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Kleiner Ball, große Faszination

Golf entwickelt sich in den letzten Jahren immer mehr weg vom elitären Vergnügen hin zum Volkssport. Viele Vorurteile, die das Spiel mit dem kleinen weißen Ball lange begleiteten, gehören mittlerweile der Vergangenheit an oder haben sich als falsch erwiesen.


Fotos: Wolfgang Danzer

Mittwoch, kurz vor 19 Uhr. Das Jugendtraining im Golfclub Swarco-Amstetten-Ferschnitz neigt sich dem Ende zu. „Super, wir werden fotografiert.“ Mit Begeisterung kommen die beiden Jüngsten, der achtjährige Maximilian und der zehnjährige Lukas, dem Wunsch des GESUND+LEBEN-Fotografen nach, auch nach Trainingsschluss noch ein paar Bälle abzuschlagen und zu demonstrieren, wie man den Ball richtig ins Loch befördert. Das macht den beiden sichtlich Spaß. Vom angeblich faden Seniorensport, bei dem man sich nicht bewegt, keine Spur.
Den Ruf, ausschließlich ein Sport für ältere Semester zu sein, hat Golf offenbar zu Unrecht. Zumindest in Ferschnitz, wo an die 50 Jugendlichen regelmäßig den kleinen weißen Ball durch die Lüfte jagen. Und das zum Teil schon in sehr jungen Jahren: Mit zweieinhalb Jahren war Maximilian sogar ein extremer Frühstarter. Als Neffe des Clubtrainers kannte er das Spiel mit Ball und Schläger von klein auf – und wollte es natürlich so bald wie möglich selbst versuchen. „Ich habe ihm die Schläger um 15 Zentimeter abgeschnitten, sonst hätte er sie gar nicht heben können, weil der Schlägerkopf doch relativ schwer ist“, erinnert sich Charly Pregenzer an die ersten Golf-Gehversuche des Youngsters. Üblich beziehungsweise empfehlenswert ist ein so früher Beginn aber nicht. Ideal ist es, im Alter zwischen sechs und acht Jahren mit dem Golfsport zu beginnen, empfiehlt Headpro Pregenzer: „Erst da haben die Kinder die nötige Reife und die körperlichen Voraussetzungen.“

Golf ist Sport

„Was, du spielst Golf? Das ist doch kein Sport. Da kommt man ja nicht einmal ins Schwitzen.“ Es gibt wohl keinen Golfer, der mit dieser Aussage noch nicht konfrontiert wurde. Und es gibt wohl keinen Golfer, der sich über dieses Vorurteil noch nicht geärgert hat. Auch wenn man Golf in puncto Schweißproduktion nicht mit Sportarten wie
Fußball, Tennis oder gar Laufen in einen Topf
werfen kann, anstrengend und körperlich fordernd kann es trotzdem sein. Wer etwa in Ferschnitz alle 18 Löcher spielt, ist gut vier Stunden unterwegs und legt dabei im Schnitt zwischen acht und zehn Kilometer zu Fuß zurück. „Ein Normalverbraucher verbrennt dabei zirka 1.200 Kalorien und weist einen Durchschnittspuls von 120 auf“, weiß
Pregenzer. Kein Wunder also, dass die Profigolfer neben dem reinen Schlagtraining auch noch Krafttraining, Ausdauertraining und sehr viel Gymnastik für die Beweglichkeit betreiben müssen, um an der Weltspitze mithalten zu können. Besonders gefordert ist beim Golf aber der Kopf, denn Konzentration und mentale Stärke sind entscheidend. „Du musst auf den Punkt genau konzentriert sein. Wenn du kurzfristig nicht ganz bei der Sache bist, schießt du den Ball gleich mal ins Aus und bist weg“, erklärt Pregenzer.

Golf ist kein Luxus mehr

Vor Jahren war Golf noch ein höchst elitärer Sport und vor allem ein sehr teures Vergnügen. „Wie ich 1994 angefangen habe, habe ich für mich und meine Frau mit Einschreibgebühr, Mitgliedsbeitrag und Ausrüstung über 70.000 Schilling bezahlt“, erinnert sich Charly Pregenzer. Diese Summen haben sich in letzter Zeit radikal geändert. Teure Einschreibgebühren gibt es nicht mehr, der Mitgliedsbeitrag ist mittlerweile für viele leistbar und ein Anfängerset mit zehn Schlägern bekommt man bereits ab 300 Euro. Dieses hält mehrere Jahre und kann bei Lust und Laune acht Monate im Jahr eingesetzt werden. „Golf ist beinahe ein Ganz­jahressport. Wir haben den Platz heuer am 11. März aufgesperrt. Wenn wir Glück haben, können wir bis Mitte November spielen. Wenn man die lange Saison nützt, ist Golf nicht teuer“, streicht Pregenzer die Vorteile des Ballsports hervor.
Vergleicht man diese Zahlen mit dem Skisport, muss man dem Golftrainer Recht geben. „Wenn jemand aus unserer Gegend 15 bis 20 Skitage im Jahr zusammenbringt, ist er eh schon gut. Dafür betreibt man aber einen Aufwand von 2.000 Euro und mehr. Aber Skifahren ist eben Nationalsport in Österreich, da gibt es keine Hemmungen“, gibt der gebürtige Tiroler, der in seiner Jugend selbst Mitglied des ÖSV-Schülerkaders war, zu bedenken.

Golf als Kontrastprogramm

Skifahren, Motocrossfahren, Tennisspielen – außer Fliegen hat Charly Pregenzer sportlich so ziemlich alles probiert. Warum ist er gerade beim Golf hängengeblieben? Was ist der spezielle Reiz an einer Sportart, die mit schweißtreibender Action und Auspowern nicht gerade viel zu tun hat? „Mich hat extrem fasziniert, wie weit ein ruhender Ball fliegen kann, wenn man ihn richtig trifft. Und was mir noch wahnsinnig gefallen hat am Golf, das ist das Naturverbundene. Ich bin damals aus einem Job mit sehr viel Stress gekommen. Am Golfplatz hatte ich meine Ruhe und konnte abschalten“, beschreibt Charly Pregenzer die Faszination, die der Golfsport von Beginn an auf ihn ausübte. Gerade für Naturliebhaber ist der Platz in Ferschnitz auch ein Paradies. Birn- und Apfelbäume säumen die Fairways, herumspringende Rehe sind in der Früh keine Seltenheit und eine Barfuß-Runde im Herbsttau kann zum ganz besonderen Erlebnis werden. „Es gibt nichts Schöneres“, schwärmt Pregenzer.
Auch die Spielstrategie ist ein Aspekt, der die enorme Faszination dieses Sports erklären kann: „Du darfst 14 Schläger mitnehmen. Jeder Schläger hat eine andere Wirkung und du musst wissen, welchen Schläger du wann brauchst.“ Spielt man nicht immer nur am gleichen Platz, muss man sich zudem immer wieder an die neuen Gegebenheiten anpassen. Golf wird so nie zur Routine, sondern immer wieder zur neuen Herausforderung. Wer das nicht glaubt, der möge es selbst ausprobieren. Aber bitte nicht wundern, wenn sogar der größte Skeptiker zum Verfechter des Spiels mit dem kleinen weißen Ball wird. Unmöglich ist das nämlich nicht. Im Gegenteil.

Golfland Niederösterreich

Niederösterreich ist das Bundesland mit dem dichtesten Angebot an Golfanlagen. Mehr als ein Viertel der österreichischen Golfplätze liegt in Niederösterreich: Über 40 Golfanlagen sind über das gesamte Bundesland verteilt. Die Marke „Golfland Niederösterreich“ vereint 23 dieser Golfressorts und elf Golfhotels. Alle Partnerhotels liegen direkt an einem Golfplatz oder maximal 30 Fahrminuten entfernt und organisieren entsprechende Shuttle-services. Wer als Erster am Platz sein will, kann sein Frühstück schon ab 7 Uhr früh genießen.
Informationen:
www.golfland.co.at

 

Turnierhighlights in Niederösterreich

Niederösterreich ist im September Schauplatz zweier hochkarätiger Golfturniere.

So gastieren von 2. bis 4. September die besten Golfdamen Europas im GC Föhrenwald.  Das UNIQA Ladies Golf Open wird auch heuer wieder Golfsport auf höchstem Niveau bieten. Ein starkes Feld wird erwartet, zu dem mit Steffi Michl und Nicole Gergely auch zwei Österreicherinnen zählen. www.ladiesgolfopen.at

Zweiter Pflichttermin für alle Golf-Fans ist das
Austrian GolfOpen im Diamond Country Club in Atzenbrugg (22. bis 25. September). Beim größten Golfturnier Österreichs, das mit einer Million Euro dotiert ist, ist die internationale Golfelite zu bewundern – darunter mit Markus Brier natürlich auch Österreichs Golf-Aushängeschild.
www.austrian-golfopen.com

Gewinnen Sie Karten für das Uniqa Ladies Golf Open

GESUND+LEBEN verlost unter allen Lesern tolle Preise für alle Golf-Fans, die die Golfkünste der besten Damen Europas einmal genauer unter die Lupe nehmen möchten. Verlost werden 2x2 VIP-Karten für alle Tage und 3 x 2 normale Tageskarten für alle Turniertage beim Uniqa Ladies Golf Open (2. bis 4. September) im GC Föhrenwald.
Mit einer Postkarte an GESUND+LEBEN, Kennwort: Golf-Gewinnspiel, Stoß im Himmel 1, 1010 Wien und Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer bzw. E-Mail-Adresse nehmen Sie an der Verlosung teil. Die Gewinner werden schriftlich verständigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Ablöse der Gewinne in bar ist nicht möglich. Einsendeschluss: 1. August 2011 (Datum des Poststempels)