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Früherkennung kann Leben retten

Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm der NÖGKK bietet systematische, qualitätsgesicherte Untersuchungen.


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„Früh erkennen“ ist nach wie vor die beste Möglichkeit, um Brustkrebs den Schrecken zu nehmen. Die Mammografie ist nach wie vor die verlässlichste Möglichkeit, um eine bösartige Veränderung in der Brust im Frühstadium zu erkennen. Daher wurde Anfang 2014 das Brustkrebs- Früherkennungsprogramm auf Initiative von Bund, Sozialversicherung, Ländern und Österreichischer Ärztekammer etabliert. Das Vorsorgeprogramm wurde neu positioniert und basiert nun auf drei zielgerichteten Schienen.

Seit Einführung des Programms gibt es die Möglichkeit, die drei Gruppen von Frauen gezielt anzusprechen: Einerseits die Frauen ab 40 ohne Beschwerden und ohne familiär erhöhtes Risiko, die Zielgruppe des Früherkennungsprogramms sind. Andererseits die Frauen, bei denen es aus medizinischen Gründen angezeigt ist, eine diagnostische Mammografie durchzuführen, wenn zum Beispiel ein Knoten ertastet wird oder die Frau Beschwerden hat. Und schließlich jene Frauen, die tatsächlich ein erhöhtes familiäres Risiko aufweisen und einer speziellen Betreuung bedürfen.
Mithilfe der Mammografie, einer Röntgenuntersuchung der Brust, lässt sich Brustkrebs bereits im Anfangsstadium diagnostizieren, das vergrößert die Heilungschancen ganz wesentlich. In Niederösterreich können Frauen eine Mammografie an 32 zertifizierten Standorten durchführen lassen. Diese erfüllen hohe Qualitätsstandards in Hinblick auf die technische Ausstattung und das Know-how der Fachärzte. So etwa werden Mammografie-Bilder nach dem „4-Augen-Prinzip“ von zwei Radiologinnen bzw. Radiologen befundet. In NÖ wurden bis September 2015 etwa 260.000 Frauen zur Früherkennungs-Mammografie eingeladen. Dr. Martina Amler, ressortzuständige Direktorin der NÖ Gebietskrankenkasse: „Die NÖ Gebietskrankenkasse stellt sicher, dass jede Frau eine Mammografie bekommt, wenn es nötig ist. Die Qualität unserer Vertragsradiologen in ganz Niederösterreich ist sehr gut und die Frauen sind in besten Händen.“

Ängste nehmen

Wichtig ist es der programmverantwortlichen Medizinerin Dr. Marianne Bernhart, Frauen ihre Ängste zu nehmen. Die Fachärztin: „Nicht jede Frau, bei der Brustkrebs in der Familie aufgetreten ist, hat ein erhöhtes Risiko. Häufigere Mammografien vorzunehmen macht Frauen eher Angst und ist daher nicht sinnvoll. Fragt man beispielsweise nach dem Lebensalter der Mutter, in dem der Krebs aufgetreten ist, kann man möglicherweise feststellen, dass der Brustkrebs nicht wegen eines genetischen Risikos, sondern im fortgeschrittenen Alter aufgetreten ist.“ Bei der Krankheitsentstehung spielen genetische Faktoren zwar auch eine Rolle, doch Erkrankungsrisiken bergen auch Alter, Lebensstil, Ernährung und Bewegung. Schädlich sind vor allem Rauchen und Alkoholkonsum.
„Die Annahme ‚ich bin aus einer Krebsfamilie‘ hat oft keine Relevanz für die Frau, das muss rasch aus den Köpfen weichen“, betont Marianne Bernhart. Sind in der Familie Brust- und Eierstockkrebs bekannt, sollte die Frau mit dem Arzt ihres Vertrauens eine individuelle Anamnese durchführen.
„Es ist mir besonders wichtig aufzuklären, in welchen Fällen eine Frau tatsächlich ein erhöhtes Risiko wegen Erkrankungen von Familienmitgliedern hat und speziell außerhalb des Programms betreut wird und in welchen Fällen die Früherkennungsmammografie im Rahmen des Programms ausreichend Sicherheit bietet“, meint Bernhart.

Moderates & hohes Risiko

Von der Österreichischen Ärztekammer und der Sozialversicherung wurden daher Kriterien festgelegt, um Frauen mit erhöhtem Risiko bzw. genetisch bedingtem Risiko herauszufiltern und zielgerichtet zu untersuchen. Liegt eine familiäre Disposition vor, unterscheidet man demnach zwischen moderatem und hohem Risiko, je nach Verwandtschaftsverhältnis und Alter, in dem die Erkrankung bei den Verwandten aufgetreten ist. Bei moderat erhöhtem Risiko können Frauen ein intensiveres Screening mit jährlicher Mammografie ab dem 40. Lebensjahr durchführen. Frauen, die tatsächlich ein familiär erhöhtes Risiko haben, werden in der Folge speziell betreut. Je nach Grad der Vorbelastung sind individuelle Untersuchungen vorgesehen. Auch eine genetische Untersuchung kann empfohlen werden, um das persönliche Risiko abzuschätzen.
Genetische Untersuchungen machen speziell geschulte Medizinerinnen und Mediziner in spezialisierten Beratungszentren, in denen Frauen individuell, schonend und nach besten medizinischen Möglichkeiten auch von Psychologinnen und Psychologen beraten werden. Diese weiterführenden Untersuchungen sind sehr aufwändig und kostspielig. Wenn die Fachärztin bzw. der Facharzt die Patientinnen dorthin überweist, übernimmt die Kasse die Kosten.
Die ressortzuständige Direktorin Martina Amler ist überzeugt: „Brustkrebs kann nicht verhindert werden, aber wenn er früh erkannt wird, sind die Chancen auf eine schonende und erfolgreiche Behandlung höher. Früherkennung kann Leben retten.“

„früh erkennen“

Ein qualitätsgesichertes Mammografie-Screening wie das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm gilt derzeit als verlässlichste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. Im frühen Stadium sind die Heilungschancen größer als bei fortgeschrittener Erkrankung.

Wer kann am Früherkennungsprogramm teilnehmen?

Frauen ab 40 können mit ihrer E-Card alle zwei Jahre zur Früherkennungsmammografie gehen. Zielgruppe sind Frauen ohne Beschwerden und ohne familiär erhöhtes Risiko.

Die E-Card von Frauen im Alter von 45 bis 69 Jahren ist automatisch für die Untersuchung freigeschaltet, Frauen von 40 bis 44 und über 70 Jahre melden sich einmalig bei der kostenlosen Telefon-Serviceline 0800 500 181 oder auf www.frueh-erkennen.at zum Programm an, dann wird ihre E-Card freigeschaltet. Zwei Jahre nach der Mammografie bekommen die Frauen einen Erinnerungsbrief. Die Mammografie als systematische Früherkennungsuntersuchung für unter 40-jährige Frauen wird weltweit von keiner medizinischen Fachgesellschaft empfohlen. Keine Studie hat gezeigt, dass eine jährliche Mammografie mehr Nutzen bringt als eine zweijährige. Früherkennung kann die Entstehung von Brustkrebs nicht verhindern. Auch zwischen den Untersuchungen können sich Tumore bilden, deshalb sollten Frauen regelmäßig selbst die Brust abtasten. Wie man das macht, erklärt die Frauenärztin bzw. der Frauenarzt. Bei Beschwerden oderfamiliär erhöhtem Risiko kann eine Ärztin bzw. ein Arzt jederzeit unabhängig vom Alter zur diagnostischen Mammografie zuweisen.
Informationen: www.frueh-erkennen.at