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Jungbrunnen Krafttraining

Die NÖ Gebietskrankenkasse lädt zum kostenlosen Schnupperkurs „Stabil und kraftvoll durchs Leben“.


Schultern heben: Mit dem Becken gegen den Gymnastikball lehnen oder über dem Ball liegen. Arme seitlich aus­strecken, Schulterblätter zusammenziehen. promotion Fotos: NÖ GKK

Das Thema Kraft als wichtigen Bestandteil eines gesunden Lebens kann man gar nicht hoch genug bewerten, sagt Mag. Hans Holdhaus, Leiter des Bereichs Gesundheitsmanagement im Institut für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung (IMSB) in der Südstadt. Er legt jedem Menschen, unabhängig von Alter und Geschlecht, regelmäßiges Krafttraining ans Herz: „Kraft brauchen wir alle – vom Kleinkind bis ins hohe Alter. Es ist nie zu spät, mit einem angemessenen Muskeltraining zu beginnen. Kraft bedeutet Schutz und Stabilität. Kräftige Bauch- und Rückenmuskeln schützen Ihre Wirbelsäule.“ Wer viel sitzt und sich wenig bewegt, Stress hat und seinen Körper einseitig belastet, bekommt die Rechnung in Form von Spannungskopfschmerz, Nackenbeschwerden, Fehlhaltung und Schmerzen in Rücken und Gelenken präsentiert.

Kraft-Defizit in allen Altersgruppen

Mit der Kraft und damit der Stabilität und Körperspannung sei es in der Bevölkerung schlecht bestellt, weiß Holdhaus aus zahlreichen Testreihen, zum Beispiel auch in Betrieben. „Die Mankos beginnen schon bei den Kleinkindern. Und wenn dann Menschen jenseits der Lebensmitte den Sechserpack Mineral-
wasser nicht mehr heben können, ist das ein schlechtes Zeichen: Die schwindende Kraft führt über die Jahre direkt in die Unbeweglichkeit und Vereinsamung.“ Denn ab 30 bauen wir kontinuierlich Muskeln ab, wenn wir nicht gegensteuern: Pro Jahrzehnt ver­lieren wir etwa fünf Prozent an Muskelmasse! Mit
75 fehlt uns also ein Viertel der ursprünglichen Kraft und Dinge wie Aufstehen und in den Bus einsteigen oder den Einkauf nach Hause tragen werden immer schwerer – bis wir aufgeben.

Regelmäßig trainieren ist nötig

Das Gegenmittel ist einfach, kostet nichts und heißt Kraft- und Stabilitätstraining. Gemeint ist nicht das Gewichtestemmen im Fitnessstudio, sondern schlichtes regelmäßiges Krafttraining, für das Sie im Alltag weder Hanteln noch andere Gymnastik-Geräte benötigen: „Allein mit dem eigenen Körpergewicht kann man alles trainieren, was man braucht“, plädiert Holdhaus zum Überwinden des inneren Schweinehundes. Und rüttelt auch alle auf, die regelmäßig spazieren, laufen, Nordic walken oder wandern: „Regelmäßiges Kraft- und Stabilitätstraining ist mindestens genauso wichtig wie Ausdauertraining. Wer als Läufer zum Beispiel nicht regelmäßig die Bauch- und Rückenmuskeln trainiert, der riskiert Fehl­haltungen und damit Überlastungen der Wirbelsäule und der Gelenke.“

Schnuppertraining für alle

Ein derartiges Training kann man jetzt kostenlos ausprobieren – dazu lädt die NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) in Kooperation mit dem IMSB im September und Oktober im ganzen Land ein. Das Programm wurde vom IMSB entwickelt und in seiner Wirksamkeit getestet.
Holdhaus schwört darauf: „Kraft- und Stabilitätstraining ist ein großartiges Mittel, um jung
zu bleiben und die Lebensqualität zu erhalten.“
Stabilität ist ein Grundbestandteil der aufrechten Körperhaltung. „Eine gute Körperstabilität bedeutet optimale Koordination der globalen und lokalen Muskelgruppen des Rumpfes und der Beine. Stabil sein bedeutet nicht starr und verkrampft zu sein, sondern über das feine
muskuläre Zusammenspiel das Gleichgewicht zu zentrieren.“

Jungbrunnen – jederzeit wirksam

Wer starke Muskeln und einen gut trainierten Körper hat, gewinnt Lebensqualität – weil die Muskeln den Körper formen, weil Muskeln mehr Fett verbrennen, weil man mit gut trainierten Muskeln auch im Alltag besser zurechtkommt und weil sie uns nicht zuletzt davor schützen, ungeschickt zu werden und zu stürzen.
Holdhaus: „Wer seine Muskeln in Schuss hält, kann noch mit 90 gut allein zurechtkommen. Das sehe ich in der eigenen Familie, meine 92-jährige Großmutter fährt noch allein mit dem Zug zu uns. Muskeln bedeuten, dass man mobil bleibt. Aber man muss eben etwas dafür tun. Und das kann man in jedem Alter. Die Lebensqualität steigt, auch wenn Sie erst mit 90 anfangen. Aber je früher Sie beginnen, desto besser!“
In der Gruppe macht Kraft- und Stabilisationstraining natürlich mehr Spaß. Im Mittelpunkt der Schnupperkursreihe der NÖGKK stehen das
Training mit dem Pezziball und dem Theraband
zur Verbesserung der Kraftfähigkeit speziell
für die Bauch- und Rückenmuskulatur zur Ganzkörperstabilisierung. Im Schnupperkurs geht der Sportpädagoge Brunner-Plosky auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmer ein und gibt viele praktische Trainingstipps zum Thema koordinatives Krafttraining für mehr Rumpfstabilität. Alle Teilnehmer erhalten kostenlos die neue NÖGKK-
Broschüre „Stabil und kraftvoll“.

IMSB – Institut für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung

Das IMSB Austria wurde 1982 gegründet, um für den österreichischen Sport eine umfassende wissenschaftliche Betreuung sicherzustellen. In diesem Institut wurden erstmals Sportler und Trainer umfassend beraten und wissenschaftlich betreut. Im Mittelpunkt standen vor allem Trainings- und Wettkampfoptimierung. Nach und nach kamen die Bereiche Sportmedizin, Anthropometrie (Körpervermessung), Anti-Doping, Ernährung, Physiotherapie und Biomechanik (Bewegungsanalyse) dazu. Heute steht dem Sport ein Institut zur Verfügung, das höchsten internationalen Ansprüchen gerecht wird. Auf fast 1.000 m2 sind im IMSB Austria, das im Areal des Bundessport- und Freizeitzentrums Südstadt beheimatet ist, mehr als 30 Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz – für Spitzensportler und Trainer ebenso wie für alle Sportinteressierten.
Informationen: Tel.: 02236/22928, www.imsb.at

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