Die Sonne und ihr Schatten
Licht und Wärme, die von der Sonne kommen, braucht der Mensch. Doch zu viel tut auch nicht gut. Lesen Sie, wie Sie richtig mit der Sonne umgehen.
„Die Sonne ist die Universalarznei aus der Himmelsapotheke“, formulierte der Jurist und Dramatiker August von Kotzebue schon Ende des 18. Jahrhunderts, und dass er damit recht hatte, beweisen empirisch auch die neuesten Forschungsergebnisse der modernen Medizin.
Tatsächlich weiß man heute, dass die Sonne und ihr Licht lebenswichtige Prozesse im Körper aktivieren, für die Bildung von Vitamin D in der Haut – und damit für den Knochenstoffwechsel – wichtig sind und nicht zuletzt die Stimmung steigen lassen.
Doch andererseits kann sich ein Zuviel an UV-Strahlen auch negativ auswirken – am deutlichsten und raschesten bemerkbar am Sonnenbrand, doch oft auch erst Jahre später: zum Beispiel in Form von frühzeitiger Hautalterung oder gar einer Hautkrebserkrankung. „Wo immer Sonne scheint, ist Wüste“, heißt ein arabisches Sprichwort, und es weist darauf hin, dass wir umsichtig mit der Sonne umgehen müssen.
Powerstoff Vitamin D
In den letzten Jahren wurde vor dem Sonnenbaden vielleicht allzu heftig gewarnt, meinen heute manche Experten wie etwa der amerikanische Dermatologe Michael Holick von der Universität Boston, der auch einen zunehmenden Vitamin-D-Mangel in weiten Teilen der westlichen Welt ortet. Doch gerade Vitamin D wird heute zunehmend als „Allzweckmittel“ gegen verschiedenste Krankheiten angesehen. So funktioniert unser Immunsystem ohne Vitamin D nicht, wir können kein Kalzium verwerten, möglicherweise steht Asthma bei Kindern in Zusammenhang mit Vitamin-D-Mangel. Forscher der State University of New York haben gar nachgewiesen, dass – hochdosiertes – Vitamin D gegen Krebs wirken kann. Und auch viele heimische Orthopäden sehen die Sonne dank ihrer Vitamin-D-Förderung als wichtigen Partner im Kampf gegen die gefürchtete Osteoporose, das Brüchigwerden der Knochen im Alter.
Wichtige Empfehlungen
Wir brauchen also Sonne, doch es steht auch fest, dass wir den Umgang mit ihr zumeist falsch handhaben. Die einen braten noch immer stundenlang in der prallen Hitze, die anderen meiden jeden Sonnenstrahl.
Angesagt sind hingegen kurze Sonnenbäder, deren Dauer sich auch nach Stärke der Strahlung und Hauttyp (siehe Kasten) richtet. Die Österreichische Krebshilfe empfiehlt weiters, die Sonne in der Zeit von 11 bis 15 Uhr zu meiden und lieber im Schatten zu bleiben. Bei intensiver Sonnenbestrahlung sollte man sich zusätzlich mit einem leichten Hut und ebensolcher Bekleidung schützen. (Achten Sie dabei auf die ÖNORM-Kennzeichnung EN 13758-1.)
Hat man doch einen leichten Sonnenbrand erwischt, so wird geraten, kühlende Salben aus der Apotheke oder Naturprodukte anzuwenden. Bei starker Rötung oder Blasenbildung muss hingegen unbedingt der Arzt aufgesucht werden.
Bedenken sollte man auch die indirekte Wirkung der Sonne: Im Schatten oder bei Bewölkung gibt es noch immer 50 Prozent Sonnenintensität. Und: Wasser, Sand, Schnee und andere reflektierende Umgebungen sorgen für ganze 85 Prozent mehr davon!
Wissen sollte man weiters, dass bei hellhäutigen Typen, einschlägigen Erkrankungen in der Familie und gehäuftem Aufenthalt im Freien ein erhöhtes Risiko besteht. Doch was die Experten der Österreichischen Krebshilfe noch betonen, ist die Tatsache, dass 90 Prozent aller Hautkrebsfälle bei Früherkennung heilbar sind: „Monatliche Selbstbeobachtung und bei zahlreichen atypischen, unregelmäßigen Muttermalen auch ein bis drei Mal jährlich eine Kontrolle durch den Facharzt können Leben retten.“
Kennen Sie Ihren Hauttyp? so sonnen sie richtig!
Nicht jeder Mensch verträgt die Sonne gleich gut. Der richtige Sonnenschutz und die sogenannte Eigenschutzzeit (Zeitraum, den man ungeschützt in der Sonne verbringen kann) werden vom Hauttyp bestimmt. Checken Sie Ihren Hauttyp und wählen Sie danach den für Sie richtigen Sonnenschutzfaktor aus.
Hauttyp 1: rothaarig, Sommersprossen, helle Haut, helle Augen
Hautkennzeichen: ungeschützt immer rot, bräunt niemals, höchste Sonnenbrandneigung
max. Eigenschutzzeit: 5 bis 10 Minuten
empfohlener Lichtschutzfaktor: 50+
Hauttyp 2: blond, blauäugig, helle Haut
Hautkennzeichen: ungeschützt meistens rot, geringe Bräunung, hohe Sonnenbrandneigung
max. Eigenschutzzeit: 10 bis 20 Minuten
empfohlener Lichtschutzfaktor: 30–50
Hauttyp 3: brünett, helle bis hellbraune Haut, dunkelgraue oder braune Augen
Hautkennzeichen: manchmal Sonnenbrand, gute Bräunung
max. Eigenschutzzeit: 20 bis 30 Minuten
empfohlener Lichtschutzfaktor: 20–25
Hauttyp 4: dunkelhaarig, olive bis dunkelbraune Haut, braune Augen
Hautkennzeichen: selten Sonnenbrand, sehr gute bis tiefe Bräunung
max. Eigenschutzzeit: 30 bis 40 Minuten
empfohlener Lichtschutzfaktor: 15–20
Quelle: Hauttypentest nach der Initiative „Sonne ohne Reue“ der Österreichischen Krebshilfe





