Gefährliche Handystrahlen?
Noch gibt es keine langfristigen Studien über die Auswirkungen von Handystrahlen auf den Menschen. Doch besonders Kinder sollte man möglichst lang von der Strahlung fernhalten.
Das Handy ist in unserem Alltag unentbehrlich. Wir tragen es Tag für Tag nah am Körper, viele Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche, wollen es auch nachts in der Nähe haben. Kann uns das schaden? Zu möglichen, immer wieder diskutierten Gefahren sind die Angaben widersprüchlich. Auch Kritiker möchten keine Panikmache verbreiten,
plädieren jedoch für einen bewussten Umgang mit Mobiltelefonen. Schließlich sind Auswirkungen auf den menschlichen Organismus oft erst Jahrzehnte nach Beginn einer neuen Technologie nachweisbar.
Auch Priv.-Doz. Dr. Camillo Sherif, Facharzt für Neurochirurgie aus dem Krankenhaus Rudolfstiftung, weist auf theoretische mögliche Gefahren hin: „Unsere Gehirnfunktionen laufen über Mikroströme ab, die mit elektromagnetischen Feldern, wie sie Mobiltelefone erzeugen, zwischenwirken können. Daher ist ein Einfluss dieser Strahlen auf das Gehirn durchaus denkbar. Experimentelle Studien – beispielsweise im Reagenzglas – haben gezeigt, dass gewisse Gehirnzellen unter solchen elektromagnetischen Feldern tatsächlich absterben, wenn sie den Strahlen dauerhaft ausgesetzt sind. Wie diese Studien im wirklichen Leben zu deuten sind, ist derzeit noch offen.“
Es gibt jedoch Hinweise, wonach elektromagnetische Strahlen bösartige Hirntumore hervorrufen können – allerdings auch Studien, die dies nicht bestätigen konnten. Dennoch ist laut Sherif
Vorsicht geboten: „Ein bösartiger Hirntumor ist eine tödliche Erkrankung, die nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht heilbar ist. Die Überlebenszeit beträgt selbst bei bester Therapie nur ungefähr zwei Jahre.“
Schon allein wegen dieser möglichen Gefahr sollte man kritischen Stimmen Aufmerksamkeit schenken – wenn auch die Lobby von Industrie und Telefondienstleistern Interesse hat, das „boomende“ Geschäft nicht zu stören. Klar ist auch, dass Handys aus unserem Alltag nicht komplett wegzudenken sind. Ein verantwortungsvoller Umgang (siehe Kasten) und das Einhalten einfacher Sicherheitsregeln sind jedoch auf jeden Fall ratsam. Es wurde nachgewiesen, dass das „Suchen“ des Gerätes an Orten mit schlechtem Empfang viel mehr Strahlung erzeugt als in Bereichen mit gutem Empfang. Deshalb wird auch geraten, möglichst wenig im Auto zu telefonieren, wo sich Sender ständig ändern bzw. überlappen können. Die Benutzung eines Headsets im Gegensatz zum ständigen Ans-Ohr-Halten minimiert die Strahlenbelastung der Gehörnerven erheblich. Und auch im folgenden Punkt sind sich die Experten einig: Da das Nervensystem von Kindern noch nicht ausgereift und somit empfindlicher ist, sollte man Handys möglichst lange von ihnen fernhalten.
Tipps: Handystrahlen reduzieren
- An Orten mit schlechtem Empfang (Tunnel, U-Bahn, bestimmte Gebäude) steigt die handybedingte Strahlenbelastung. Verwenden Sie Handys daher dort wenig, drehen Sie es am besten ab oder schalten es auf Flugmodus.
- Telefonieren Sie möglichst nicht im Auto.
- Halten Sie das Handy nicht direkt ans Ohr, sondern verwenden Sie Bluetooth, Freisprechanlage oder Headset.
- Drehen Sie das Handy in der Nacht ab oder schalten Sie es auf „Flugmodus“.
- Tragen Sie das Handy möglichst selten nah am Körper.
- Gewöhnen Sie Kinder möglichst spät an den Gebrauch von Mobiltelefonen!





