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Gesunde Schule is(s)t

Ein Projekt bietet Schulen Unterstützung, um das Schulbuffet auf gesunde Beine zu stellen.


Foto: bildagentur waldhäusl

Der Schulverpflegung kommt eine immer größere Bedeutung zu, denn immer mehr Kinder und Jugendliche bleiben auch über die Mittagszeit in der Schule. Gerade zu Mittag ist es für die Schüler wichtig, ihren Energiehaushalt wieder in Schwung zu bringen, um fit und leistungsfähig für den Nachmittag zu werden. Doch wie ist es um das Essen, das an Schulen angeboten wird, bestellt? Gibt es eine Alternative zu Snack- und Limonade-Automaten?
Die Arbeiterkammer NÖ führte im Jahr 2009 eine Erhebung durch: „Schulbuffet unter der Lupe“. An zwölf Schulen wurde das Verpflegungsangebot erfasst und ernährungswissenschaftlich bewertet. Fazit: zu viele Verkaufsautomaten mit stark zuckerhaltigen Limonaden, Süßigkeiten und Snacks, zu fetthaltig mit zu geringer Nährstoffdichte. Aus diesem Grund entwickelte die Initiative »Tut gut!« in Kooperation mit der Energie- und Umweltagentur NÖ (ENU) das Projekt „Gesunde Schule is(s)t“ – ein Angebot zur nachhaltigen Umstellung des Ver­pflegungsangebots.

Gesundes Schulbuffet

Das Projekt „Gesunde Schule is(s)t“ unterstützt „Gesunde Schulen“ in NÖ beim Umstellen des Verpflegungsangebotes nach ökologischen und ernährungswissenschaftlichen Kriterien. Seit zwei Jahren läuft es in den Hauptschulen Zwettl, St. Peter/Au, Persenbeug und Pernitz sowie in der AHS Korneuburg. „Gesunde Schule is(s)t“-Projekt­leiterin Mag. Julia Gassner erklärt: „Während der Laufzeit von Anfang 2011 bis Ende 2013 wird das Projekt evaluiert und soll in weiteren ‚Gesunden Schulen‘ in NÖ implementiert werden.“ Zu Beginn wurde ein Projektteam bestehend aus Direktor, „Gesunde Schule“-Beauftragter, Lehrervertretung, Schülervertretung sowie Schulverpfleger eingerichtet, das durch eine Prozessbetreuerin und Ernährungsexpertin der Energie- und Umweltagentur unterstützt wurde. In mehreren Treffen wurde ein individuelles gesundes Ver­pflegungsangebot ausgearbeitet, die Schüler, Lehrer und Eltern wurden zudem mit Seminaren und Workshops eingebunden.

Erfolgreiches Projekt

Die Bilanz des Projekts kann sich sehen lassen, freut sich Gassner: „Alle fünf Projektschulen haben das Verpflegungsangebot entsprechend den österreichischen Empfehlungen der Ernährungspyramide umgestellt. Zur Mittagszeit stürmen die Schülerinnen und Schüler teilweise das Schulbuffet und kaufen sich gesunde Lebensmittel. Als Jause gibt es statt der üblichen Wurstsemmel beispielsweise Sesambagel belegt mit Salat, Schinken, Käse und Gemüse. Oder Vollkornbrot mit diversen Aufstrichen.“ Als Beispiel für einen gelungene Mittagsverpflegung nennt Gassner die AHS Korneuburg: „Ein ‚Renner‘ sind etwa kleine Glasschälchen mit Salat oder mit Jogurt und Früchten – ein Beweis dafür, dass Kinder auch freiwillig zu gesundem Essen greifen. Auch die Mittags-Menüs können sich sehen lassen – lauter gesunde und leckere Speisen.“ So werden die Energiereserven der Schüler wieder gefüllt – und sie gehen gestärkt und fit in den Nachmittag. Und die Eltern können beruhigt sein, dass ihre Kinder bestens versorgt sind. Bis das Schulbuffet in dieser Form auf den Beinen stand, war es ein langer Weg – doch er hat sich gelohnt. Ende Juni 2013 wurde die Evaluierungsphase an den fünf Projektschulen abgeschlossen, diese werden von der Initiative »Tut gut!« weiterbetreut. Weitere interessierte „Gesunde Schulen“ in NÖ haben nun die Möglichkeit, am Projekt „Gesunde Schule is(s)t“ teilzunehmen. Um Schritt für Schritt das Jausenangebot in Niederösterreichs Schulen auf gesunde Beine zu stellen.

„Gesunde Schule“ in NÖ

Programm der Initiative »Tut gut!« zur körperlichen, psychischen und sozialen Gesundheit in der Schule
Das Programm „Gesunde Schule“ in NÖ stärkt gesundheitsfördernde Faktoren in der Schule mit deren Schülern, Leitungs- und Lehrpersonen, um in weiterer Folge auch die Eltern mit einzubeziehen. Eine Steuerungsgruppe wird installiert, die spezifisch für den Schulstandort Aktivitäten zur Gesundheitsförderung und -vorsorge plant, steuert und koordiniert. Diese Aktivitäten werden durch einen schulexternen Experten (Moderator) der Initiative »Tut gut!« begleitend moderiert. Inhaltlich unterstützt das Programm die Schulen zusätzlich mit praktischen Modulen zur Entwicklung und Umsetzung von Gesundheitsförderung, gegliedert in die Bereiche Ernährung, Bewegung, psychosozialer Bereich, Gesundheitsvorsorge und schulische Umwelt und Ökologie. Derzeit gibt es über hundert „Gesunde Schulen“ in NÖ.

Informationen: www.noetutgut.at