Der richtige Dreh
Der Griff zur Zahnbürste zählt zum regelmäßigen Morgenritual. Vor allem Frauen schätzen ein strahlendes Hollywood-Lächeln. Für strahlend schöne Zähne kann man einiges tun.
Menschen mit makellosem Lächeln strahlen Gesundheit und Sympathie aus. Eine Studie des Marktforschungsinstituts MindTake Research zeigt, dass 97 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher schöne Zähne wichtig sind. Drei Viertel schätzen es, wenn ihre Mitmenschen schöne Zähne haben. Dafür greifen sie mindestens einmal täglich zur Zahnbürste, etwa 84 Prozent putzen täglich zweimal. So soll es auch sein, denn mit der richtigen Zahnpflege kann man gar nicht früh genug beginnen, um Zahnfleischproblemen und vorzeitigem Zahnverlust vorzubeugen.
Die häufigsten Zahnerkrankungen sind nach wie vor Karies und Parodontitis. Bei beiden ist Zahnbelag die Ursache. Falsches Putzen und mangelnde Zahnhygiene lassen Beläge (Plaques) wachsen. Nur gründliches Reinigen verringert das Erkrankungsrisiko. „Gründlich“ heißt: die Zähne zweimal täglich mindestens drei bis vier Minuten putzen. Nach den Mahlzeiten sollte man 30 Minuten mit dem Putzen warten, denn Säurereste im Mund können beim Putzen Schäden am Zahnschmelz verursachen.
Zahnbürste – bitte wechseln!
Statistisch gesehen verbraucht jeder Österreicher etwa zwei Zahnbürsten pro Jahr. Aus der Sicht der Zahnmedizin ist das zu sparsam, denn das „Ablaufdatum“ erreicht eine Zahnbürste in der Regel nach zwei Monaten, vorausgesetzt man putzt zweimal täglich. Verwendet man die Zahnbürste länger, sodass sich die Borsten schon leicht verbiegen, ist auch der Reinigungseffekt nicht mehr gegeben. Auch nach Grippe oder anderen Infektionen ist es günstig, die alte Zahnbürste zu entsorgen, denn die Bakterien siedeln sich auch an der Zahnbürste an, die Infektion kann eventuell neuerlich auftreten.
Die Anforderungen an eine gute Zahnbürste sind relativ einfach. Zahnbürsten mit einem kurzen Kopf und einem kleinen, geraden Borstenfeld sind ideal. Ist die Bürste zu klobig, erreicht man damit unzugängliche Regionen nur schwer, in der Folge kann sich Plaque bilden. Die Borsten sollten aus Kunststoff und leicht abgerundet sein. Naturborsten haben den Nachteil, dass sich Bakterien hier leichter ansiedeln und vermehren können. Günstig ist eine Bürste mit mittelharten Borsten, zu harte Borsten und zu energisches Putzen können den empfindlichen Zahnschmelz schädigen. Nach der Zahnpflege ist es wichtig, auch die Zahnbürste gut zu pflegen. Dazu gehört gründliches Ausspülen und trocknen.
Elektrische Zahnbürsten reinigen weder gründlicher noch schneller. Ihr Vorteil liegt darin, dass sie die vom Zahnarzt empfohlenen Rotationsbewegungen automatisch ausführen. Ähnlich gut geeignet sind sogenannte Schallzahnbürsten. Anstatt eines Elektromotors arbeiten sie mit Schallenergie mit hoher Frequenz, die die Bürste zum Vibrieren bringt. Die hohe Schwingungsweite ermöglicht nicht nur eine gründliche Reinigung der Zähne, sondern auch eine Massage des Zahnfleisches. Da man mit Schallzahnbürsten mit nur wenig Druck auf die Zähne reinigt, schonen sie auch die empfindliche Zahnsubstanz. Eine weitere Reinigungsoption bieten Interdentalbürsten, also Bürsten, die den Zahnzwischenraum gründlich reinigen. Sie eignen sich für Menschen, die mit Zahnseide schlecht zurechtkommen, und zur Reinigung von Brücken und Implantaten.
Gute Zahnpasten enthalten Fluoride, diese stärken den Zahnschmelz, indem sie Säuren neutralisieren. Auch Putzkörper, also feine Schleifpartikel, sind in Zahnpasten enthalten. Je nachdem, wie empfindlich Zähne sind, sollte man auf den Grad der Abschleifung (meist auf der Verpackung ersichtlich) achten. Verschiedene Hersteller sind dazu übergegangen, den Grad der Abrasion ihrer Zahnpasten durch den sogenannten RDA-Wert (Radioaktive Dentin Abrasion) anzugeben. Ein RDA-Wert von 35 bis 40 gilt als empfehlenswert. Bei Kariesrisiko eignet sich ein höherer RDA-Wert besser, da diese Zahnpasten den Belag gründlicher abreiben.
Vom Milchzahn bis zum Implantat
Kinder brauchen besondere Zahnpflege, und zwar ab dem ersten Milchzahn, denn bereits zu diesem Zeitpunkt kann der weiche, dünne Zahnschmelz leicht durch Karies zerstört werden. Viele Kinder mögen aber nicht täglich Zähne putzen, deshalb überlegen viele Eltern immer wieder, wie sie es schmackhafter machen können. Sind bunte elektrische Kinderzahnbürsten, die Musik machen, brummen oder vibrieren, „der Weg zum Erfolg“? Grundsätzlich ist es wichtig, dass Kinder lernen, mit der Handzahnbürste zu putzen. Der wichtigste Hinweis, den Zahnärzte und Zahngesundheitserzieherinnen im Rahmen des Projekts Apollonia 2020 immer wieder geben, ist, dass die Eltern nachputzen müssen. Auch bei der Verwendung einer elektrischen Zahnbürste (ab dem vom Hersteller empfohlenen Alter) ist es notwendig, dass Eltern die Zähne kontrollieren und nachreinigen.
Denn richtige Pflege ist die wichtigste Voraussetzung für schöne und gesunde Zähne von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter.
So putzen Sie richtig!
Über den richtigen Dreh beim Zähneputzen sind Zahnmediziner derzeit uneinig. Eine jüngst veröffentlichte Studie* zeigt, dass der beste Reinigungseffekt durch „Fegen“ der Zähne erzielt wird.
- Setzen Sie die Zahnbürste in einem 45-Grad-Winkel an den Zähnen an, ein wenig darf sie in die Furche zwischen Zahn und Zahnfleisch eindringen, um auch die unter dem Zahnfleisch befindlichen Keime zu erreichen.
- Nun horizontal über die Zähne „fegen“, jedoch mit nur leichtem Druck, um Plaque zu entfernen.
- In kreisenden Bewegungen von Rot nach Weiß bürsten, dabei immer zwei Zähne weiter rücken.
- Schrubben Sie nicht einfach drauflos, dadurch können Rillen und Keile entstehen, im schlimmsten Fall kann an heiklen Stellen sogar das Zahnfleisch zurückweichen, sodass die Zahnhälse frei liegen.
- An den Kauflächen können Sie hin- und herbürsten, in den Nischen nisten sich mit Vorliebe Bakterien ein.
- Zähneputzen ist kein Kraftakt, ein leichter Druck genügt, sonst könnte der Zahnschmelz beschädigt werden.
- Putzen Sie etwa drei bis vier Minuten lang, achten Sie aber besonders auf die Zwischenräume. Kleiner Test: Mit der Zunge über die Zähne fahren, es dürfen keine rauen Stellen mehr zu spüren sein.
* Studie „An analysis of methods of toothbrushing recommended by dental associations, toothpaste and toothbrush companies and in dental texts”, veröffentlicht im British Dental Journal, August 2014
Zusatzpflege für makellose Zähne
- Zahnseide: Viele haben sie daheim, wenige benutzen sie täglich. Sie ist ein unersetzbares Hilfsmittel, um Zahnzwischenräume zu reinigen, die die Zahnbürste nicht erreicht.
- Munddusche: Sollte als ergänzende Maßnahme eingesetzt werden, kann aber keinesfalls die Zahnbürste ersetzen. Die Munddusche spült die fachlich richtig entfernten Plaques weg. Das Reinigen von Zahntaschen ist aber nur bedingt möglich.
- Mundwasser: Mundwässer verbessern den Atem und verleihen ein Frischegefühl im Mund. Eine prophylaktische Wirkung haben sie jedoch nicht.
- Kaugummi: Der Vorteil von Kaugummi liegt in seiner reinigenden Wirkung zwischendurch, wenn keine Zahnbürste zur Hand ist. Durch das Kauen wird auch der Speichelfluss angeregt, dadurch die Bakterienansiedlung gehemmt und eine Neutralisierung des Speichels sowie eine Remineralisation der Zahnoberfläche erreicht. Nur zuckerfreie Kaugummis verwenden!
1,7 Mio. Euro für die Zahngesundheit unserer Kleinsten
Das Land Niederösterreich, die NÖ Krankenversicherungsträger und die Landeszahnärztekammer bieten gemeinsam weiterhin das Programm Apollonia 2020 in Niederösterreich an: Allein für das kommende Schuljahr stehen mehr als 1,7 Mio. Euro für die Zahngesundheit der Kindergarten- und Volksschulkinder bereit. Das Kariesprophylaxe- und Zahngesundheitsförderungsprogramm startete im Jahr 2001 und hat die Aufgabe, die Ziele der Weltgesundheitsorganisation WHO in Sachen Zahngesundheit bei den Kids bis zum Jahr 2020 zu erreichen: 80 Prozent der Sechsjährigen sollen dann kariesfrei sein. Das Programm zeigt in Niederösterreich Wirkung, der Zustand der Zähne der Kleinsten wird Jahr für Jahr besser. Die Apollonia-Kariesprophylaxe ist breit aufgestellt und hat mehrere unterschiedliche Standbeine: Im Kindergarten sowie in der ersten und vierten Schulstufe sind Zahnstatuserhebungen durch Zahnärztinnen bzw. Zahnärzte vorgesehen. Die Kinder werden untersucht und ihre Eltern über den Zustand der Zähne informiert. Darüber hinaus besuchen Zahngesundheitserzieherinnen und -erzieher zweimal pro Jahr die Kleinen in Kindergärten und Volksschulen. Zudem werden Elterninformationen in Kindergärten sowie den ersten und vierten Schulklassen, aber auch in frühkindlichen Einrichtungen, organisiert (siehe Termine). Die Organisation von Apollonia 2020 obliegt dem Arbeitskreis für zahnärztliche Vorsorgemedizin (AKS-ZAVOMED). Dieser sorgt für 8.650 Besuche in Kindergärten und 7.150 Besuche in Schulen. Die Kosten tragen zur Hälfte die NÖGKK mit den anderen Krankenversicherungsträgern sowie das Land Niederösterreich.
Informationen: www.apollonia2020.at, www.noegkk.at






