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Es grünt so grün

Kräuter sind was Wunderbares – sie duften, sie schmecken und manche haben sogar eine heilende Wirkung.


Fotos: Philipp Monihart

Salbei, Thymian, Minze, Melisse, Oregano – Kräuter, so weit das Auge reicht. Doch auch weniger bekannte Sorten wie Agastache, Beinwell, Borretsch, Herzgespann und Ysop finden sich hier. Stefan Kastenhofer steht inmitten der blühenden und duftenden Pracht des Kräutergartens im Stift Seitenstetten, ist dort Garten­leiter und mächtig stolz auf „seinen“ Garten: „Stiftsgärten waren immer schon wichtig für die Gesundheit der Menschen, denn hier wurden Heilpflanzen angebaut.“ Die Grundanlage des hiesigen Stiftsgartens stammt aus dem Jahr 1750, aus der Zeit des Barock mit den damals typischen Merkmalen von weiten symmetrischen Sichtachsen und geometrischen Formen. Die Klöster waren damals die Zentren der Heilkunst: „So manche Bäuerin nahm nach erfolgreicher Behandlung Ableger für den eigenen Garten mit nach Hause. Nach und nach fanden Kräuter Eingang in unsere Gärten.“
Früher galt jede Pflanze, die kein Strauch oder Baum war, als Kraut. Botanisch gesehen bezeichnet man jene Pflanzen als Kraut, die am Ende ihrer Wachstumsperiode entweder ganz oder nur im Winter absterben, um im nächsten Frühjahr wieder auszutreiben. Landläufig versteht man unter Kräutern ganz allgemein Pflanzen, die in einer bestimmten Weise Nutzen für die Gesundheit des Menschen bringen können. Man teilt sie in drei Gruppen ein:

  • Gewürzkräuter: verleihen Speisen mit ihrem besonderen Aroma einen charakteristischen Geschmack.
  • Heilkräuter: haben unterschiedliche Inhaltsstoffe, die eine therapeutische Wirkung haben können.
  • Wildkräuter: wachsen wild in der Natur und können vielfältig genützt werden, als Gemüse oder zum Würzen.

Kleine Helfer mit viel Kraft

An diese Einteilung hält sich die Natur allerdings wenig, denn manche Pflanzen sind Wild-, Gewürz- und Heilkraut in einem, beispielsweise die Gundelrebe: Sie ist Würze in Suppen, wirkt angeblich entzündungshemmend und liefert Nahrung für Insekten. Ein kleines Multitalent.
Ein anderes Kraut, das früher oft auf Wiesen anzutreffen war, ist der Sauerampfer. Das Kraut mit den großen Blättern treibt Stängel aus mit kleineren Blättern und rötlich-grünen Blüten. Die Blätter schmecken säuerlich. „Weil viele Wiesen heutzutage gedüngt werden, findet man ihn nicht mehr so oft“, bedauert Stefan Kastenhofer. Ein Stückchen weiter weg steht der Eibisch: „Einfach die Blätter und Blüten im kalten Wasser zustellen und dann warm machen. Hilft bei Husten und Sodbrennen“, weiß der Experte. Welches Kraut wogegen hilft, finden Sie im weiter unten.
Beim Rundgang durch den Kräutergarten merkt man: Schon allein der Duft macht den Mund wässrig. Und das nicht nur bildlich gesprochen. Der Körper produziert tatsächlich mehr Speichel, was zu einer gesteigerten Magensaftsekretion führt. Die ätherischen Öle der Kräuter regen die Verdauung an. Gewürzkräuter regulieren die Darmbewegung, wirken krampflösend und damit blähungswidrig. Manche haben auch eine kreislaufanregende Wirkung und verhindern so, dass man sich nach dem Essen müde fühlt. Kleine Helfer aus der Natur mit viel Kraft.

So bleiben Kräuter haltbar und würzig 

  • Trocknen: Entweder bündelweise aufhängen (vor Sonnenlicht geschützt, in einem gut durchlüfteten, warmen Raum), auf sauberem Papier (kein Zeitungspapier!) auflegen oder im Backrohr bei max. 40 bis 50 Grad bzw. im Trockenautomaten langsam trocknen. Gut ausgetrocknete Kräuter erkennen Sie am Rascheln der Blätter. Die fertig getrockneten Kräuter vom Stängel rebeln, luftdicht verschließen und an einem dunklen Ort lagern. Abgepackt in Gläser sind sie so bis zu einem Jahr haltbar. Gut zum Trocknen geeignet: Lavendel, Liebstöckel, Majoran, Minze, Oregano, Rosmarin und Thymian.
  • Einfrieren: Die Kräuter waschen und trocken tupfen, entweder hacken oder als ganze Blätter einfrieren. Gut zum Einfrieren geeignet: Petersilie, Dille, Basilikum, Thymian, Estragon, Melisse und Schnittlauch. Gefrorene Kräuter erst am Ende der Kochzeit direkt in die Speise geben – nicht mitkochen lassen.
  • Einlegen: Kräuter lassen sich gut in Essig oder Öl einlegen. Frische Kräuter in ein Glas mit Schraubverschluss geben, mit einem geschmacksneutralen Öl wie Distel- oder Mohnöl übergießen, verschließen und drei Wochen an einem warmen Ort stehen lassen. Dann abfiltern und abfüllen. Solche Kräuteröle können als Salatöl, zum Kochen und zum Grillen verwendet werden. Ähnlich lässt sich Kräuteressig herstellen: Die Kräuter in einem Glas mit Apfel- oder Weinessig übergießen, zwei bis drei Wochen an einem kühlen Ort stehen lassen und abfiltern. Kräuter nicht nass einlegen!

Hirsesalat mit Gurke und Feta

Zutaten (4 Portionen): 1 Häferl Hirse, 1 TL Butter, 2 EL Walnüsse, 3 Frühlings­zwiebeln, 4 Paradeiser, 1/2 Salatgurke, 4 EL Rotweinessig, 1/2 Pkg. Feta, 1 Bio-Zitrone, gemischte Kräuter (Petersilie, Basilikum, Dille etc.), Olivenöl, Salz, Pfeffer
Zubereitung: Hirse mit der doppelten Menge Wasser aufkochen und zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 15 min quellen lassen. Mit Salz, gehackten Kräutern und Butter abschmecken und auskühlen lassen. Walnüsse in einer Pfanne ohne Öl kurz anrösten und zum Abkühlen beiseite stellen. Frühlingszwiebeln waschen, klein schneiden und in heißem Olivenöl dünsten. Zitronensaft, Salz und Essig in die Pfanne geben und einköcheln lassen. Paradeiser und Gurke waschen, in Würfel schneiden und den Feta fein würfeln. Gesamtes Gemüse, Hirse und etwas Olivenöl in einer großen Salatschüssel miteinander vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Kräutersuppe mit Frischkäse

Zutaten (4 Portionen): 1 EL Olivenöl, 2 mittelgroße Zwiebeln, 2 EL Mehl, 850 ml Gemüsebrühe, 25 g Kräuter (Petersilie, Basilikum, Dille, Schnittlauch, Liebstöckel), 100 g Frischkäse
Zubereitung: Olivenöl erhitzen und geschnittene Zwiebeln anbraten. Das Mehl einrühren und leicht bräunen. Gemüsebrühe und gehackte Kräuter hinzufügen und kurz aufkochen lassen. Die Suppe bei schwacher Hitze 20 min köcheln lassen. Topf vom Herd nehmen, Frischkäse zufügen und pürieren.

Erdäpfelaufstrich mit Kräutern

Zutaten (4 Portionen): 300 g Erdäpfel, 120 g Joghurt, 120 g Sauerrahm, 1 Zwiebel, 3 Knoblauchzehen, Kräuter nach Belieben (Petersilie, Schnittlauch, Dille, Kerbel etc.), Salz, Pfeffer
Zubereitung: Die Erdäpfel weich kochen und pressen. Joghurt mit Sauerrahm verrühren und unter die gepressten Erdäpfel mengen. Zwiebel, Knoblauch und Kräuter fein schneiden und dazugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu schmeckt hervorragend Vollkornbrot oder Bauernbrot.

Topfen-Kräuter-Dressing
Zutaten (4–6 Portionen): 125 g Joghurt, 70 g Magertopfen, 1 EL frische gehackte Kräuter (Kresse, Petersilie und Estragon), etwas Zitronensaft, Salz und Pfeffer
Zubereitung: Das Joghurt mit dem Topfen glattrühren und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen. Die gehackten Kräuter untermischen.

Blattsalat mit Mozzarella & Rosmarin-Thymian-Dressing

Zutaten (2-3 Portionen): 150 g Blattsalat, 1 Kugel Mozzarella, Marinade:
180 ml Hühnerbrühe, 2 kleine Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, Thymian und Rosmarin, 35 g Senf, 35 g Honig, 2 EL Olivenöl, 30 ml Balsamico-Essig, Salz und Pfeffer
Zubereitung: Die Hühnerbrühe mit den grob geschnittenen Zwiebeln, der Knob-lauchzehe, Rosmarin und Thymian einkochen. Die Brühe sieben und Honig-Senf-Gemisch und Essig unterrühren. Dann das Olivenöl untermischen und mit Salz, Pfeffer, geschnittenem Rosmarin und Thymian abschmecken. Die Marinade über den Salat und gewürfelten Mozzarella geben.

Welches Kraut hilft wogegen?

Um Heilkräuter sinnvoll gegen Krankheiten anwenden zu können, sollte man genau über ihre Wirkung Bescheid wissen, wann der richtige Zeitpunkt für die Ernte ist (um den Wirkstoffgehalt optimal zu nutzen), welche Pflanzenteile geerntet und wie sie richtig getrocknet werden.

  • Augentrost hilft bei Bindehaut­entzündung.
  • Baldrian wirkt schlaffördernd.
  • Bärlauch hilft bei Gefäßverkalkung.
  • Beifuß ist gallenanregend.
  • Ehrenpreis hilft bei Hauterkrankungen.
  • Eibisch hilft bei Husten und Sodbrennen.
  • Gänsefingerkraut hilft gegen Durchfall.
  • Goldrute ist nierenstärkend.
  • Hopfen wirkt schlaffördernd.
  • Johanniskraut wirkt stimmungs­aufhellend.
  • Kalmus wirkt appetitanregend.
  • Klette hilft bei Hauterkrankungen.
  • Löwenzahn wirkt harntreibend, stoffwechselanregend.
  • Lungenkraut hilft bei Bronchialkatarrh.
  • Mädesüß hilft bei Grippe.
  • Schafgarbe hilft bei Menstruations­beschwerden.
  • Schlüsselblume wirkt schleimlösend.
  • Spitzwegerich hilft bei Bronchialleiden.
  • Veilchen wirkt schleimlösend bei Husten.

Genussrezepte   

Der kostenlose Genussrezepte-Kalender der Initiative »Tut gut!« bietet viele Infos zu zahlreichen heimischen Obst- und Gemüsesorten. Ein paar köstliche Rezepte daraus finden Sie auf diesen Seiten.
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