Frisch & schlau
Ausreichend trinken in der Schule – das hält frisch und lässt Ideen sprießen. Doch nicht alle Getränke sind als Durstlöscher geeignet.

Foto: Gerald Lechner

Durstlöscher: Wasser, Mineralwasser, ungesüßter Früchte- und Kräutertee sowie verdünnte Fruchtsäfte (im Verhältnis 1:3) sollten den Großteil des Flüssigkeitskonsums ausmachen.
Der menschliche Körper besteht zu mehr als 50 Prozent aus Wasser, aber gespeichert werden kann Wasser nicht. Ohne regelmäßige Flüssigkeitszufuhr wird das Blut dickflüssiger, die Körperzellen werden nicht mehr optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und das Herz muss schwerer arbeiten. Ein Wasserverlust von zwei Prozent des Körpergewichts – bei 60 Kilo also etwa 1,2 Liter - hat bereits Auswirkungen auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit: Gehirn und Muskeln werden nicht mehr optimal mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt – die Leistungskraft sinkt und die Konzentrationsfähigkeit lässt nach. Auch Müdigkeit, Kopfschmerzen und Kreislaufstörungen können Anzeichen für einen Flüssigkeitsmangel sein. So weit muss es nicht kommen. Gerade in der Schule müssen Kinder und Jugendliche fit und energiegeladen sein und sollten ausreichend trinken.
Ideale Getränke
Doch was ist der optimale Durstlöscher? Viele im schulischen Umfeld angebotene Getränke wie Eistee, Limonaden oder Energydrinks sind als Durstlöscher für Kinder und Jugendliche nicht geeignet. Sie enthalten hohe Zuckermengen und sind unter anderem mit Schuld an der Entstehung von gesundheitlichen Problemen wie Zahnschäden (z. B. Karies), Übergewicht und weiteren Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes). Das stetig wachsende Angebot an Getränken macht es Schule, Eltern und Jugendlichen auch nicht leichter. Die wichtigste Botschaft der Experten: Der Flüssigkeitsbedarf sollte soweit wie möglich durch Getränke gedeckt werden, die keinen bzw. wenig Zucker und keine Süßstoffe enthalten. Geeignete Durstlöscher sind demnach: Wasser, Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees sowie verdünnte Fruchtsäfte (im Verhältnis 1:3). Auch Milch und Milchprodukte sind keine geeigneten Durstlöscher. Denn Milch zählt zu den tierischen Lebensmitteln und dient wegen ihrer Zusammensetzung nicht der Zufuhr von Flüssigkeit. Außerdem enthalten gesüßte Milchgetränke wie Joghurt-Drinks oder Kakao meist viel Zucker.
Trinken im Unterricht
Schüler sollten nicht erst trinken, wenn sie durstig sind, denn Durst ist ein Warnsignal des Körpers für akuten Flüssigkeitsmangel. Nur regelmäßiges Trinken schützt davor, deshalb sollte das Trinken im Unterricht gestattet sein. Wie etwa im BRG/BORG St. Pölten: Der »Gesunden Schule« in NÖ (siehe unten) war die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler schon immer ein großes Anliegen und sie hat sich zur Aufgabe gemacht, auch das Trinkverhalten zu verbessern, berichtet Direktor Hofrat Mag. Hans Angerer: „Mit Gesundheitstagen haben wir Bewusstsein geschaffen und gezeigt, wie viel Zucker in welchen Getränken steckt. Wir haben eine Steuerungsgruppe ins Leben gerufen, Eltern und Schülervertreter waren eingebunden, und gemeinsam das Getränkeangebot in der Schule umgestellt.“ Cola und seine ungesunden Limonaden-Freunde sind verbannt: Im Getränke-Automat tummeln sich nun Mineralwasser (wird billiger angeboten), gespritzte Säfte und Eisteesorten mit wenig Zuckergehalt. Zudem wurden zwei Trinkbrunnen installiert, einer in der Aula und einer auf der Sportanlage, an denen sich die Kinder und Jugendlichen selber mit Wasser versorgen können. Auf Knopfdruck gibt’s hier gekühltes oder aufgesprudeltes Wasser, was clevere Köpfchen wieder frisch und energiegeladen macht. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass die Schüler ihr Trinkverhalten deutlich verbessern, wenn in der Schule Trinkwasserspender aufgestellt sind. Und vor Jahren noch undenkbar: In vielen Schulen wie im BORG St. Pölten dürfen Schüler während des Unterrichts trinken, haben Wasserflaschen am Pult stehen. Besonders beliebt sei in den Oberstufenklassen momentan das Teetrinken, berichtet Direktor Angerer, denn dort sind auch Wasserkocher erlaubt. Wasser kommt also an – und macht frisch und schlau!
Viele »Gesunde Schulen« in NÖ haben bereits einen Trinkbrunnen:
- NMS Ybbsitz
- HS Hausmenning
- NMS St. Valentin, Schubertviertel
- IMS St. Valentin, Langenhart
- Wienerwaldgymnasium Tullnerbach
- NMS Melk
- NMS Berndorf
- BRG/BORG St. Pölten
- HS Kirchberg am Wechsel
- NMS Marc Aurel Tulln
- NMS Zwettl
- Bad Großpertholz
- NMS Korneubrg
- Sieghartskirchen
- SMS Tulln
- Öko-HS Ernstbrunn
In Planung: NMS Krems
»Gesunde Schule« in NÖ
Das Programm »Gesunde Schule« in NÖ ist ein Programm der Initiative »Tut gut!« zur körperlichen, psychischen und sozialen Gesundheit im Bereich Schule. Die Schulen werden dabei unterstützt, eine Steuerungsgruppe zu installieren, die Aktivitäten zur Gesundheitsförderung und -vorsorge plant.
Informationen: »tut gut«-Hotline: 02742/22655, www.noetutgut.at




