niederösterreich. Dafür mussten sich die Kliniken als Lehrkrankenhäuser approbieren lassen.
Kenntnisse & Fertigkeiten
In diesem sechsten Studienjahr sollen die Studierenden die erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und ärztlichen Haltungen im Routinebetrieb der Spitäler vertiefen und sich professionelles Handeln als Ärztin oder Arzt aneignen sowie ihre Kompetenzen im problemorientierten Denken und evidenzbasierten Handeln erweitern. Was sie dabei lernen sollen, steht im Kompetenzlevel-Katalog, der von allen österreichischen Medizin-Unis approbiert ist und auf den sich die Curriculums-Direktoren der drei öffentlich-rechtlichen Medizinischen Universitäten geeinigt haben.
Das KPJ umfasst 48 Wochen. Es sieht die aktive Teilnahme der Studierenden am klinischen Alltag vor – samt Patientenbetreuung und Führung von Patienten unter Anleitung. Auch regelmäßige Fortbildungen sind vorgesehen, ebenso die Lernerfolgs-Kontrolle in Form von mündlichen Prüfungen, Beurteilung der praktischen Fertigkeiten und erlernten Fähigkeiten sowie regelmäßige Gespräche mit den Mentoren in den einzelnen Abteilungen.
Lehren heißt Lernen
Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Lechner, MAS, Leiter der Chirurgie und Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Tulln, betont, dass das Ausbilden der Studenten auch sämtliche Ärzte motiviert, sich mit der eigenen Arbeit auseinanderzusetzen. Das hebe die Qualität der medizinischen Arbeit, denn „Lehren heißt lernen“.
Sämtliche Abteilungen, die Studenten ausbilden können, müssen zahlreiche Voraussetzungen und Vorgaben der MedUni Wien erfüllen: Jedes Lehrkrankenhaus hat einen Studienkoordinator, jedes teilnehmende Fach einen Fachkoordinator. Für die Betreuung der Studierenden stellen sie in den einzelnen Abteilungen speziell ausgebildete Mentoren bereit, die ein Trainingsprogramm der Medizinischen Universitäten durchlaufen haben. Die NÖ Lehrspitäler stellen den Studierenden Verpflegung und Dienstkleidung kostenlos zur Verfügung. Die jeweilige Lehrabteilung sorgt für die nötige EDV-Infrastruktur, wie sie auch den ärztlichen Mitarbeitern zusteht, für Fachliteratur, Sozialräume und Dienstzimmer. Und sie garantiert die strukturierten und standardisierten Überprüfungen des Lernerfolges und ihre Dokumentation im Logbuch der Studierenden.
Informationen:
www.lknoe.at




