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Leckereien aus Honig

Honig ist ein besonders wertvolles Naturprodukt, das in Niederösterreich von vielen Imkern und ihren Bienen hergestellt wird. Gerade in den Weihnachts-keksen kann Honig mit seinen inneren Werten verführerisch punkten.


Wenn die Nächte länger werden und die Dämmerung immer früher hereinbricht, wird es Zeit für die Weihnachtskekse. Das gemeinsame Backen, das Kosten und Genießen gehören einfach zum Zauber der Weihnachtszeit. Eines haben die meisten Keksrezepte allerdings gemeinsam: Die Süße kommt vom Zucker. Einzig beim Lebkuchen hat sich der Honig durchgesetzt. Dabei spricht so vieles für das Naturprodukt der Bienen, und es lässt sich fast alles damit backen.

Einzigartiger Geschmack

Für die gleiche Süße ist weniger Honig als Haushaltszucker notwendig, da der im Honig enthaltene Zucker eine etwas höhere Süßkraft hat. Honig sorgt im Vergleich zu Zucker schon bei niedrigeren Backtemperaturen für die gewünschte Bräune. Er besteht aus rund 200 verschiedenen Inhaltsstoffen, deren Zusammensetzung je nach Honigart sehr unterschiedlich ist. Neben Frucht- und Traubenzucker und Wasser finden sich etwa Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Enzyme. Eines unterscheidet die verschiedenen Arten: der einzigartige Geschmack! Und diesen schmeckt man auch bei den fertigen Keksen.

Vanillekipferl, Kokoskugeln & Co.

Fünf Honigkekse, vom Klassiker Vanillekipferl bis zu kaltgerührte Kokoskugeln, haben die GESUND+LEBEN-Testbäckerinnen ausprobiert und verkostet. Backen mit Honig beschränkte sich auch für Doris Schneeweiß aus Neidling auf die Lebkuchenrezepte. Für die dreifache Mutter ist Keksbacken Entspannung pur, Erholung vom oft stressigen Tag.  Für die Kinder eine der schönsten Zeiten im Jahr, zuerst mit Mama backen und dann dürfen alle kosten. Eine bunte Mischung füllt dann die Keksdosen der Familie. Die fünfjährige Johanna beginnt mit den Fingern die Kekssorten zu zählen und lacht: „Es sind voll viele und alle schmecken total gut!“ Nun legen die beiden gemeinsam mit Viktoria (13) los. Der Lebkuchenteig lässt sich hervorragend verarbeiten, nichts klebt an. Ein Vorurteil, mit dem der Honig als Backzutat noch immer zu kämpfen hat. Ganz genau kontrollieren die Schwestern, ob Mama auch schön dünn ausrollt. „Da ist es noch ein bisserl dicker“, zeigt Johanna an den linken Rand.
Das Ausstechen kann beginnen. Viele Herzen, aber auch Rentier und Eichhörnchen sind dabei. Ab geht es in den Ofen. Bei 175 Grad dauert es kaum eine Viertelstunde, dann sind die Kekse fertig. Während die Lebkuchen auskühlen, können die anderen Kekse verkostet werden. Gut schmecken sie alle, aber jeder hat seinen Favoriten.
Die Ischler Igel sind es, die Doris am meisten begeistern: „Extrem weich und geschmackvoll, die zergehen richtig auf der Zunge.“ Viktoria liebt Vanillekipferl, und so sind auch die mit Honig klar ihre Nummer eins. Johanna liebt immer die Kekse, die sie gerade kostet, am meisten. In einem sind sich die drei Testerinnen einig: Mit Honig lässt sich wunderbar backen und die Kekse schmecken himmlisch – was könnte besser zu Weihnachten passen?

Foto: Gerald Lechner

 

Ischler Törtchen – Ischler Igel

Zutaten: 150 g Weizen fein gemahlen, 50 g Haselnüsse gemahlen, 100 g Butter, 2 EL Honig, Vanille. Marmelade zum Füllen. Ev. Schokoglasur
Mehl auf Arbeitsfläche geben, Butterflocken, Haselnüsse, Honig und Vanille dazugeben und zu einem Teig verkneten. 30 Minuten kühl rasten lassen. Dann ausrollen und Kekse ausstechen. Bei 180 Grad ca. 10 Minuten backen.
Tipp: Für klassische Ischler immer einmal Keks mit Loch und einmal Keks ohne Loch ausstechen. Für die Igel (oder andere Formen) beide Teile ohne Loch ausstechen. Wer möchte, kann ihn noch mit Glasur verzieren.

Vanillekipferl

Zutaten: 150 g Weizen fein gemahlen, 100 g Mandeln gerieben, 100 g Butter, 2 EL Honig, 3 Messerspitzen Vanille
Mehl mit Mandeln und Vanille mischen, auf eine Arbeitsfläche geben und mit den anderen Zutaten zu einem weichen Teig verkneten. Der Teich ist ziemlich weich, trotzdem kann man ihn sofort weiterverarbeiten. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche Kipferl formen und bei 175 Grad rund 10 Minuten backen.
Tipp: Erst wenn die Kipferl ein wenig ausgekühlt sind, im Vanillezucker wälzen, damit sie nicht so leicht brechen.

Lebkuchen

Zutaten: 250 g Honig, 100 g Butter, 2 Eier, 500 g gemahlener Weizen, 5 TL Lebkuchengewürz, 2 EL Kakao, 2 TL Weinstein-Backpulver
Honig und Butter cremig rühren. Mehl mit Backpulver, Gewürzen und Kakao vermischen und gemeinsam mit den Eiern zur Masse geben und zu einem Teig verkneten. Eine halbe Stunde rasten lassen.
Ausrollen und Herzen oder andere Formen ausstechen. Vor dem Backen mit Ei bestreichen und eventuell mit Mandeln oder Nüssen verzieren. Bei 175 Grad circa 12 Minuten hell backen.
Tipp: Nur hellbraun backen, sonst sind sie zu hart.

Nusskekse

Zutaten: 6 getrocknete Marillen, 120 g Butter, 80 g Honig, 1 TL Zitronensaft, 1/4 Vanilleschote oder 1/2 Packung Vanillezucker, Salz, 250 g Weizenvollkornmehl, 150 g gemahlene Nüsse, 1 Dotter, 2 EL Milch. Ev Schokoglasur
Marillen kurze Zeit in Wasser einweichen. Butter mit Honig schaumig rühren, mit Marillen pürieren. Zitronensaft, Vanille und eine Prise Salz hinzufügen. Das mit den Nüssen vermischte Mehl mit der schaumigen Masse zu einem Teig verkneten. 3 cm dicke Rollen formen und diese kühl rasten lassen. Dann in 1 cm dicke Scheiben schneiden und auf ein Backblech legen. Dotter mit Milch verrühren und die Scheiben damit bestreichen.
Tipp: Als Variation mit einem Tupfer Schokoglasur in der Mitte.

Kokoskugeln

Zutaten: 100 g Kokosette, 100 g Honig, 50 g Dinkel fein gemahlen, 150 g Butter, 2 EL Kakao, 2 EL Rum, Vanille, Kokosette zum Wälzen
Butter zergehen lassen, die übrigen Zutaten dazugeben, durchrühren und kühl stellen. Zwischendurch immer wieder durchrühren. Aus der Masse Kugeln formen, im Kokosette wälzen.
Achtung: Kühl lagern und schnell aufbrauchen!