Im Garten starten
Der Frühling beschert uns wahre Blütenexplosionen. Inmitten dieses bunten Treibens fragen sich Gärtnerin und Gärtner: Wo soll ich anfangen? Was ist jetzt im Garten zu tun?
Laub und Grasschnitt, als wertvoller Mulch im Winter auf den Beeten, sind nun verrottet – Zeit, es in die Erde einzuarbeiten. Abgestorbene Stauden sollten Sie abschneiden und auf den Kompost werfen. Vorsicht, nicht die ersten Blumenzwiebelspitzen zertrampeln! Aufkeimendes Unkraut lässt sich nun besonders gut jäten, da es noch klein ist. Gleichzeitig können Sie den Boden vorsichtig mit einer Grabgabel oder einem Sauzahn lockern. Legen Sie sich eine gepolsterte Unterlage unter die Knie und arbeiten Sie rückenschonend – beim Bücken immer in die Knie gehen, um die Bandscheiben zu entlasten.
Nun ist auch der optimale Zeitpunkt, um den Pflanzen Nahrung in Form von Kompost zu gönnen. Dieses „Gold des Gärtners“ ist ein langsam wirkender, organischer Dünger. Er enthält alle wichtigen Pflanzennährstoffe in ausreichender Menge – die Pflanzen nehmen an Nährstoffen nur das auf, was sie benötigen. Bringen Sie den Kompost flächig auf und harken Sie ihn leicht ein. Damit sind die Beete optimal vorbereitet und die Pflanzen bestens für die Saison versorgt.
Starkzehrer wie Gemüse mit hohem Nährstoffbedarf vertragen vier bis sechs Liter Kompost pro Quadratmeter. Das entspricht einer etwa einen Zentimeter hohen Kompostschicht. Mittelzehrer kommen mit zwei bis vier Litern und Schwachzehrer mit ein bis zwei Litern pro Quadratmeter aus – genauso wie die meisten Stauden. Steingartenpflanzen sowie Wildstauden, die magere Standorte gewöhnt sind, brauchen nur wenig bis gar keinen Kompost. Bekommen sie zu viel Nahrung, werden sie anfällig für Schädlingsbefall und Pilzkrankheiten.
Zierde & Genuss
Was kommt in die fein vorbereiteten Beete? Wahrscheinlich haben Sie sich den Winter über Gedanken gemacht, was Sie heuer ernten möchten. Eine Mischkultur ist eine sinnvolle, hübsche Möglichkeit, Gemüse mit Blühpflanzen zu kombinieren und so mehr Farbe in den Garten zu bringen. Das Prinzip der Mischkultur funktioniert so: Pflanzenarten, die sich gegenseitig unterstützen, werden gemeinsam ins Beet gesetzt, abwechselnd in einer Reihe oder reihenweise versetzt.
Ein Klassiker ist die gemeinsame Aussaat von Karotten und Radieschen. Die schneller wachsenden Radieschen halten Unkraut von den Karotten fern, werden aber bereits geerntet, wenn die Karotten dann mehr Platz benötigen. Karotten zusammen mit Zwiebeln halten sich gegenseitig die Gemüsefliegen vom Hals. Ringelblumen als Beetumrandung locken mit ihren zahlreichen farbigen Blüten Schwebfliegen, Marienkäfer und Florfliegen an. Diese legen ihre Eier gerne in Blattlauskolonien, denn die Larven sind eifrige Blattlausverzehrer. So helfen die Ringelblumen dabei, Nützlinge anzulocken und das Gleichgewicht zwischen nützlichen und schädlichen Insekten zu bewahren. Eine besonders schmackhafte Kombination liefern Erdbeeren und Knoblauch. Der Knofel hält nämlich Pilzkrankheiten und Erdbeermilben fern.
Mulchen statt Jäten
Hat sich der Boden erwärmt, wird gemulcht. Das bedeutet, der nackte (unbewachsene) Boden zwischen den Pflanzen wird mit einer dünnen Schicht Grasschnitt, Holzhäcksel, Laub oder anderem Mulchmaterial bedeckt. Unkräuter werden so unterdrückt und Sie ersparen sich das Jäten. Zusätzlich schützt die Mulchschicht vor Auswaschung durch Regen und vor raschem Austrocknen des Bodens durch intensive Sonnenbestrahlung. Und die Regenwürmer freuen sich besonders, denn sie ziehen abgestorbene Pflanzenreste in den Boden und verarbeiten diese zu feinem Humus. Die Regenwurmgänge verbessern außerdem die Bodenbelüftung und die Wasseraufnahme des Bodens. Ganz schön schlau, die kleinen Helferchen für sich arbeiten zu lassen!
Für Gemüse- und Kräuterbeete eignen sich Rasenschnitt, zerkleinerte Brennnessel- und Beinwellblätter sowie der Rückschnitt von stark wachsenden Kräutern wie Melisse. Sie können auch überschüssige Blätter von Spinat oder Salat verwenden.
Den Rasenschnitt nicht zu dick auftragen, da er sonst leicht zu faulen beginnt. Haben Sie viele Schnecken im Garten, empfiehlt sich Flachsmulch, den mögen Schnecken nämlich gar nicht.
Erdbeeren lieben eine dünne Decke aus Stroh. Die Früchte werden dadurch vor Verschmutzung und Schimmel geschützt.
Sie können auch Bäume und Beerensträucher mulchen, zum Beispiel mit Häckselgut vom Strauch- und Baumschnitt oder Wiesenschnitt. Hier dürfen Sie die Schicht ruhig etwas dicker auftragen. Bei Obstgärten mit starkem Wühlmausvorkommen ist es allerdings besser, die Bäume im Winter nicht zu mulchen.
Informationen:
„Natur im Garten“-Telefon: 02742/74333, www.naturimgarten.at
Die Broschüre „Pflanzen, Ernten und Genießen“ behandelt den Gemüseanbau im Hausgarten. Download unter www.naturimgarten.at/fachwissen
Die Garten Tulln
2014 wurde die Garten Tulln in die Arbeitsgemeinschaft Botanischer Gärten Österreichs aufgenommen und ist somit botanischer Garten. Die erste dauerhafte ökologische Gartenschau Europas öffnet am 11. April 2015 wieder ihre Pforten und begrüßt die Besucherinnen und Besucher mit einem bunten Blütenreigen.
Seminare:
- 2. Mai 2015: Gesunder Boden – Gesunde Pflanzen
- 9. Mai 2015: Achtung – Fertig – Beet: Alles über Kräuter- und Gemüseanbau
- 16. Mai 2015: Nützlinge – tierisch nette Helfer in den Garten locken
- 30. Mai 2015: Gefräßige Tiere und starke Pflanzen – Ökologischer Pflanzenschutz
jeweils von 12:30–17:45 Uhr, Kosten: 35 Euro; mit „Natur im Garten“-Karte: 29 Euro. Am Tag des Seminars ist der Besuch der Garten Tulln inkludiert.
Anmeldung: „Natur im Garten“-Telefon: 02742/74333, gartentelefon
naturimgarten.at, www.naturimgarten.at, www.diegartentulln.at
Tag der Artenvielfalt
Heuer steht der Tag der Artenvielfalt ganz im Zeichen des Bodens. Erleben Sie hautnah die Natur und entdecken Sie gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Forschung die Tier- und Pflanzenwelt. Ein spannendes Programm erwartet Sie.
17. Mai 2015
Garten Tulln
Am Wasserpark 1
3430 Tulln
www.diegartentulln.at





