Emsige Bienen – fleißige Imker
Niederösterreich ist ein Volk der Imker und Bienen – ein wichtiger Beitrag für unsere Umwelt.
Niederösterreich ist ein Volk der Imker und Bienen – ein wichtiger Beitrag für unsere Umwelt.
Rund 35.000 Bienenvölker, betreut von über 3.000 Imkern, sind über Niederösterreich verteilt. Die erste Assoziation zu Bienen ist Honig. Stimmt natürlich, aber es gibt einen zweiten wesentlichen Nutzen der fleißigen Insekten: 80 Prozent der Pflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Den größten Teil dieser Arbeit leisten die Honigbienen.
Während der Obstblüte sind die Imker häufig bei ihren Stöcken anzutreffen, vergrößern sie laufend, um dem wachsenden Bienenvolk Platz zu schaffen. Mit dem Höchststand der Sonne am 21. Juni erreichen die Bienen ihre größte Anzahl: 60.000 bis 80.000 Bienen kann so ein Volk umfassen. Es besteht immer aus einer Königin, 2.000 bis 4.000 Drohnen und Unmengen an Arbeiterinnen. Danach, in den Sommermonaten, beginnt der Imker mit dem Honigschleudern. Für ihn ist nun die arbeitsintensivste Zeit gekommen. Der Honig wird gewonnen, der Raum der Bienen wieder verkleinert und die Stöcke gegen Parasiten behandelt. Als Ersatz für den entnommenen Honig bekommen die Bienen Zuckerwasser, um gut gesättigt und für die Wintermonate gerüstet zu sein.
Die entnommene Honigwabe wird entdeckelt und geschleudert. Die Schleuder ist eine spezielle Zentrifuge, wo der Honig aus der Wabe durch schnelles Drehen herausgeschleudert wird. Durch ein Sieb läuft der Honig in einen Behälter. Nun darf er ein wenig ruhen, damit er sich „setzen“ kann und Luftbläschen aufsteigen können.
Eine Variation des klassischen Honigs ist der Cremehonig, er wird durch Rühren hergestellt. Zuletzt wird der Honig in Gläser gefüllt.
Im Herbst kontrolliert der Imker, ob das Futter für die Bienen gereicht hat und der Bienenstock die richtige Größe für das Volk hat. Den Winter verbringen die Bienen in Traubenform im Stock, um dann an den ersten Frühlingstagen wieder fleißig von Blüte zu Blüte zu fliegen.
Der Imker hat im Winter keine Pause: Reinigungsarbeiten stehen an, Rahmen müssen ausgebessert und vorbereitet werden, neue Stöcke werden gebaut. Nun ist auch Zeit für Fortbildungen und das Vereinsleben. Richtig frei hat ein Imker eigentlich nie, aber es ist eine Leidenschaft, die oft früh beginnt und nie wieder endet. So ist das auch bei Imkermeister Josef Gfatter aus Kirchstetten. Seit einem halben Jahrhundert hat er eigene Bienen, das erste Volk bekam er mit 12 Jahren. „Wenn wir in der Schule Taschenkontrolle hatten, dann kamen Schmuddelhefte zum Vorschein, nur bei mir waren es Imkereizeitungen – da haben immer alle gelacht“, erzählt er von früher. Die Imkerei betrieb er neben seinem Ganztagsjob, heute in der Pension kann er sich ganz den Bienen widmen. Seine rund 180 Stöcke halten ihn auf Trab, besonders im Sommer. „Die Monate ohne R im Namen sind die mit der meisten Arbeit“, erzählt er. Als Referent für das Lehrwesen ist ihm der Nachwuchs ein Anliegen, der Fortbestand der Imkerei. Für seine ehemaligen Imkereischüler ist er auch später da, steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Fragen gibt es genug am Anfang, die Arbeit mit den emsigen Tieren stellt den Neuling immer wieder vor neue Herausforderungen. Aber auch bei den Kleinen möchte Josef Gfatter Verständnis und Interesse für die Insekten wecken. Schulkindern erklärt er bei Exkursionen auf seinen Hof anhand eines Schaukastens das Innenleben eines Bienenstocks und erzählt ihnen alles Wichtige zum Jahreskreis. Er zeigt ihnen das Honigschleudern und die Abfüllmaschinen. Eines ist ihm besonders wichtig im Wissen um die Biene: „Eigentlich ist die Leistung des Bestäubens durch die Bienen noch hundertmal wichtiger als der Honigertrag. Sie leisten wirklich unbezahlbare Arbeit für die Umwelt!“





