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Gesundheit vor der Haustür

Seit 20 Jahren schaffen die »Gesunden Gemeinden« Angebote für einen gesunden Lebensstil in allen Regionen Niederösterreichs. 355 Gemeinden sind heute dabei.


Großes Fest und tolle Auftritte beim »Gesunde Gemeinde«-Tag 2014. Viele »Gesunde Gemeinden« erhielten eine Auszeichnung für ihre qualitätvolle Arbeit zur Gesundheits­vorsorge der Bevölkerung.

Was nützen die besten Angebote für einen gesunden Lebensstil, wenn man dafür ein ganzes Stück mit dem Auto zurücklegen muss? Die wenigsten Menschen werden das regelmäßig tun. Im Flächen-Bundesland Niederösterreich ist es wichtig, dass es Kurse, Workshops, Vorträge und vieles mehr direkt in der jeweiligen Gemeinde gibt. Diese Angebote sollen die Eigenverantwortung jeder und jedes Einzelnen für die eigene Gesundheit unterstützen: Seit Jänner 1995 arbeiten »Gesunde Gemeinden« gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern an der Verbesserung der Gesundheit in den Kommunen Niederösterreichs, mittlerweile in 355 Gemeinden. 2015 ist damit ein großes Jubiläum: 20 Jahre »Gesunde Gemeinde«.
Auftakt für das Jubiläumsjahr war der »Gesunde Gemeinde«-Tag in Grafenegg, bei dem die Verleihung der Grundzertifikate und Plaketten an besonders engagierte »Gesunde Gemeinden« im Zentrum stand. Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka, Vorsitzender des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds NÖGUS und damit auch zuständig für das Thema Prävention, sieht in den maßgeschneiderten Gesundheits-Angeboten einen wichtigen Schlüssel für einen gesunden Lebensstil möglichst vieler Menschen: „355 Gemeinden fördern bereits die Gesundheit auf lokaler Ebene. Sie organisieren Gesundheitsprojekte wie Nordic-Walking- oder VORSORGEaktiv-Gruppen, Lauftreffs, Ernährungsvorträge sowie soziale Aktivitäten zur Förderung der mentalen Gesundheit.“

Gesunde Angebote

Politische Entscheidungsträger in den Kommunen sollen im nächsten Jahr weiter motiviert werden, mehr Augenmerk auf die Gesundheit und die Gesundheitsförderung der Einwohnerinnen und Einwohner zu legen. Zu lebenswerten Gemeinden gehört auch ein ausgewogenes und passendes Angebot an gesundheitsfördernden Projekten und Maßnahmen, wie Wanderrouten, Schritte-Wege, Workshops oder Ähnliches. Inhaltlich konzentrieren sie sich dabei auf Ernährung, Bewegung, mentales Gesundsein, Vorsorge und Medizin sowie Umwelt und Natur: Engagierte Gemeindemitglieder gründen offene Arbeitskreise, erarbeiten gemeinsam regionale Gesundheitskonzepte und erhalten dabei die Unterstützung von Regionalberaterinnen der Initiative »Tut gut!«.
So gibt es beispielsweise mittlerweile 100 »tut gut«-Schrittewege und 45 »tut gut«-Wanderwege in ganz Niederösterreich, aber auch das Projekt »Vitalküche – Gemeinschaftsverpflegung in Niederösterreich« und die zahlreichen VORSORGEaktiv-Gruppen (siehe Seite 14) im ganzen Land.

Die Schwerpunkte 2015

In Zukunft soll das ehrenamtliche Arbeiten im Bereich Gesundheit stärker vor den Vorhang geholt werden: „Es geht darum, die Leistungen für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger beim Engagement in der Gemeinde ebenso wertzuschätzen wie die bei Feuerwehr oder Rotem Kreuz“, betont Walburga Steiner, Leiterin des Programms »Gesunde Gemeinde«. Was erwartet die Gemeinden außerdem? Vernetzungstreffen unter dem Motto „20 Jahre Gesunde Gemeinde“ sollen auch jene Gemeinden informieren, die noch nicht im Programm sind. Außerdem werden besondere Projekte aus den Gemeinden vor den Vorhang geholt und zur Nachahmung empfohlen. Und beim »Gesunde Gemeinde«-Tag 2015 gibt es dann einen Rückblick auf 20 Jahre ehrenamtliche Arbeit im Bereich Gesundheitsförderung.

Informationen:
www.noetutgut.at

Auszeichnung der »Gesunden Gemeinden«

Die Auszeichnung der Gemeinden dient dazu, die Qualität der Gesundheitsmaßnahmen und der Einbeziehung der Bevölkerung zu sichern. Denn das Land Niederösterreich fördert nur dort, wo die Qualität stimmt.
n Grundzertifizierung: Das Grundzertifikat bekommt eine Gemeinde, wenn die Struktur- und Prozessqualität der Arbeit in den Gemeinden stimmt. Dafür müssen mindestens acht von zehn Kriterien erfüllt werden. Die Grundzertifizierung ist eine Auszeichnung und gilt als Grundlage für die weitere Qualitätsentwicklung. Sie soll die wertvolle und gute Arbeit in den »Gesunden Gemeinden« vor den Vorhang holen.
n Plakette: Sie ist eine höhere Auszeichnung im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention und wird verliehen, wenn die Ergebnisqualität in den Gemeinden steigt. Die Plakette wird für einen dreijährigen Zeitraum verliehen und beruht auf vier Bausteinen, von denen die Grundzertifizierung der erste ist. Weitere Bausteine sind die Teilnahme an einem Workshop zum Themenschwerpunkt Partizipation oder Medienarbeit, die Einstufung eines Gesundheitsförderungsprojekts hinsichtlich des Ausmaßes an Partizipation (Bürgerbeteiligung) und das Formulieren eines individuellen Konzepts der »Gesunden Gemeinde«.

Gesunde Mitarbeitende in den »Gesunden Gemeinden«

Gesundheitsförderung beginnt bei den Arbeitskräften in den Gemeinden. Für den nächsten Durchgang sind noch Plätze frei.

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) gibt es jetzt auch in den Gemeinden: Die Initiative »Tut gut!« hat in einem Pilotprojekt bereits sechs Gemeinden dabei unterstützt, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – vom Gemeindeamt selbst über Bauhof, Kindergarten, Musikschule und anderen Einrichtungen – bei einem gesundheitsförderlichen Arbeitsumfeld zu unterstützen (GESUND&LEBEN berichtete u. a. in Ausgabe 09/2014). Das Spektrum der Themen reicht von besserer Kommunikation in den Teams über die richtigen Arbeitsschuhe bis hin zu Ergonomie am Arbeitsplatz. In der Gemeinde Gaweinstal gibt es zum Thema Ergonomie nun sogar eine Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Wiener Neustadt, Studiengang Ergotherapie: Die Gemeinde bietet für Studierende eine Praktikumsstelle an. Viel kann sich entwickeln, wenn sich eine Gemeinde am BGF-Programm beteiligt. Für den nächsten Durchgang sind noch wenige Plätze im Industrie­viertel, Mostviertel und Weinviertel frei. Begrenzte Teilnehmerzahl, bitte rasch anmelden!
Informationen: »tut gut«-Hotline: 02742/22633, www.noetutgut.at

Die Zertifizierungen am »Gesunde Gemeinde«-Tag 2014

25 Grundzertifizierungen:
Aschbach
Bad Deutsch-Altenburg
Böheimkirchen
Dunkelsteinerwald
Fallbach
Gastern
Gföhl
Großdietmanns
Hardegg
Hollenthon
Katzelsdorf
Markersdorf-Haindorf
Mautern an der Donau
Melk
Obritzberg-Rust
Rappottenstein
Raxendorf
Rohrendorf bei Krems
Rußbach
St. Andrä-Wördern
Thaya
Waldenstein
Weitra
Wölbling
Zeillern

38 Plaketten (gültig von 2015  bis 2017) – der Beleg für qualitätvolle Gesundheitsarbeit:
Altendorf
Aspang-Markt
Bad Pirawarth
Behamberg
Bockfließ
Brunn am Gebirge
Erlauf
Gresten
Gresten-Land
Groß-Enzersdorf
Hadersdorf-Kammern
Hohenberg
Horn
Irnfritz-Messern
Kapelln
Krummnußbaum
Laab im Walde
Leobersdorf
Lichtenegg
Moorbad Harbach
Niederleis
Pöchlarn
Pressbaum
Prottes
Rohrbach an der Gölsen
Spillern
Staatz
St. Egyden am Steinfeld
Sulz im Weinviertel
Traisen
Waidhofen/Thaya
Walpersbach
Warth
Wartmannstetten
Weinburg
Weiten
Wullersdorf
Zeiselmauer-Wolfpassing