Hervorragende Vorsorge-Projekte
Bereits zum fünften Mal wurde der Vorsorgepreis verliehen – an Menschen, die sich in sehr unterschiedlichen Projekten gezielt und erfolgreich für einen gesunden Lebensstil engagieren.

Kinder und Jugendliche der Musical- und Schauspielakademien der NÖ Kreativakademien unterhielten das Publikum gemeinsam mit Sängerin Johanna Balluch mit einer beschwingten Showeinlage. FOTOS: vorsorgepreis/tut gut
„Es bringt die Menschen zusammen“ – so formuliert es eine der Teilnehmerinnen an einem erfolgreichen Vorsorge-Projekt. Dies ist ein wichtiges, aber nur eines der Erfolgsgeheimnisse jener 27 nominierten und schließlich neun ausgezeichneten Projekte des fünften Vorsorgepreises, der am 23. März in Grafenegg verliehen wurde. Der Grund für die Auszeichnung: Diese Projekte sorgen erfolgreich und spürbar dafür, dass die beteiligten Menschen ein gesünderes Leben führen können.
2008 wurde der Vorsorgepreis erstmals verliehen. Seither bewertete die Jury über 1.400 Projekte. Beim »Vorsorgepreis 2014« wurden, wie bereits die vier Mal davor, neun Sieger gekürt – jeweils ein österreichweiter und ein niederösterreichischer in den Kategorien Gemeinden und Städte, Bildungseinrichtungen, Betriebe und Private Initiativen sowie ein Sonderpreis der Jury.
Initiativen mit Vorbildwirkung
Bei der Vorsorgepreis-Gala in Grafenegg vor rund tausend geladenen Gästen bilanzierte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, dass das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil in der Bevölkerung sich seit 2008 bereits spürbar gewandelt habe. Es sei enorm wichtig, die Freude an der Bewegung schon bei den Kindern zu fördern und über die Jahre zu erhalten: „Im Zusammenspiel zwischen Eltern und Schule geht es darum, optimale Voraussetzungen für die jungen Menschen zu schaffen, damit sie einen gesunden Lebensstil entwickeln.“ Denn schließlich müsse jeder Mensch selbst die Verantwortung für sein Leben übernehmen können. Er hoffe, dass in der Schulpolitik umgedacht und dem Turnunterricht wieder die entsprechende Rolle eingeräumt werde. Mit dem Vorsorgepreis sei Niederösterreich „auf dem richtigen Weg, denn Initiativen mit Vorbildwirkung müssen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geholt und gewürdigt werden. So wird der regionenübergreifende Austausch von Ideen gefördert und gleichzeitig die Bewusstseinsbildung für Gesundheitsvorsorge gestärkt.“
Kreative, nachhaltige Ideen
Der Vorsorgepreis wurde im Jahr 2008 von Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka mit der Idee ins Leben gerufen, Initiativen mit Vorbildwirkung zu würdigen und die Bevölkerung für das wichtige Thema Gesundheitsvorsorge zu sensibilisieren und motivieren. Denn: „Gesundheitsvorsorge ist uns in Niederösterreich ein wichtiges Anliegen. Mit dem Vorsorgepreis holen wir die kreativsten, nachhaltigsten und innovativsten Vorsorge-Projekte vor den Vorhang“, freut sich Sobotka.
Die Siegerprojekte beim »Vorsorgepreis 2014« verdeutlichen auch heuer wieder die enorme Bandbreite und Kreativität des Themas Gesundheitsvorsorge in Österreich. Unter den 27 nominierten Finalisten (siehe GESUND&LEBEN 01+02/2014) wurden die neun Siegerprojekte in fünf Kategorien gekürt. Die Preise sind mit 3.000 Euro dotiert. Die Sieger erhielten auch eine Trophäe in Form einer Skulptur der griechischen Gesundheitsgöttin Hygieia, geschaffen von Bildhauer Uwe Hauenfels.
Sonderpreis der Jury
Siegerprojekt„Eltern-Kind-Modell Korneuburg, Mobile Kinderkrankenschwester“
DKKS Grete Melzer in Zusammenarbeit mit DDr. Ferdinand Sator, Korneuburg
Das „Eltern-Kind-Modell Korneuburg“ ist ein vorsorgeorientiertes Familienbetreuungssystem. Zielgruppe sind Familien mit Kindern bis 14 Jahren bei Erkrankung eines Kindes, nach Übermittlung durch das Krankenhaus oder des Kinderarztes. Der besondere Wert liegt in einer frühen, kostenlosen Hilfestellung für Eltern, einem frühen Erfassen sozialer und medizinischer Auffälligkeiten sowie einer Unterstützung der Familien beim Nutzen der eigenen Ressourcen. Familien bekommen zudem Beratungen ab der Geburt zu Fragen der Pflege, des Stillens bzw. der Ernährung und der Entwicklung.
Gewinner Österreich: „Herzblut“
Trumer Leistungsdiagnostik und Romantikhotel Gmachl, Elixhausen/Salzburg
Das zweijährige Projekt im Romantikhotel Gmachl zielt darauf ab, nachhaltige und positive Impulse zur Gesundheitsförderung der 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu setzen. Nach der Gründung einer Steuerungsgruppe und einer detaillierten Analysephase werden in Gesundheitszirkeln spezifische Maßnahmen geplant, wie beispielsweise Fitness-Checks oder Yoga-Kurse. Zusätzlich wurde eine Person dauerhaft mit dem Thema betriebliche Gesundheitsförderung im Unternehmen beauftragt. Langfristig wird Gesundheitsförderung nachhaltig in den Arbeitsalltag implementiert.
Gewinner Österreich: „Xunde Riedenbörger“
HLW und Gymnasium Sacre Coeur Riedenburg, Bregenz/Vorarlberg
Das Gesundheitsförderungskonzept „Xunde Riedenbörger“ der Riedenburger Schulen verfolgt einen partizipativen Ansatz: Gemeinsam lernen statt lehren, Methodenvielfalt, Individualisierung und Kreativität werden großgeschrieben, um die Schülerinnen und Schüler zu begeistern. Von der 1. bis zur 8. Klasse wird je ein Gesundheitsschwerpunkt fächerübergreifend bearbeitet. Themen sind Ernährung, Bewegung, Wohlbefinden, Umgang miteinander sowie Suchtprävention. Die Umsetzung erfolgt in Form von Teampool-Stunden bzw. in Workshops im Regelunterricht.
Gewinner Österreich: „Ischler Gesundheitswerkstatt“
PGA – Verein für prophylaktische Gesundheitsarbeit und Stadt Bad Ischl, Bad Ischl/OÖ
Die „Ischler Gesundheitswerkstatt“ unterstützt Menschen in herausfordernden Lebenslagen, wie z. B. Alleinerziehende oder Langzeitarbeitslose, für sich gesundheitsförderliche Lebensverhältnisse zu gestalten. Gesundheitstutorinnen erhalten eine Einschulung und akquirieren fünf bis zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihre Gesundheitszirkel, die sich regelmäßig treffen. Sie selbst erkennen gesundheitsförderliche oder hemmende Faktoren innerhalb der Rahmenbedingungen ihrer eigenen Lebenswelt und entwickeln Verbesserungsvorschläge.
Gewinner NÖ
„Xund und fit“ Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs
„Xund und fit“ am Arbeitsplatz lautet das Motto der betrieblichen Gesundheitsförderung im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs. Die rund 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können laufend Angebote in Anspruch nehmen, wie Kochkurse, Kardio-Fit-Training oder Entspannungskurse. Sie können sich auch selbst Programmpunkte überlegen bzw. bei entsprechender Ausbildung selber einen Kurs halten. Zusätzlich gibt es einen Aktivpass: Bei Teilnahme an einem Programm erhält man einen Stempel. Bei vier gesammelten Stempeln winkt eine kostenlose 25-minütige Massage.
Gewinner NÖ
„Die Durchtrainierer – soziale Laufplattform“
Christian Eckel, Amstetten
Das Ziel der „Durchtrainierer“ ist es, neue soziale Kontakte zu knüpfen und den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern. Natürlich zählt auch der sportliche Gedanke. Hier gewinnt allerdings nicht der Schnellste, sondern der Fleißigste. Es gibt eine Wertungsliste: Wer einen Lauftermin wahrnimmt, bekommt einen Punkt. Bringt man Lauffreunde mit, erhält man Zusatzpunkte. Wer die meisten Punkte am Ende der Saison hat, ist der Gewinner. Somit kommen immer wieder neue Menschen mit dem gleichen Interesse zur Gruppe und bilden ein neues soziales Netzwerk.
Gewinner NÖ
„Vital4Brain – Bewusst bewegen, besser lernen“
Bundesgymnasium Zehnergasse 15, Wiener Neustadt
In den Klassen des Bundesgymnasiums Zehnergasse gibt es täglich „Vital4Brain“-Bewegungsübungen im Unterricht sowie dreimal wöchentlich eine sechs- bis zwölfminütige „Vital4Brain“-Einheit. Zum Bewegungsprogramm wurde eine DVD erstellt, die allen Lehrerinnen und Lehrern nach einer vierstündigen Fortbildung ermöglicht, „Vital4Brain“ in ihren Unterricht zu integrieren. Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen erhielten eine mehrtägige Ausbildung zum „Peer Coach“ und betreuen selbstständig die ihnen zugeordneten Klassen nach einem Wocheneinsatzplan (GESUND&LEBEN präsentierte das Projekt in der Ausgabe 01+02/2013).
Gewinner NÖ
„Rundum Gsund im Weinviertel“
LEADER Region Weinviertel Ost und ck gesundheitsmanagement, Weinviertel
„Rundum Gsund Im Weinviertel“ ist ein regionales Gesundheitsförderungsprojekt in der LEADER Region Weinviertel Ost. Insgesamt wurden in fünf Kleinregionen 16 Regionsprojekte umgesetzt. Durch die Fokussierung auf Aspekte der seelischen und sozialen Gesundheit, die besonders durch Vernetzung und Partizipation gefördert wurden, wurde auch ein Beitrag zur Lebensqualität sowie zum Regionsbewusstsein geleistet. Besonderen Stellenwert haben die kleinregionalen Gesundheitsbeauftragten, die künftig in der Region Projekte als zentrale Ansprechpersonen beraten.




